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Stichwort: Pferdefütterung

Die regelmässige Überdosis Pseudo-Gesundheit

Vitamine und Mineralstoffe sind nur in der richtigen Dosis sinnvoll

Von Dr. Stefan Brosig

Vor allem in den Jahren 2002 bis 2005 bot pferdeglueck.de dem Chemiker und Pferdefreund Dr. Stefan Brosig die Gelegenheit, erstmals in redaktioneller Aufbereitung seine Abhandlungen zu unterschiedlichsten Themen im Internet zu veröffentlichen. Auch dieser Archiv-Beitrag stammt aus dieser Zeit.

Wir haben durch eine Untersuchung bei uns im Stall feststellen müssen, dass die Zusätze an Spurenelementen bei Fütterung über mehrere Jahre langfristig gesundheitsschädlich sind. Dies ist dabei keine neue Entdeckung, sondern wenigstens teilweise schon bekannt. Deutschlands erfolgreichster Rennpferdetrainer Heinz Jentzsch, bei dem ich einmal einen Besitzertrainerlehrgang absolviert habe, hat das schon seit langem festgestellt: Alle Rennpferdetrainer, die von konventioneller Fütterung auf Fertigfutter umgestiegen sind, waren nach einiger Zeit in der Gewinnstatistik nur noch unter "ferner liefen" oder mussten ihren Job ganz aufgeben. Dies war auch bei seinen Kollegen im Ausland so. Vitaminzusätze hätten sich hingegen gegenüber früher bewährt!

Die Untersuchungen in unserem Stall habe ich in mehreren Leserbriefen veröffentlicht und auch die Tierärztliche Hochschule Hannover (Prof. Coenen) informiert. Im neuen Buch "Pferdefütterung" Meyer/Coenen (seit Juli 2002) sind die Bedarfswerte für einige Spurenelemente nun herabgesetzt worden (Zink z.B. von 50 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz auf 35 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz, Kupfer auf 8 Milligramm pro Kilo Trockensubstanz). Die Futtermittelindustrie hat darauf noch nicht mit einer Anpassung reagiert. Daher werden die Firmen in nächster Zeit von mir mit dem Hinweis auf die bestehende Produkthaftung eine Empfehlung zur Senkung Ihrer Zusätze erhalten.

Die Rennpferde von Heinz Jentzsch erhielten Mengen von etwa knapp 30 Milligramm Zink und ungefähr 6 oder 7 Milligramm Kupfer und die waren schon im natürlichen Futter enthalten! (Hauptfutter im wesentlichen 6 Kilo erstklassiges Heu und etwa 5 bis 6 Kilo Hafer; hin und wieder auch Luzerne; Karotten; Vitaminsirup, da Rennpferde im Training kein Gras erhalten; reiner Kochsalzleckstein.)

Pony und Futter
Der Tod kommt für zahllose Pferde aus dem Futtertrog: So manche Kolik hat der Besitzer geradezu herauf beschworen!

Eine vor kurzem in einer renommierten Fachzeitschrift (Molecular and Cellular Biology, Bd.23, S.5293) veröffentlichte Untersuchung hat nun das erste Mal bewiesen, dass einige Nahrungszusätze sogar die Erbsubstanz verändern und diese Veränderungen vererbbar sind. Diese Untersuchungen, die an trächtigen Mäusen durchgeführt wurden, sind als sehr bedeutend anzusehen und haben auch zu Veröffentlichungen außerhalb der Fachliteratur geführt. Mäuse stimmen zu ungefähr 95 Prozent mit unserem eigenen Erbgut überein. Durch Fütterung der Nahrungszusätze Vitamin B12, Folsäure, Cholin und Betain, die vor allem schwangeren Frauen oft zur Ergänzung ihrer Ernährung empfohlen werden, konnten die Wissenschaftler unter anderem die Fellfarbe der geborenen Mäuse drastisch von gelblich zu braun verändern.

Eine Überprüfung ergab, dass die Erbsubstanz sich verändert hatte. Zwar war keine Änderung in der Abfolge der vier Grundbausteine festzustellen, aus der die Erbsubstanz DNA aufgebaut ist, die Forscher fanden aber, dass sich bei den Mäusen, deren Mütter mit den Nahrungszusätzen gefüttert worden waren, Methylgruppen als Anhängsel angelagert hatten, die als chemische Schalter für das Ablesen der Gene mitverantwortlich sind. Obwohl diese durch Nahrungszusätze bedingte Veränderung der Erbsubstanz also nicht die Buchstabenabfolge des genetischen Codes verändert, kann sie doch weitreichende Folgen haben, erklären die Forscher. Die Anhängsel führen dazu, dass Gene nicht mehr abgelesen werden können. Das verändert den Stoffwechsel der Zelle, die damit bestimmte Eiweiße nur noch in geringerer Menge oder gar nicht mehr herstellen kann. Da diese als Schalter wirkenden Anhängsel schon während eines frühen Stadiums in der Embryonalentwicklung angebaut werden, sind die Folgen permanent und können sogar vererbt werden.

Die Erfahrungen aus dem Bereich der Pferdefütterung in unserem Stall sind in einer umfangreichen Abhandlung dargestellt. Diese Abhandlung steht unter pferdefreundetreff.de als selbstentpackendes Word-Dokument zum Download bereit (siehe unten).

 
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| Linktipp: Download des Aufsatzes von Dr. Brosig |