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Stichwort: Ingwer und Krebs

Chancen für Ingwer auch in der Krebstherapie?

Erste Hinweise zeigen: Ingwer macht vielen Tumorzellen "das Leben schwer"

Von Dr. Stefan Brosig

Vor allem in den Jahren 2002 bis 2005 bot pferdeglueck.de dem Chemiker und Pferdefreund Dr. Stefan Brosig die Gelegenheit, erstmals in redaktioneller Aufbereitung seine Abhandlungen zu unterschiedlichsten Themen im Internet zu veröffentlichen. Auch dieser Archiv-Beitrag stammt aus dieser Zeit.

Ich hatte es bereits angedeutet, dass es den Anschein hat, als ob Ingwer das Wachstum von Melanomen bei Schimmeln ab einer Menge, die etwa der Gelenkdosis von 3 Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht entspricht, sehr stark hemmt. Bei einer "Wohlfühldosis" von 1,5 bis 2 Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht hatten die Melanome mit der Zeit noch sichtbar an Zahl und Größe zugenommen, wobei ich keine Aussage machen konnte, ob sie womöglich ohne Ingwer schneller gewachsen wären.

Diese Beobachtung möchte ich nun erhärten. Ich bin mir jetzt sehr sicher, dass das Wachstum von Melanomen ab der "Gelenkdosis" von Ingwer sehr stark gehemmt ist! Bei Ratten hatten amerikanische Forscher bereits einen hemmenden Einfluss auf das Wachstum von Darmkrebs gefunden. Allerdings verwendeten sie reines 6-Gingerol (1,5 Milligramm pro Woche pro Maus) und nicht den Gesamtingwer und ich vermute, sie blieben auch unter der "Schwellmenge" für Mäuse, denn sie fanden nur eine Hemmung von ungefähr 40 % gegenüber den nicht behandelten Mäusen (Ann Bode u.a., University of Minnesota, Oktober 2003).

Der an meinem jetzt 18-Jährigen Vollblüter beobachtete Effekt ist deutlich größer. Die Verlangsamung im Tumorwachstum beträgt zwar wohl nicht 100 %, aber ich schätze mindestens 80 %, eher mehr! Die Melanome wurden allerdings auch nicht kleiner, das heißt, die Krebszellen starben nicht ab, sie hatten nur ihre Teilungsrate stark herabgesetzt. Bei einer alten Takehner-Schimmelstute bei uns im Stall (die aber leider letzten November mit 30 ½ Jahren starb) war der Effekt ebenfalls zu sehen gewesen, doch hatte diese Stute schon so viele und so große Melanome, dass der Effekt weniger deutlich zu erkennen war.

Bubi († 28.11.2004) von THP Claudia Nehls litt an Krebs, doch Ingwer linderte bis zum Schluss (siehe separaten Bericht in der Rubrik "Pferdegeschichten").

Auffallend war auch, dass während der siebenwöchigen Heilungsphase einer Ballentrittwunde meines Vollblüters, die er sich Mitte Februar zugezogen hatte, nicht ein bisschen wildes Fleisch entstand! Auch wenn sich das Problem der Bildung wilden Fleisches durch das Weglassen von Mineral- und Fertigfutter seit dem Jahr 2000 normalisiert hatte, wäre doch aus Erfahrung heraus damit zu rechnen gewesen, dass ich alle ein bis zwei Wochen solches hätte entfernen müssen. (Vor 5 Jahren, als mein Vollblüter aufgrund der damaligen Fütterung von Mineral- und Fertigfutter erhöhte Zinkwerte im Blut aufwies, musste ich bei solchen Wunden noch alle ein bis zwei Tage wildes Fleisch wegätzen!)

Es scheint sich bei der beschriebenen Wirkung von Ingwer also um eine allgemeine, die Zellteilungsgeschwindigkeit von Wucherungen normalisierende Wirkung zu handeln. Eine solche, allgemein Krebszellen und andere Wucherungen gleichermaßen betreffende Wirkung, wurde nun interessanterweise erst vor kurzem von einer Forschungsgruppe um Colin Goding am Marie Curie Research Institute gefunden, als sie in bösartigen Melanomzellen von Mäusen gentechnisch ein einziges Gen, das sogenannte Tbx2-Gen, blockierten. Auch hier normalisierte sich die Teilungsrate der Krebszellen wieder. Der Grund dafür ist, dass das Tbx2-Gen für den Ausfall des Zellselbstschutzes bei Mutationen verantwortlich ist: Normalerweise werden nämlich Zellen, die geschädigt sind, in eine Art "Tiefschlaf" versetzt, die sogenannte Seneszenz. Bei einer Krebserkrankung, aber auch bei anderen Wucherungsprozessen, wird dieser Mechanismus aber deaktiviert, die Zellen können ungebremst wuchern.

Durch die Blockade des Tbx2-Gens wurde die Seneszenz aber wieder aktiviert, was man vorher nicht für möglich gehalten hatte. Die Forscher suchen nun nach einfacheren Substanzen, die das gleiche bewirken, wie das gentechnische Experiment. Da Ingwer anscheinend sehr breitbandig bei verschiedenartigsten Wucherungen hemmend wirkt, wäre es möglich, dass Ingwer solche Stoffe enthält. Zwingend ist es aber nicht. Es gibt sicherlich noch viele andere denkbare Wirkungsmechanismen. Für die Praxis spielt aber die Kenntnis vom genauen Mechanismus auch keine so große Rolle (außer vielleicht für eine mögliche Optimierung), das Wesentliche ist, dass es funktioniert.

Auf den Menschen übertragen würde man annehmen, dass auch dort die stark zellteilungshemmende Wirkung etwa ab der Gelenkdosis einsetzt. Diese beträgt beim Menschen etwa 20 bis 30 Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit der Ingwerfütterung bei Pferden würde ich daher wohl bei mir selbst, falls bei mir einmal Krebs diagnostiziert werden sollte (klopf auf Holz, dass nicht!), lieber eine Ingwerbehandlung statt einer belastenden Chemotherapie mit sehr ungewissem Ausgang ausprobieren. Nebeneffekt übrigens bei der durch Ingwer gedrosselten Krebszellen-Teilung: Ein sich ansonsten sehr schnell ausdehnender Krebs könnte durch die Zeitverzögerung seines Wachstums doch noch operabel sein/werden.

 
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