Kopfgrafik
 Das Original. Erste Website im Jahre 2002 zum Thema Pferd + Ingwer.Impressum | Home |
Stichwort: Ingwer für alte Pferde

Ingwer: Ein "Jungbrunnen" für alte Pferde?

Gerade bei hochbetagten Pferden ist Ingwer ein Vitalisierungspulver

Von Dr. Stefan Brosig

Vor allem in den Jahren 2002 bis 2005 bot pferdeglueck.de dem Chemiker und Pferdefreund Dr. Stefan Brosig die Gelegenheit, erstmals in redaktioneller Aufbereitung seine Abhandlungen zu unterschiedlichsten Themen im Internet zu veröffentlichen. Auch dieser Archiv-Beitrag stammt aus dieser Zeit.

Die inzwischen zahlreichen guten Erfahrungen mit gesunden Pferden aus dem Erfahrungsbereich von pferdeglueck.de kann ich mindestens für meinen nun gesunden, aber alten 33-jährigen Wallach (Anmerkg. d. Redaktion: Waran starb 2006 im hohen Alter von 35 Jahren.) immer nur bestätigen (er war übrigens früher auch einmal ein relativ viel arbeitendes Schulpferd). Nachdem seine Krongelenkentzündung nach etwa 7 Monaten Ingwerbehandlung (10 bis 15 Gramm pro Tag bei einem Gewicht von geschätzt 450 bis 500 Kilo) gut auskuriert war, machte sich nach Absetzen des Ingwers zum Winter hin doch sein Alter bemerkbar und er nahm spürbar ab. Ähnlich, nur bei weitem nicht so stark, war es bereits im vorangegangenen Winter gewesen.

Ich hatte daraufhin (auch weil er wenig trank) wieder die Fütterung von Ingwer aufgenommen, allerdings nur noch ungefähr 3 Gramm Ingwer pro Tag. Dies ist eine Menge, bei der man sonst überhaupt keine schmerz- oder entzündungshemmende Wirkung beobachten kann! Diese Menge hat aber dennoch schon ausgereicht, ihm wieder zu Appetit zu verhelfen, ihn zunehmen und wieder fast seine normale Menge von früher trinken zu lassen! So habe ich mit meinem jovialen Rentner nun wieder eine schöne Kutschfahrt bei herrlichem Wetter machen können!

Waran, er starb 2006 im Alter von 35 Jahren, war eines der ersten "Ingwerpferde" Deutschlands.

Einen wichtigen Punkt bei der Fütterung von Ingwer gegen Gelenkerkrankungen sollte man immer wieder hervorheben: Es scheint nämlich nach ungefähr einem Monat eine Gewöhnung des Körpers an den Ingwer stattzufinden, so dass nach dieser Zeit die Dosis gesteigert werden muß, um den gleichen Effekt zu erzielen. Anfangs reichten 10 bis 12 Gramm, nach einem Monat musste ich auf 12 bis 15 Gramm der gleichen Qualität für das 450 bis 500 Kilo schwere Tier steigern. Diese Menge blieb dann über die nächsten 6 Monate bis zur vollendeten Heilung gleich, es fand danach also keine weitere Gewöhnung des Körpers mehr statt, die eine Neuanpassung notwendig gemacht hätte! Ich weiß nicht, welche Erfahrung Andere in dieser Hinsicht gemacht haben.

Inzwischen habe ich von meinem alten Waran (33) nach etwa einem Jahr eine weitere Röntgenaufnahme machen lassen, die zeigt, dass sich die Knochenauswüchse seiner Arthrosen bei Gabe von ungefähr 1,5 Gramm (Tansania)-Ingwer pro 100 Kilo Körpergewicht nicht um ein Jota vergrößert haben! Der Zustand ist wie eingefroren, obwohl er ja auch ein Jahr älter geworden ist. Das Bindegewebe darüber hat sogar noch weiter abgenommen. Zum Zeitpunkt, als die erste Röntgenaufnahme gemacht wurde, war die akute Phase der Gelenkentzündung schon ein Jahr vorbei und der zuvor steil gewordene Huf hatte im wesentlichen wieder seine frühere Form und Stellung zurückgewonnen.

Weiterhin habe ich auch von meinem englischen Vollblüter Amarock (17) nach einem Jahr eine weitere Röntgenaufnahme seiner Hornsäule machen lassen. Während diesen Jahres hatte er ebenfalls die Wohlfühldosis von 1,5 Gramm pro 100 Kilo Körpergewicht erhalten. Man erkennt eine Verkleinerung um ungefähr 15 bis 20 %! Wie mir meine Tierärztin mitteilte, gibt es so etwas sonst gar nicht! Um die Heilung zu beschleunigen, bin ich nun versuchsweise auf die doppelte Dosis von 3 Gramm pro 100 Kilo (in eingeweichten Heucobs) Körpergewicht gegangen. Ebenso bei meinem alten Waran, bei dem ich sehen möchte, ob ich die Knochenauswüchse wenigstens teilweise auch noch abbauen kann. (Bilder siehe unten)


Marker

Warans Röntgenbilder aus 2003 und 2004

Röntgenbild Pferd Waran

Warans Fesselgelenk (damals 33, vorne rechts) im Jahre 2004.

Röntgenbild Pferd Waran

Warans Fesselgelenk (vorne rechts) im Jahre 2003 zum Vergleich.



Marker

Amarocks Röntgenbilder aus 2003 und 2004

Röntgenbild Pferd Amarock

Amarocks (Vollblüter, damals 17 Jahre) Fessel-
bein vorne rechts im Jahre 2004.

Röntgenbild Pferd Amarock

Amarocks (Vollblüter, damals 17 Jahre) Fessel-
bein vorne rechts im Jahre 2003 zum Vergleich.


Ich glaube übrigens gar nicht, dass es wirklich nur ausschließlich die Scharfstoffe im Ingwer sind, die die Wirkung ausmachen, auch wenn sie sicherlich den wichtigsten schmerz- und entzündungshemmenden Bestandteil darstellen. Der Gehalt an Scharfstoffen und ätherischen Ölen ist aber sicher ein guter Parameter, um die allgemeine Qualität einer Charge beurteilen zu können, auch wenn andere Substanzen, gerade was die allgemein wohltuende Wirkung betrifft, damit nicht erfasst werden.