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Stichwort: Ingwer in Kapseln

Arthrose-Schmerzen weg – mit nur 2 Gramm!

Eine Leserin lässt das Ingwerpulver vor der Einnahme magenresistent "verpacken"

Von Guido Gennerich

Müssen die Dosis-Empfehlungen für Ingwer beim Menschen völlig neu ermittelt und umgeschrieben werden? Ist die Zeit vorbei, da man das unerträglich scharfe Pulver löffelweise einverleiben muss, um eine ähnliche Wirkung wie beim Pferd zu erreichen? Vielleicht ... eine neue Anregung aus unserer Leserschaft weckt neue Hoffnung!

pferdeglueck-Leserin Dagmar Neumann umgeht seit kurzem ein zentrales Kernproblem des Ingwers, wenn er beim Menschen und ... vielen Haustieren (wie z. B. Katze oder Hund) eingesetzt werden soll: Vieles vom scharfen Pulver wird nämlich bei diesen "Säugetieren" bereits im Magen "vorverdaut". Das heißt, viele der erwünschten Heil- und Wirkstoffe scheinen schon partiell vernichtet zu sein, ehe sie die eigentliche "Adresse" des Körpers, den Darm, erreicht haben. Denn erst dort kann der Ingwer sein ganzes Potenzial entfalten. Und genau dies ist auch der Grund, warum der Mensch, noch exzessiver gleichfalls Hunde oder Katzen, deutlich höhere Dosen des scharfen Pulvers bezogen auf das Körpergewicht "einverleiben" müss(t)en als unser ursprüngliches "Referenztier" Pferd.

Ist die Zeit bald vorbei, da man dieses scharfe Pulver als Mensch löffelweise einverleiben muss?

Kein Wunder: Pferde sind ausgesprochene Darmtiere, somit zeigen schon minimalste Mengen Ingwer (bezogen auf das hohe Körpergewicht) deutliche Wirkung. Menschen müssten theoretisch bei starker Arthrose rund 25 bis 30 g Ingwerpulver täglich "einnehmen": Eine für viele Patienten kaum zu verkraftende Menge. Unsere Leserin Dagmar Neumann behandelt eine ausgeprägte Knie-Arthrose ihres Lebensgefährten aber seit kurzem nur noch mit maximal 2 g – und das offenbar mit durchschlagendem Erfolg. Sie verriet uns auch, wie das erreicht wird.

An die Redaktion von pferdeglueck.de schreibt sie:

"Wir haben es erst mit Pulver versucht, aber das konnte er kaum runter bringen, mehr als 2 Eßlöffel waren überhaupt nicht drin. Geholfen hat das Ganze nichts. Bis uns ein Bekannter (Tierarzt) den Ingwer in magensaftresistente Kapseln abgefüllt hat. 0,44 g gehen in eine Kapsel und interessanterweise sind die Schmerzen bei 4 Kapseln pro Tag nach drei Tagen schon weg! Bei regelmässiger Einnahme kann man auch einen Tag nur drei Kapseln nehmen oder auch mal zwei, und die Wirkung bleibt bestehen. Somit braucht ein 85 KG-Mensch nicht mal 2 g pro Tag, wenn der Ingwer gleich dort wirken kann, wo er aufgenommen wird. Und dem Magen schaden kann somit auch nichts mehr!"

Bezüglich der Bezugsquellen schreibt Dagmar Neumann: "Die Kapseln beziehen wir gefüllt über einen Tierarzt. Problem ist wohl, dass die Kapseln magensaftresistent werden, indem sie nach dem Befüllen nochmal mit einer Flüssigkeit überzogen werden. Das kann man wohl nicht so einfach in der Apotheke bestellen oder gar selber befüllen. Deshalb sind die Kapseln recht teuer (etwa 50 Cent für eine Tablette). Wobei 2 Euro pro Tag nichts für einen Tag ohne Schmerzen sind. Ich denke die Betroffenen könnten sich aber mal für 3-4 Wochen eine Dose bestellen und die Ingwerkapseln testen."

Inzwischen haben diese Anregung verschiedene Leser von pferdeglueck.de aufgegriffen, doch nicht überall ernten die Kapseln positives Feedback. Während Userin "madame" in unserem Forum Erfolge meldet, schneiden die Kapseln bei einem anderer Leser weniger gut ab. Dieser Leser hat sich intensiv und kritisch mit diesen Ingwerkapseln auseinander gesetzt und sucht seither nach (preisgünstigeren) Alternativen. Nachstehend sein Bericht.


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Erfahrungsbericht mit den Ingwerkapseln: Sind sie wirklich "magenresistent"?

Ich habe mir auch die Ingwerkapseln bei diesem Tierarzt bestellt, da mein Hund Arthrose und Spondylose und ich eine Entzündung in der Schulter habe. Mein Hund und ich haben diese Kapseln dann eigenommen (ca. die halbe Dose aufgebraucht), aber es hat sich bei keinem etwas verbessert; dabei habe ich (90 kg) auch schon mal sieben Stück eingenommen. Ich habe es auch vor dem Frühstück probiert. Mir ist dabei aufgefallen, dass es ganz schön scharf im Magen wird. Ich habe mir gedacht, wenn es am Ingwer liege, kann ich nichts tun. Dann habe ich mir künstlichen Magensaft hergestellt (= Wasser + Salzsäure ergibt PH-Wert von ca. 1), um zu sehen, ob die Kapseln auch wirklich magensaftresistent sind. Habe mich zuvor darüber im Internet informiert.

Dabei ist heraus gekommen, dass die Kapseln schon nach höchstens 10 Minuten den ganzen Ingwer freigegeben haben. Temperatur (sehr wichtig) war dabei zwischen 35 und 39°. Deshalb kann ich es überhaupt nicht verstehen, dass es bei irgend einem helfen soll (aber Placebos haben auch eine Wirkung). Jetzt war es auch klar, warum es so scharf war und bei mir und meinem Hund nicht wirken konnte. Vielleicht habe ich bei meinem Versuch was falsch gemacht, dachte ich mir, und ließ mir von meiner Apothekerin einen Artikel (Deutsche Apothekerzeitung) über die Eigenherstellung magensaftresistenter Kapseln ausdrucken. In dem stand, dass diese Kapseln nicht magensaftresistent seien, weil diese sich viel zu früh auflösen und nur noch Delayed-Release-Kapseln (verzögerte Freigabe) genannt werden dürfen.

In der Zwischenzeit habe ich recht viel Geld und Zeit investiert, um mit Schellack etwas zu erreichen. Doch Schellack muß man sehr, sehr dünn auftragen, aber dann bekommt man den Übergangsspalt nicht dicht. Auch andere Beschichtungsmittel habe ich schon probiert – auch mit richtig guten Ergebnissen (nichts eingenommen, sondern nur die Resistens getestet). Doch braucht man mit diesen Cellulosederivaten hohe Herstellungstemperaturen, die mir nur ermöglichen, einzelne Kapseln mit hohem Zeitaufwand herzustellen. Ich werde nun weiteres Überzugsmaterial testen.

Ich selbst habe auch schon mal 25 g Ingwerpulver mittels unbeschichteter Kapseln eingenommen: Hat bei mir – ausser Durchfall – nichts gebracht. Deshalb habe ich es auch bei diesem einen Versuch belassen. Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob wirklich der Magensaft einen Grossteil der Ingwerwirkstoffe unwirksam macht – oder diese auf einem anderen Weg metabolisiert (nennt man wohl so) werden.

PS: Die vom Tierarzt verkauften Kaspseln sollen von der Firma IPHAS stammen und sind offenbar auch nichts anderes als DR-Kapseln (Delayed-Release-Kapseln).

Der vorstehende Erfahrungsbericht hat unter den Verwendern dieser Kapseln einige Unsicherheit ausgelöst, was auch zu besorgten Leseranfragen beim diese Kapseln vertreibenden Tierarzt führte. Dieser sandte nun in Kopie weiterführende Informationen zu seinen Kapseln an pferdeglueck.de. Natürlich veröffentlichen wir hier auch diese Stellungnahme:


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Ingwerkapseln: Informationen und Erörterungen des Tierarztes

Es ist sicher richtig, dass es keine 100%ig magensäureresistenten Kapseln auf dem Markt gibt. Diese würden sich auch im Darm nicht ausreichend auflösen, um den Wirkstoff freizusetzen. Alle in vitro Versuche, die Kapseln einfach in erwärmte Salzsäure zu tun (man müsste sicher auch noch Pepsin zusetzen, um den Magensaft nachzubauen) scheitern an Modell und Methodik. In vivo befindet sich im Magen noch eine unterschiedlich große Menge Futterbrei und auch die Säureausschüttung wird durch die Futteraufnahme induziert und schwankt mit der Menge und der Zusammensetzung des Futters.

Um eine Freisetzung des Ingwers im Darm zu erreichen (und das beschriebene "Wärmegefühl" entsteht sicher sowohl im Magen als auch im Darm) empfehlen wir die Eingabe der Kapseln direkt vor der Fütterung. Zu diesem Zeitpunkt ist das Magenmilieu noch relativ neutral. Durch die anschließende Fütterung werden die Kapseln auch als erstes den Magen in Richtung Darm verlassen. Ich setze diese Kapseln mittlerweile im dritten Jahr ein und habe durchweg gute Erfahrungen damit. Die ganze Sache ist aus der Not geboren, da ich selber mein erster Patient war. Vorher trank ich den Ingwer in Joghurt oder drehte Pillen mit Zuckerrübensirup! Beides aufwendig und nicht angenehm, doch es half bei meinen chronischen Rückenbeschwerden. Ich wurde vor 12 Jahren wegen einer komplizierten Wirbelsäulenfraktur operiert. Nachdem eine Kundin von mir mit Ingwer bei der chronischen Hufgelenksentzündung Ihres Pferdes gute Erfolge hatte, teste ich den Ingwer am eigenen Leib und später auch an meinen Patienten.

Der Bericht bei Pferdeglueck.de und der Link zu meiner Homepage geschahen ohne mein Wissen und nicht auf meine Veranlassung. (Anmerkg. der Redaktion: Korrekt, dennoch denken wir, dass der Tierarzt unter dem plötzlichen Kundenzuwachs und dem Interesse an seinem Unternehmen nicht sonderlich gelitten haben dürfte.) Ich war über das plötzliche Interesse außerhalb meiner Praxiskundschaft selber erstaunt. Wir werden auch weiterhin ausschließlich mit beschichteten Kapseln in DAB-Qualität (=Deutsches Arzneimittelbuch) arbeiten und keine Experimente mit Schellack o.ä. anstellen. Auch gebe ich keine Kapseln zur Anwendung am Menschen ab. Die von mir angebotenen Kapseln sind ausschließlich ein Ergänzungsfuttermittel für Hunde.

Zur Anwendung bei Ihrem Hund: Leider ohne Ihren Hund untersucht zu haben und ohne die Diagnose zu kennen, empfehle ich, die Anwendung mindestens für 3-4 Wochen fortzusetzen. Auch bei der Einnahme des reinen Ingwers ist eine solche Vorlaufzeit bis zum optimalen Wirkungseintritt beschrieben. Sie sollten die Kapseln unbedingt in Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt anwenden. Zu jeder Therapie - auch mit alternativen Heilmethoden - gehört vorher eine exakte schulmedizinische Diagnose. Ohne diese lassen sich Wirkung und Nebenwirkungen der vom Tierbesitzer gewählten Ingwertherapie nicht abschätzen.

(Sven Hoffmann)
GGT Gesellschaft für ganzheitliche Tiergesundheit m.b.H.
Geschäftsführer und prakt. Tierarzt
Feldstrasse 21, D-35094 Lahntal-Caldern

 
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