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Leserzuschrift:

Auch Aida braucht keine "Pferdeflüsterer"

Schrittweise in den Jahren dazu gelernt: "Instinktiv wusste ich, dass es meine Schuld war"

Von Aida Warnke

Kaum ein Beitrag unter pferdeglueck.de hat so viele Reaktionen nach sich gezogen wie unser Kommentar zur "Pferdeflüsterei". Neben den fast ausschließlich zustimmenden Zuschriften gab es natürlich auch einige leidenschaftliche Proteste. Es ist und bleibt eben eine eher unbequeme und ungewohnte Sicht auf den Andrea-Kutsch-Mythos. Inzwischen mehren sich allerdings Gerüchte, wonach Kutsch-Ziehvater Monty Roberts selber den Kommerz-Rummel um seine deutsche "Niederlassung" Andrea Kutsch mehr und mehr mit Unbehagen beobachtet. Eine der engagiertesten Reaktionen erreichte uns von Aida Sabri aus Berlin, die nun – frisch und glücklich verheiratet – Aida Warnke heißt. Sie stellt auch ihre beiden Pferde vor.

Brauchen keinen "Pferdeflüsterer": Aida und Asmar.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Internetseite pferdeglueck.de. Ganz besonders der Artikel über Pferdeflüsterer hat mich fasziniert. Da haben Sie mir wirklich aus der Seele gesprochen. Ich habe zwei Pferde, eine Shagya-Stute und einen 5jährigen Vollblutaraber, den ich bereits als Saugfohlen kaufte, ohne nur die leiseste Ahnung von Pferden zu haben (das weiß ich erst heute).

Wir haben bis zum Anreiten viel Bodenarbeit gemacht, sind viel spazieren gegangen. Ich wollte ihm alles zeigen, habe alles mit sehr viel Ruhe gemacht. Trotzdem ist er, nachdem ich ihn angeritten hatte (mit professioneller Hilfe), drei Mal durchgegangen. Instinktiv wusste ich, dass es meine Schuld war und habe intensiv damit begonnen, mich mit der Natur des "Pferdes" zu beschäftigen. Dabei kam mir das Programm von Pat Parelli in die Hände. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die dieses Konzept ablehnen, doch richtig verstanden ist das Parelli-Programm ein Lernprogramm für den Menschen, nicht für das Pferd. Ich habe damit gelernt, auf die Bedürfnisse meiner Pferde einzugehen.

Alles, was Sie schreiben, ist für uns nun Selbstverständlichkeit. Und meine Pferde danken es mir mit Vertrauen. Ich habe gelernt, nicht auszureiten, wenn ich selber einen "schlechten Tag" habe, da ich dann dem Kleinen nicht das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen geben kann. Ich putze, füttere, wasche und sattle ihn, ohne dass ich ihn anbinden muss, er kommt von der saftigsten Weide auf Zuruf – oft im Galopp. Das kann man mit Geld nicht bezahlen und mit Geld auch nicht erreichen. Er ist aufmerksam und arbeitet immer freudig mit. Wenn wir beim Reiten Übungen machen, dann lasse ich ihn danach immer am langen Zügel im Schritt gehen, damit er sich ein wenig entspannen kann. Er dankt es mir dann immer mit mehrmaligem Abschnauben.

Das Vertrauen seines Pferdes kann man auch bei Kutsch & Co. nicht "kaufen": Aida und Farasha.

Ich bin keine sehr gute Reiterin, habe aber regelmäßig Unterricht. Sobald etwas nicht klappt, weiß ich, dass es an mir liegt, an meiner Hilfengebung, an meinem Sitz, der es ihm nicht möglich macht, das gewünschte auszuführen. In die Pferde "hineinhören" und deren Bedürfnisse akzeptieren, zu lernen, dass es nun einmal Fluchttiere sind und sie nicht für ihre Urinstinkte zu strafen - dieses Bewusstsein macht alle "Pferdeflüsterer" dieser Welt wirklich überflüssig.

Pferde von diesen Pferdeflüsterern "korrigieren" zu lassen, halte ich heute für grundsätzlich falsch; jedoch von Menschen zu lernen, die ein natürliches, respektvolles Verhalten zum Partner Pferd haben, kann ich jedem nur empfehlen. Nancy Franke aus Werneuchen (Link siehe unten) ist eine solche Frau. Von ihr habe ich unendlich viel gelernt. Und immer wieder fasziniert mich ihre Ruhe im Umgang mit Pferden. Die Pferde spüren den Respekt und die Achtung, die sie ihnen entgegenbringt und wenn Nancy Franke auf dem Pferd ist – dann ist das Harmonie pur. Kein Gezerre, kein lautes Wort, viel Lob und auch mal ein Streicheln aus dem Sattel! Heute reite ich meinen Kleinen – auch schon wieder im Gelände. Wir nehmen einen alten, erfahrenen und ruhigen Wallach mit. Es ist nie wieder etwas passiert; und mal gucken oder zur Seite springen ist okay, er ist ein Pferd – UND SOLL ES AUCH BLEIBEN!

Nochmals herzliche Grüße und danke für diesen grandiosen Artikel!

 
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