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Stichwort: Pferdegeschichten

Wann's zu Ende geht, bestimmt Samasti selber

Eine 28-jährige Traberstute kämpft tapfer und eigensinnig um jeden weiteren Tag ihres Lebens

Von Petra und Laura Zikmund (Text/Fotos)

Wir verdrängen es gern, aber so ist der Lauf des Lebens: Was heute vital und vor Kraft strotzend, muss irgendwann dem Alter und Verfall weichen. Was heute gesund und fit, wird irgendwann von Altersgebrechen und Krankheiten heimgesucht. Das gilt für Mensch wie Tier. So mancher Pferdehalter "entsorgt" deshalb rechtzeitig sein alterndes Pferd, um sich ein neues, unverbrauchtes "Sportgerät" anzuschaffen.

Doch viele Pferdebesitzer bleiben ihren Kameraden bis zuletzt treu. Für diese Halter ist das oft nicht nur mit großen psychischen Belastungen verbunden. Hinzu kommen explodierende Tierarzt- und Versorgungskosten. Und: Im Land der notorischen Besserwisser und Rechthaber schwingen sich viele Stallnachbarn zu alledem dazu auf, diesen Betreffenden den Zeitpunkt der "Giftspritze" für's alte Pferd vorschreiben zu wollen! In unserer Rubrik "Pferdegeschichten" stellt Petra aus dem Ruhrgebiet ihre über 28 Jahre alte Traberstute "Samasti" vor, das Pferd ihrer Tochter Laura.



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Update IV:
Samastis Weg ist nun zu Ende

Petra und Laura, den beiden Besitzerinnen der alten Pferdedame "Samasti", deren Lebensweg wir zu einem erheblichen Teil nachgezeichnet und über Jahre in dieser Rubrik mitverfolgt haben, war sicherlich stets bewusst: Irgendwann würden Samastis Kräfte für ein ungetrübtes und vitales Pferdeleben nicht mehr ausreichen. Sie hatten es Samasti deshalb fest versprochen: Wenn die stolze alte Pferdedame einmal signalisieren würde, dass die Lebenskräfte versiegen, werde man sie auch erlösen. Und dieser Moment des schmerzhaften Abschieds war nun am 21. Juli 2008 gekommen. Dieses letzte Update ist also zugleich das traurigste, auch wenn bei aller Trauer Petra und Laura natürlich wissen: Samastis Leben hat weit länger gedauert, Samasti hat sich weitaus mehr schöne Lebensjahre erorbert als jede "Prognose" es für möglich gehalten hatte. Natürlich auch dank der vorbildlichen Rundum-Versorgung durch die beiden Besitzerinnen. Im Juli 2008 schreibt uns Petra also:

Vorgestern haben wir Samasti gehen lassen. Als ich sie zwei Tage zuvor dabei beobachtet habe, dass ihr es schwer fiel, aus dem Liegen wieder hochzukommen, haben wir uns dazu entschlossen, sie in Würde gehen zu lassen. Bevor es dazu gekommen wäre, dass sie gar nicht mehr aufstehen kann. Sie hatte ein schönes Leben bei uns, wurde von Laura geliebt und verwöhnt. Und sie hat Laura alles gegeben, was ein Pferd einem Menschen geben kann. Wir sind endlos traurig darüber, dass sie jetzt nicht mehr da ist. Und es wird auch noch einige Zeit dauern, bis diese endlose Traurigkeit verschwunden ist. Aber wir haben es ihr versprochen, dass sie sich nicht quälen müsse. Anbei ein letztes Bild von ihr: So stolz und schön hat sie immer geschaut!

Liebe Grüße Petra und Laura (und im Herzen Samasti, Juli 2008)

Traberstute Samasti

Eines der letzten Bilder von Samasti († Juli 2008), jener stolzen und selbstbewussten alten Pferdedame, die sich bis zum Schluss ihr Recht auf Leben nachdrücklich erkämpft hatte.




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Update III:
Die alte Dame hat einen neuen Freund

Wir erinnern uns: Vor rund drei Jahren legten "Pferdefreunde" nach "sach- und gewohnt fachkundiger" Begutachtung Petra und Laura Zikmund nahe, es wäre wohl langsam an der Zeit, die alte Pferde-Dame "Samasti" von ihren Altersbeschwerden zu erlösen und sie ... einzuschläfern. Dagegen hatten sowohl die mit ihren 26 Jahren noch hochagile Traberstute selber etwas, als auch die beiden Besitzerinnen. Und wie Recht sie alle behielten: Wie gut es Samasti seit Jahren ergeht, belegt diese Pferdegeschichte mit ihren regelmäßigen Updates. Auch im August 2007 gibt es wieder Neuigkeiten über Samasti:

Wir sind mit Samasti wieder umgezogen. Auf eine wunderschöne Wiese. Denn im ursprünglichen Stall kamen die Pferde fast gar nicht mehr an die frische Luft und ich merkte: Samasti war total unglücklich. Jeden Tag in der Box, kaum Heu. Und da hatten wir ganz schnell die neueste Entscheidung getroffen: Sie müsse dort weg, denn da fühlt sie sich nicht wohl. Gesagt, getan. Wir haben eine riesige Wiese gefunden, wo mein Mann eine Hütte errichtete. Und zwei Wochen später sind wir dort eingezogen: Samasti und noch ein Pony aus ihrem alten Stall.

Traberstute Samasti und Batidor

Gut, dass Petra und Laura ihre alte Pferdedame nicht von "diesen Leiden" erlöst haben: Samasti (links im Bild) lebt nun auf eine großen Wiese in freier Natur.

Traberstute Samasti und Batidor

Könnte sich nochmals als "Jungbrunnen" für die betagte Traberstute Samasti erweisen: Ihr neuer agiler Freund Batidor (leider nur von hinten).

Sie hat sich sofort dort unübersehbar wohl gefühlt: Das Erste, was sie tat – sie legte sich erst mal hin und hat sich ausgiebig gewälzt. Jetzt sind wir schon fast zwei Monate dort, und Samasti hat inzwischen (gewohnt hartnäckig) entschieden, dass auch abends die Boxentüre offen zu bleiben habe. Sie kann jetzt also 24 Stunden raus und rein, wann immer sie möchte. Und das Recht lässt sie sich auch nicht mehr nehmen: Letzte Woche mussten wir sie und ihre Ponyfreundin mal für ein paar Minuten in die Box sperren, um die Wiese abzustecken. Mein Gott, ich befürchtete schon, sie würde vor Wut die ganze Box zerlegen. Samasti wollte partout, dass die Tür wieder geöffnet wird: Denn ... eingesperrt war sie lange genug.

Also wir alle hier in unserer Familie sind überglücklich, dass wir diese neuen Veränderungen eingeleitet haben. Denn Samasti geht es gut, sehr gut. Und unlängst bekam sie noch einen weiteren Kumpel dazu, denn ein neues Pferd ist in unsere Familie eingezogen: Batidor. Es bleibt also weiter spannend in Samastis Leben...

(Petra Zikmund, im August 2007)



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Update II:
Freudiges Wiedersehen nach einem Vierteljahrhundert!

Ich wollte nur mal kurz berichten, dass Samasti mittlerweile schon 28 Jahre alt geworden ist. Und sich dank der Pferdeglückseite und dem Bericht über Samasti jetzt sogar der ehemalige Züchter gemeldet hat! Vielmehr durch Zufall ist die Tochter des Züchters auf diese Seite gestoßen und hat mich angemailt. Sie hat ihren Eltern davon erzählt, dass Samasti noch lebe und dass es ihr gut gehe. Und prompt haben wir jede Menge Bilder von ihr als Fohlen und als Mutter bekommen. Und was noch viel schöner ist: Er hat uns, bzw. vielmehr Samasti besucht!

Blick in das alte Fotoalbum von Samastis Züchter:


Samasti als Fohlen

Züchter und "Klein-Samasti": Nach rund zwei Jahrzehnten sahen sich Beide – dank der Pferdegeschichte auf www.pferdeglueck.de – nun wieder.

Samasti als Fohlen

Wie schnell doch die Zeit verrinnt: Mehr als ein Vierteljahrhundert ist diese Aufnahme nun schon alt!

Samasti als Fohlen

Samasti lebte schon damals nach dem Motto: "Wärme, Mäßigkeit und Ruh' macht dem Arzt die Türe zu!"

Samasti als Fohlen

Pferde haben ein enormes Gedächtnis: Auch ihren Züchter erkannte Samasti nach all den Jahren wieder.


Ich bin davon überzeugt, dass Samasti ihren Züchter gleich wiedererkannt hat! Sie schmust sonst nie mit Anderen, außer mit Laura, und sie hat sich richtig an ihn geschmiegt. Ich fand das ganz toll. Und Samasti geht es prima! Es hat sich bis jetzt nicht viel verändert. Laura geht weiterhin mit ihr regelmäßig spazieren. Samasti tritt regelmäßig, wenn es ihr nicht schnell genug geht, die Boxentür ein. Wälzt sich im Dreck. Und demnächst müssen wir auch mit ihr umziehen. Der gesamte Stall zieht um, da der Hof verkauft wurde. Schöner wäre es, wenn ich für Samasti einen Hänger bekommen könnte, aus dem sie vorwärts aussteigen könnte. Aber alle meinen, sie schaffe das mit ihren Beinen auch noch rückwärts – so wie sie sich im Moment benimmt.

Auch die jenigen die sich damals den Mund zerrissen und baldige "Erlösung für Samasti" wärmstens empfohlen hatten (siehe komplette Pferdegeschichte weiter unten), mussten inzwischen zugeben, dass sie Unrecht hatten. Und das freut uns umso mehr. Das was wir entschieden haben, das war genau richtig. Wir würden auch immer wieder so entscheiden. Und ich hoffe das Samasti uns noch lange so viel Freude bereitet.

(Petra Zikmund, im April 2007)



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Update I:
Wie ging's Samasti im April 2006?

Also Samasti ist am 20. März 2006 stolze 27 Jahre alt geworden. Ja, sie gibt es immer noch. Wir gehen jeden Tag fleißig spazieren und wenn wir ältere Fußgänger treffen, drehen sie sich manchmal nach Samasti um und fragen, warum sie denn so komisch gehe. Ich erkläre es ihnen dann immer ganz nett und höre dann auch immer: "Ja, ja: Wie bei uns im Alter! Und wir freuen uns auch noch auf jeden weiteren Lebenstag!" Selten gibt es welche, die meinen, man müßte dem ein Ende bereiten. Aber dann gehen wir immer ganz schnell weiter. Manchmal trabt sie dann auch noch neben mir, als wollte sie sagen: "Komm', schnell weg hier, der ist b....."

Manchmal höre ich von jenen, die Samasti im Stall rausbringen, dass Samasti, wenn sie nicht schnell genug raus geholt wird, "Halfter-Weitwurf" betreibt. Sie schnappt sich dann ihr Halfter, was an ihrer Boxentür hängt, und wirft es vor Wut bis in die Hofmitte und trabt dann schließlich ganz eilig mit demjenigen, der sie rausführt, zum Paddock. Es steckt also noch eine ganze Menge Leben und ... Lebenswille in ihr!

(Laura Zikmund, im April 2006)



Hier die ganze Geschichte von Samasti:

Pferd Samasti
Alles fing damit an, dass wir zufällig mit dem Fahrrad an unserem jetzigen Stall vorbei fuhren. Wir hielten an, gingen auf den Hof und fragten die Stallbesitzerin, ob nicht jemand eine Reitbeteiligung suche. Und siehe da, sie konnte uns auch ein Pferd zeigen: Samasti. Meine Tochter – damals 10 Jahre alt – war sofort begeistert von dieser Stute. Samasti war damals schon betagte 20 Jahre alt. Eine Traberstute, mit der sechs Jahre lang Rennen gefahren wurden. Danach wurde sie als Zuchtstute eingesetzt und bekam 6 Fohlen. Es folgten fünf Jahre in einem Reitschulbetrieb. Schließlich kaufte sie ein junges Mädchen und setzte sie für das Freizeitreiten ein. Und es war dieses Mädchen, das eben jene Reitbeteiligung suchte. Sie fand diese Beteiligung in meiner Tochter Laura, und damit fängt die eigentliche Geschichte an.

Am Anfang testete Samasti unsere Tochter Laura noch aus. Sie riss z. B. den Kopf hoch, wenn sie aufgetrenst werden sollte, blieb nicht ruhig stehen usw. Wenn Laura mit ihr ausreiten wollte, ging sie erst gar nicht vom Hof. Nach ein paar Wochen hatte sich auch das gelegt. Doch dann entwickelte Samasti wieder neue Eigenheiten: Meinte, wenn sie keine Lust mehr hatte, einfach wieder zurück zum Hof laufen zu können. Das Ganze zog sich so etwas mehr als ein Jahr lang hin. Dann endlich konnte Laura ihre Ausritte mit ihr richtig genießen. Das Einzige, was die Freude mit ihr ab und zu trübte, war, dass Samasti hin und wieder lahmte. Die damalige Besitzerin hatte zwar deshalb schon mal einen Tierarzt nachschauen lassen, aber die Ursachen der Lahmheit wurden nie richtig abgeklärt. Man muss ergänzend bemerken, dass die damalige Besitzerin sich generell recht wenig um ihr Pferd gekümmert hatte. Wenn sie Stress hatte, kam sie in den Stall, setzte sich auf Samasti – ob sie lahmte oder nicht – und ging mit ihr ins Gelände. Meinte dann oft noch lapidar, dass sie "... ja recht eierig laufe..." und das war es dann. Manchmal besuchte sie ein halbes Jahr lang überhaupt nicht ihr Pferd.
Pferd Samasti
Dann kam jener Tag, an dem mein Handy klingelte. Die Besitzerin! Sie erklärte, sie könne sich Samasti nicht mehr leisten: Entweder würden wir sie nehmen oder sie müsse zum Schlachter. Das war Ende 2002. Was nun? Also klärten wir zu Hause mit der Familie ab, ob wir uns ein Pferd überhaupt leisten könnten und . . . übernahmen dann Samasti im Februar 2003. Die Stallbesitzerin riet uns davon ab, ein "so altes Pferd" zu übernehmen: Das würde nur enorme Folgekosten verursachen usw. Doch für uns stand endgültig fest: Samasti sollte nicht beim Schlachter enden! Einige Monate später, ausgerechnet eine Woche vor unserem Sommerurlaub, fing Samasti an zu lahmen: Sie ging nur noch auf drei Beinen. Es wurde ein durch und durch trauriger Urlaub. Zum Glück: Es gab nette Leute im Stall, die sich in dieser Zeit um Samasti kümmerten. Nach zwei Wochen, als wir aus dem Urlaub kamen, ging es ihr immer noch nicht besser. Wir waren verzweifelt. Tierarzt holen oder sofort zur . . . Klinik? Doch apropos Klinik: Wie würden die uns wohl empfangen, wenn wir dort mit einem so alten "Patienten" auftauchen? Doch es kam ganz anders: Ich kann nur sagen, dass ich noch nie so viele nette Leute auf einmal angetroffen habe.

In der Klinik Dr. Cronau in Bochum waren alle sehr, sehr nett, zuvorkommend und umsorgten Samasti dort, dass es eine Wonne war. Sie fühlte sich sichtlich wohl. Man stellte dort dann Podotrochlose fest: Eine chronische Entzündung der Hufrolle. Der Tierarzt erklärte meiner Tochter alles ganz genau, was das sei und in welchem Umfang sie ihr Pferd theoretisch noch belasten könne. Die tatsächliche Belastungsgrenze müsse Laura selber herausfinden: Das Pferd werde ihr schon rechtzeitig signalisieren, wann es zu viel sei. In der Klinik bekam Samasti einen speziellen Hufbeschlag und entsprechende Medikamente.
Pferd Samasti
Zeitgleich hörten wir erstmals etwas von Ingwer und den bekam sie auch prompt. Nach ein paar Tagen zu Hause lief Samasti, als wenn nie etwas vorgefallen wäre. Sie rannte schneller als der Wind über Wiesen und Felder mit meiner Tochter: Es war herrlich, das zu beobachten. Der Ingwer war einfach Spitze; Samasti fraß ihn augenscheinlich gerne, verschmähte aber die Heucobs, in die wir den Ingwer einweichten. Doch das war nicht weiter schlimm. Laura und Samasti hatten wieder so viel Spaß miteinander; die Stute vertraute inzwischen meiner Tochter blind. Wenn Laura stehen blieb, blieb Samasti stehen. Wenn Laura nach ihr rief, kam sie angelaufen wie ein treues Hündchen. Wenn wir mit dem Auto auf den Hof fuhren, trat Samasti schon ungeduldig und erwartungsfroh gegen die Boxentür.

Es war leider nur sehr schwer, in unserer Umgebung einen passenden Hufschmied zu finden, der genau so perfekte Hufkorrekturen hinbekam wie damals der Klinik-Hufschmied. Drei Schmiede versuchten ihr Glück, Niemand schaffte es. Der dritte Hufschmied versagte schließlich komplett. Der Schmied hatte eh kein Händchen für ältere Pferde, meinte sogar, dass Samasti ohnehin keinen kompletten Beschlag mehr brauche. Kurzerhand wurde nur noch herumgeraspelt anstatt solide zu beschlagen. Samasti hatte seit ihrer Geburt hinten rechts ein schräges Bein. Doch anstatt dies auszugleichen, stellte der Schmied das Pferd noch schräger: Nun lief sie erst richtig schlecht!
Pferd Samasti
Verzweifelt suchten wir einen weiteren Hufschmied und fanden ihn im Internet – ein Glücksgriff: Er kam, sah und siegte. Er kümmerte sich rührend um Samasti, versuchte, alles wieder in die Reihe zu kriegen, was mehr als schwierig war. Er kommt schon bald wieder und versucht sein Glück erneut. Doch Samasti kann ohnehin inzwischen nicht mehr geritten werden. Im Juni 2005 trat ein schwerer Arthrose-Schub auf, so dass wir erneut den Tierarzt holten. Dieser schockierte uns mit der Nachricht, dass Samasti eingeschläfert werden müsse, wenn das verabreichte Medikament nicht anschlagen würde. Doch er hatte nicht mit dem unerschütterlichen Lebenswillen von Samasti gerechnet! Wir konsultierten einen weiteren Tierarzt.

Dieser Arzt diagnostizierte vielmehr Spat und glaubte nicht, dass Samasti unter Schmerzen leiden würde. Denn Spat verknöchere, wäre zwar ein mechanisches Problem für die Stute, aber kein Schmerzproblem. Außerdem sähe Samasti für ihre stolzen 26 Jahren noch sehr gut aus, was man allein am guten Fellzustand sehen könne. Der Ingwer würde wohl auch einen erstaunlichen Beitrag leisten. Dass Traber ein solch biblisches Alter erreichten, sei ohnehin ungewöhnlich. Wenn es Zeit wäre, zu gehen, würde uns das Samasti schon selber signalisieren.

Doch Samasti denkt nicht daran: Sie ist keck und frech, galoppiert mit den anderen Pferden über Wiesen und genießt das Leben, das man ihr noch schenkt. Wer Samasti nicht kennt, mag das anders sehen. Natürlich gibt es Leute bei uns im Stall, die unterstellen Samasti Schmerzen: Wir sollten das Pferd "von ihren Leiden erlösen", tönt es aus vielen Ecken. Wir haben diese endlosen Debatten längst beendet, wir brauchen unsere ganze Kraft jetzt für Samasti. Ob es dem Pferd wirklich schlecht geht, das kann letztlich nur der Besitzer selber ertasten, der eine enge und intensive Beziehung zu seinem Tier hat.
Pferd Samasti
Für Laura ist es inzwischen längst nicht mehr bedeutsam, ob Samasti geritten werden könne oder nicht. Für Laura ist es wichtig, dass es Samasti gut geht. Jeden Tag geht sie in den Stall, putzt Laura ausgiebig, schmust mit ihr und macht jeden zweiten Tag einen Spaziergang mit ihr. Sie hat Samasti eine schöne neue warme Winterdecke gekauft, weil, wie der Tierarzt ihr riet, ältere Pferde im Winter eingedeckt werden sollten: Diese Pferde würden sonst zu viel Energie verbrauchen und dadurch extrem an Gewicht verlieren. Wintergamaschen haben wir auch spendiert. – Nun muss sich zeigen, was der Winter bringt. Samasti hat noch Freude am Leben, das ist unübersehbar. Und diese Freude wollen wir ihr, so lange es geht, erhalten.

Laura macht jeden Tag Fotos von ihr, damit wir einmal bleibende Erinnerungen haben werden von unserem unvergesslichen Pferd. Laura meinte einmal, dass an Tagen, an denen es ihr schlecht ginge, umgekehrt Samasti ihr helfen würde. Fragt man uns heute, ob wir das alles noch einmal auf uns nehmen, noch einmal ein altes Pferd übernehmen würden, mit all den Kosten, all den Sorgen, so antworten wir stets mit einem eindeutigen: "Ja!" Es geht sicher vielen Anderen wie uns. Daher die Aufmunterung: Lasst Euch nicht unterkriegen; kämpft entgegen allen Anfeindungen der sogenannten "Experten" zusammen mit Eurem Pferd für jeden gemeinsamen Tag, entscheidet selber, wann der Lebensweg Eures Pferdes eventuell zu Ende geht.

Wir wissen, Samasti wird uns eines Tages bei dieser schwierigsten Entscheidung helfen! Sie wird uns, wenn diese Stunde gekommen ist, in ihrer frechen und kecken Art eindeutig zeigen und sagen: "So, nun ist Schluss, mein Weg ist zu Ende!" Und dann werden wir Samastis letzte Entscheidung auch respektieren.
  
maillogo

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