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Stichwort: Pferd und Ingwer

Setzt Ingwer beim Immunsystem an?

Der große Erfahrungsbericht: Ingwer in der Tierheilpraxis

Von Claudia Nehls

Seit meinem ersten Feedback vor gut einem Jahr hat sich einiges getan: Wir nehmen in unserem Zentrum für ganzheitliche Tierheilkunde Pferde mit verschiedenen Erkrankungen stationär auf, beherbergen Gnadenbrotpferde de Luxé und nehmen auch dank der für Pferde optimalen Lebensumstände Pferde zum Kur- und Erholungsurlaub auf. Die Pferde, die stationär aufgenommen werden, sind in der Regel veterinärmedizinisch austherapiert und meine Therapie ist – wie bei uns Tierheilpraktikern üblich – die letzte Chance.

Dieser Umstand und meine Berufung als Tierheilpraktikerin zwingt mich, alles nur Erdenkliche in kürzester Zeit zu erreichen, da die Pferde bei erfolgloser Therapie dem Tod und nicht dem Leben nahe stehen. Darüber hinaus therapiere ich weiterhin Hunde, Katzen und Pferde ambulant! Will sagen, ich hatte ein sehr breit gefächertes Einsatzgebiet für meine Versuche mit Ingwer und dieses lag bei weitem nicht nur in Störungen der Funktionalität des Bewegungsapparates.

Bubi litt sogar an Krebs

Ich setzte Ingwer bei meinen eigenen Pferden: 2 Haflingerfohlen, 1 Vollblut-Isländer-Mix, 1 Haflingerin und meinem Pony von fast 31 Jahren über die gesamte Zeit (das müsste knapp 1 Jahr sein) ein! Die beeindruckendste Erfahrung für mich war, dass mein altes Pony, was seit mehreren Jahren an Krebs litt (wurde bereits 1997 diagnostiziert), dementsprechend schlechte Blutwerte aufwies und durch die auszehrende Erkrankung bedingt sehr schlank war, nach ca. 5 Monaten der Ingwerfütterung enorm zunahm. Das war für mich das größte Wunder! Bubi war bis auf einige Stunden vor seiner Erlösung bei gutem Allgemeinbefinden und bester Figur. Das führe ich in großem Maße auf die Ingwerfütterung, welche den Empfehlungen nach übrigens stark überdosiert war (Bubi wog ca. 350 kg bei 1,39 Größe und bekam ca. 60 Gramm Ingwer täglich) zurück. Er hatte in den letzten 4 Jahren einen enormen Futterbedarf, ca. 20 Liter täglich, und war durchweg sehr schlank, jedoch nicht unterernährt.

Nach ca. fünf Monaten der hochdosierten Ingwerfütterung nahm er – bei gleichem Futter – enorm zu, ich schätze um die 40 kg, was ich ganz eindeutig auf die positive Wirkung des Ingwers auf den Intestinal- und Digestionstrakt zurückführe. Wenn man bedenkt, dass im Darmraum ca. 80 % der Immunzellen angesiedelt sind, was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Darm fast das ganze Immunsystem – übrigens von Tier und Mensch – ausmacht und eine funktionierende Darmsymbiose = Lebensgemeinschaft der Darmbakterien einen somit unschätzbaren Wert auf das Immunsystem hat, wird meiner Erfahrung nach durch Ingwer die Darmflora reguliert bzw. erfolgt wohl selbst bei schwersten Erkrankungen eine stark positive Wirkung auf das Immunsystem.

Danjou war austherapiert

Bei Pferden kann eine Krebserkrankung homöopathisch sowie auch veterinärmedizinisch, im ersteren Fall meines Erachtens schon den Verfall hinauszögernd, im letzteren Fall gar nicht, nur unzureichend therapiert werden. Man hat lediglich die Möglichkeit, das Immunsystem, sprich den Darm, zu stärken, wozu Ingwer offensichtlich gut geeignet ist. Selbstverständlich ist es nicht allein mit Ingwer getan, die Fütterung allgemein hat hier einen wesentlichen Einfluss, jedoch denke ich, dass der entscheidende zusätzliche Faktor bei Bubi der Ingwer in Hochdosierung war.

Da über 80 % der Immunzellen im Darmraum angesiedelt sind, liegt hier der Schlüssel zur Überreaktion (= Allergie) des Immunsystems. Allergene werden überwiegend durch den Darm ausgeschieden und abgebaut. Ist der Abbau der Allergene durch Störungen im Darmtrakt nicht mehr in vollem Umfange möglich, übernimmt die Haut des Pferdes teilweise diese Aufgabe. Störungen der Symbiose (Lebensgemeinschaft der Darmbakterien) und Ungleichgewichte im Darmraum können bereits bei heranwachsenden Pferden entstehen (z. B. durch die Verfütterung zu großer Mengen Protein). Diesen Proteinüberschuss kann das Magen-Darm-System nicht gänzlich abbauen, was zu einer Veränderung der Balance zugunsten einer vermehrten Ansiedlung von Hefen und Pilzen führt und damit zu einer Dysbiose und Bildung giftiger Stoffwechselprodukte.

Zu den Fohlen Attilla und Sunny ist zu sagen, dass beide bester Gesundheit sind und die Fütterung naturbelassen gestaltet wird und beide täglich eine kleine Menge Ingwer erhalten! Auch Danjou, der Vollblut-Isi Mix, und Sina erfreuen sich bester Gesundheit. Danjou hatte vor Jahren Kissing-Spines, eine Therapie erschien aussichtslos, gelang mir dann aber doch; er ist bis heute symptomfrei und erhält inzwischen keinerlei homöopathische Medikamente. Ich gehe auch bei ihm davon aus, dass Ingwer stark zu seiner Symptomfreiheit beiträgt, da er weiterhin keine Medikamente bekommt. Allerdings füttere ich ihm eine Kräutermischung mit Ingwer, s. u.. Sina ist erfolgreich therapierte Sommerekzemerin und hat eine Disposition zur Hufrehe, durch ihre Stellung zeigt sie allerlei Dispositionen für verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates, beispielsweise Spat, Podotrochlose und Arthrose.

Therapie muss bei der Ernährung ansetzen

Eine Therapie muss auf eine Regulation der überschießenden Reaktion des Immunsystems abzielen. Auf den Darmraum und hiermit also über 80% der Immunzellen hat selbstverständlich die Ernähung den größten Einfluss. Daher ist die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen Therapie, die Ernährung eines disponierten oder erkrankten Pferdes so optimal wie nur möglich zu gestalten. Eine bedarfsgerechte Ernährung ist die Grundvoraussetzung jeder erfolgreichen Therapie des Sommerekzems. Hier muss also in jedem Fall der Grundstock des therapeutischen Eingreifens gelegt werden. Ohne Beachtung einer optimalen Nährstoffzuführung wird jede Therapie zum Scheitern verurteilt sein: Fütterungsbedingte Prädispositionen sind: Vitamin-, Mineralstoff-, Spurenelementüber- bzw. Unterversorgung, Imbalancen im Nährstoffhaushalt, Rohfasermangel, Eiweiß-/Energieüberversorgung.

Haflinger im Schnee
Bei Claudia Nehls schwören inzwischen alle Pferde auf Ingwer.

Beide Pferde erhalten täglich Ingwer und es sind bisher keinerlei Dispositionen bzw. vorhandene Erkrankungen makroskopisch wahrzunehmen. Bei meinen ambulanten Patienten wurde Ingwer hauptsächlich zur Darmsanierung, bei Kotwasser und Durchfällen sowie verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Je nach Schwere und Lagerung der Erkrankung wurden zusätzlich oder im Vorfeld weitere Kräuter und Pflanzen oder auch isopathische und hömöopathische Medikamente eingesetzt.

Allen Patienten-Haltern fielen stark positive Veränderungen durch den Einsatz von Ingwer auf und die, die mit der Fütterung des Ingwers begonnen haben, behalten diese noch immer bei, was meiner Erfahrung nach ein gutes Zeichen für Erfolge ist, die manchmal ja auch nur intuitiv wahrnehmbar sind! Handelte es sich nicht um Gelenkerkrankungen, setzte ich eine Kräutermischung aus Gingko, Teufelskralle, Weidenrinde und geschnittenem Ingwer ein, so beispielsweise bei Arthrosen unterschiedlicher Genese bei Hund und Pferd.

Die Entwicklung der Kräutermischung "Lauf-Fit" entstand aus der Ingwer-Testung, da ich nach einiger Zeit feststellte, dass die Fütterung von Ingwer allein hier keine zufriedenstellenden Resultate brachte, was mit "Lauf-Fit" dann gelang. Meine Erfahrung diesbezüglich besagt, dass Ingwer auch gut neben anderen Kräutern eingesetzt werden kann und auch hier sicher zum Erfolg der Symptomfreiheit, beispielsweise von Arthrosen (hierüber berichtet auch eine Dame bei ihren Hunden im Gästebuch/Forum) beiträgt.

Pferd
Dieses Pferd kam mit chronischer Sehnenscheiden-Entzündung in die Praxis.

Gute Resultate erlangte ich auch bei einer stationären Aufnahme einer beidseitigen die Vorderextremitäten betreffenden chronischen bzw. rezidivierenden Sehnenscheidenentzündung eines Pferdes, welche seit zwei Jahren bestand. Nach ½ Jahr Therapie inklusive Ingwer war dieses Pferd wieder voll einsatzfähig und ist es bis heute geblieben, was nach zwei Jahren erfolgloser Therapie ein sehr guter Erfolg ist! Bei COP massivsten Grades setzte ich übrigens auch begleitend in der Fütterung Ingwer ein, hier hauptsächlich zur Kräftigung und als sogenanntes „Bakterien tötendes“ Mittel, da erfahrungsgemäß immer Staphylococcus und Streptococcus begleitend erscheinen. Hier war der therapeutische Erfolg eines vor dem Lungenemphysem/Dämpfigkeit stehenden und somit zum Tode verurteilten Ponys phänomenal, wozu Ingwer sicher auch in der Gesamtheit, d. h. in der ganzheitlichen Therapie beigetragen hat. Das Pony wurde nach 4 Wochen (!) symptomfrei entlassen!

Ingwer gezielt in Hochdosierung

Ich persönlich habe Ingwer übrigens immer in Überdosierung eingesetzt, alle Pferde, von denen ich berichte, haben täglich 60 Gramm – ca. – Ingwer bekommen. Die Patientenhalter der ambulanten Therapien haben den Ingwer nach Vorgabe Dr. Brosigs eingesetzt. Meine Erfahrung diesbezüglich: Ingwer kann dem Grunde nach nicht überdosiert werden! Akzeptanzprobleme hatte ich oft, mein Tipp: Ingwer in Heucopps, Rübenschnitzel oder – ich bin kein Freund davon, aber es wird trotzdem gefüttert: in Mash. Selbst schwierige und mäklige Fresser fressen so ihren Ingwer in Höchstdosierung. Bei weniger empfindlichen Pferden kann man Ingwer in jedes Futtermittel einbeziehen (bei Hafis beispielsweise).

Ganz allgemein kann ich sagen, dass ich Ingwer als ein ausgezeichnetes Kräftigungsmittel bei allen Pferden betrachte, was sich wohl durch die positive Wirkung auf das Immunsystem erklären lässt. Auch bei unseren Gnadenbrotpferden kann ich immer wieder beobachten, dass Ingwer gute Dienste leistet! Zusammenfassend stelle ich fest, dass Ingwer in der Fütterung von Pferden und Hunden viele positive Resultate erzielt und als empfehlenswert angesehen werden kann. Auch wenn mir vielleicht der "absolute Ingwererfolg" in kürzester Zeit nicht gelang bei meinen vierbeinigen Patienten bin ich doch zum Ingwer-Fan geworden und werde ihn weiterhin – je nach Erkrankung – allein oder begleitend einsetzen.

Pferd
Atti und Sunny im Pferde-Paradies: Auch dank täglicher Ingwer-Gaben.

Ich möchte auch davor warnen, dass manch einer denkt, mit Ingwer ließe sich so mancher Fehler ausbügeln: eine pferdegerechte naturgemäße Fütterung und Haltung sind wir unseren Pferden schuldig – mit oder ohne Ingwer! Kurz möchte ich noch auf die Auffassungen zur Fütterung unserer Pferde von Dr. Brosig eingehen, die ich uneingeschränkt teile. Unsere Pferde sollten ausschließlich naturgemäß ernährt werden ohne synthetische „Beigaben“. Ich denke, unerwünschte Beigaben im Pferdefutter gibt es eh genug, man denke nur an Dünger und Pestizide.

Zum Selen kann ich sagen, dass die Werte überhaupt nicht nachvollziehbar sind, die bei unseren Pferden als "Normalwert" gelten, da die einzige Untersuchung bei Trabern auf der Bahn stattfand. Dass ein Vollblüter nicht zwingend die gleichen Werte aufweist wie ein Shetty, Hafi oder Kaltblut, versteht sich wohl von selbst. Meiner Erfahrung nach sind die Werte bei Weitem zu hoch angesetzt und meiner Erfahrung nach sind zumindest die Böden, auf denen meine Pferde stehen bzw. standen (wir zogen in den letzten Jahren weiträumig um: Sprockhövel/Wuppertal/Solingen/Breckerfeld/Bad Driburg) immer selenhaltig gewesen. Die oft propagierte Selenarmut habe ich noch nicht erfahren. Jedoch hatten alle meine Pferde bereits eine Selenvergiftung, die – damals ohne Sachkenntnis – durch „normales Pferdefutter“ und Weidehaltung ausgelöst wurde.

Dies war für mich der Grund, mich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen und eine Dissertation (es gab damals – 1997 – nur eine und inzwischen wohl auch nicht noch andere) anzufordern (daher meine Sachkenntnis, die ich mir damals zwingend aneignen musste, denn meine Pferde sollten überleben)! Auch in der Praxis werden mir mehr Pferde mit Selenüberschuss als Mangel vorgestellt! Über die Pferdefütterung habe ich übrigens schon mehrere Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht, die man aktuell im Shop meiner Homepage finden bzw. bei mir mit Mail anfordern kann.

 
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