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Stichwort: Cushing und Hufrehe

Die lange Leidensgeschichte von Pony Hexe

Erst nach einem Jahr sah die Besitzerin endlich wieder "Licht am Ende des Tunnels"

Von Claudia Nehls und Ingrid Gödde

In diesem Fachartikel wird diesmal das erschütternde Tagebuch der Besitzerin von "Hexe" veröffentlicht. Für Hexe kam es knüppeldick: Schwerste Hufrehe, flankiert vom Cushing-Syndrom.

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Exkurs zum Cushing-Syndrom

Das Cushing-Syndrom (Überfunktion der Nebennierenrinde) bezeichnet ein Erkrankungsbild, dem ein Überangebot an endogenem (endogen = innerlich) Cortisol oder exogenem (exogen = äußerlich bzw. zugeführtem) Glucocorticoid (= Cortison) zugrunde liegt. Ursachen des erhöhten Glucocorticoidspiegels sind beispielsweise: Nebennierenrinden Adenome und Karzinome (dies ist die primäre Überfunktion), Nebennierenrinden Hyperplasie als Folge einer verstärkten ACTH-Sekretion der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) von ektopischen ACTH-produzierenden Tumoren oder der Verabreichung hoher Dosen von ACTH (sekundäre Überfunktion) sowie die exogene Zufuhr von Glucocoricoiden (also Cortison).

Symptomatik:
Muskelatrophie und Muskelschwäche, in deren Folge Senkrücken und Hängebauch, schnelle Ermüdung, ataktischer Gang, Osteoporose, Spontanfrakturen, langes, wellig-zotteliges Fell, dass im Frühjahr nicht abgestoßen wird bzw. schnell übermäßig nachwächst, allgemeine Problematik beim Fellwechsel, infolge der Immunsuppression sind Pyodermien und häufige Infektionskrankheiten zu beobachten, Wundheilung verzögert, Polydipsie, die durch eine Polyurie verursacht wird, Gewichtsverlust, häufig treffen wir rezidivierende Infekte an, Hufrehe mit immer wiederkehrenden Schüben.

Die Analyse
umfasst die Testung sämtlicher für das Tier relevanter Parameter, eine Futtermittelempfehlung sowie die Austestung geeigneter homöopathischer, phytotherapeutischer bzw. isopathischer Mittel, abgestimmt auf die festgestellten Störungen und Ungleichgewichte sowie eine Therapieempfehlung individuell ermittelter naturheilkundlicher Mittel. Eine homöopathisch-energetische Therapie ist nur dann wirkungsvoll, wenn die Mittel individuell auf das gestörte Biofeld abgestimmt werden. In jedem anderen Fall sind sie von geringer Wirkung. Die Biofeld-Analyse gibt Aufschluss über Störungen des Organismus, bringt Symptom und Ursache in Zusammenhang und ermöglicht auf diese Weise eine ursächliche Therapiemöglichkeit im Sinne der Ganzheitlichkeit mit natürlichen und nebenwirkungsfreien Mitteln. Die Biofeld-Analyse ist bei allen Tierarten und Lebewesen anwendbar! Die Aussagen basieren nicht auf klinischen Parametern und sind nicht mit diesen zu vergleichen.

Diagnostik:
Anamnestische und klinische Befunderhebung geben erste Hinweise für die Diagnose, Laboruntersuchungen: Feststellbar ist bei Cushing eine Hyperglykämie mit sehr hohen Glucosewerten, eine Glukosurie und eine Hyperinsulinämie, Eosinopenie, Neutrophilie, Lymhopenie sowie manchmal auch eine leichte Anämie, Cortisolspiegel ist dauernd erhöht! Vorsicht: Der Cortisolspiegel ist auch bei Aufregung (beispielsweise durch die tierärztliche Untersuchung) erhöht, daher ist dieser eine Wert meist nicht genügend aussagekräftig! Eine Absicherung der Diagnose wird durch den Dexamethason-Hemmtest erreicht - da Dexamethason ein Cortison ist, halte ich diesen Test bezüglich der Auslösung einer Hufrehe-Erkrankung jedoch nicht für ungefährlich und rate, die Diagnose durch andere Laboruntersuchungen abzusichern. – Die Prognose bei Hexe ist ungünstig!

Therapie:
Pergolid (Permax) und Cyproheptadin (Nuran), weiterhin müssen die Folgekrankheiten therapiert werden, wie beispielsweise im Verlauf die Hufrehe-Erkrankung und auftretende Infekte; die Fütterung muss zwingend auf die Erkrankung abgestellt werden, dies gilt insbesondere für den Verzicht auf Glucose im Futter!

Das Tagebuch über Hexe

Alles fängt im August 2004 an. Meine Tochter und unsere Reitbeteiligung haben am Sonntag einen ganz normalen zweistündigen Ausritt gemacht, am Montag Abend kommt Hexe etwas klamm aus der Box. Wir denken, sie hat evtl. einen Muskelkater oder sie hat wieder etwas Probleme mit ihren Nieren. Sie hat sich dann schnell wieder eingelaufen und war munter wie immer. Dienstag dann das gleiche Spiel. Hier beginnen nun die Tagebuch-Aufzeichnungen:

11. August 2004
Hexe geht heute noch klammer wie gestern. Wir rufen lieber Dr. H. an, er soll sie sich anschauen. Er kommt auch und meint, sie hätte einen Muskelkater und spritzt sie
13. August 2004
Hexe geht's immer schlechter, sie mag nicht mehr laufen. Keine heißen Hufe, keine Pulsation an den Hufen. Also wieder Dr. H. anrufen. Wir lassen zusätzlich Blut und Urin abnehmen, vielleicht hat sie Probleme mit den Nieren. Weitere zwei Spritzen sind fällig.
16. August 2004
Jetzt kommt auch noch erhöhte Temperatur dazu, außerdem ist Milch eingeschossen, wir rufen wieder Dr. H. an, dieses mal kommt Dr. J., okay vielleicht findet der raus, was Hexe fehlt. Inzwischen geht sie nur noch das notwendigste. Sie bekommt wieder 2 Spritzen, auf unsere Frage, was es sein könnte: Achselzucken
17. August 2004
Morgens und Abends sollen wir Hexe abmelken, es tut ihr sichtlich gut, wenn die Milch rauskommt. Wir fangen in einem sauberen Behälter einen Teil auf, wir wollen sie untersuchen lassen. Evtl. finden man dort irgendwas
18. August 2004
Es geht ihr immer schlechter, Dr. J kommt wieder und gibt ihr eine Spritze. Wir sollen trotz allem versuchen mit ihr ein paar Schritte zugehen.
19. August 2004
Wieder sind Spritzen fällig und es wird nicht besser
20. August 2004
Es wird einfach nicht besser, wir rätseln immer noch, was es noch sein könnte, sie bekommt wieder ein paar Spritzen, wieder Equipalazonebeutel
21. August 2004
Wir haben einen Termin mit Frau Dr. W. vereinbart, sie als führende Homöopathin weiß vielleicht noch einen Rat. Sie kommt, untersucht Hexe sehr lange, sehr genau und meint. Sie hat irgend eine Infektion und beginnende Hufrehe. Wir sollen die Box von Hexe mit Spänen einstreuen, davon die eine Hälfte unter Wasser setzten, damit sie selber entscheiden kann, ob sie im kühlen, feuchten Einstreu stehen will oder im trockenen, täglich 2-3 mal die Beine mit kalten Wasser abspritzen. Dann bekommt Hexe eine Akupunktur und wir eine saftige Rechnung. Wir überlegen das erste Mal, ob es nicht besser wäre, Hexe von ihren Leiden zu erlösen
23. August 2004
Unser Schmied war da, wir haben die alten Eisen runter gemacht, er kann an den Hufen nichts von einer Hufrehe erkennen, sie steht auch auf allen vier Beinen, nur ihr Gang ist sehr steif. Vorsorglich lassen wir ihr einen Rehebeschlag machen
27. August 2004
Frau Dr. W. kommt wieder, sie meint es schaut doch schon besser aus (wir können nichts feststellen, ganz im Gegenteil) und setzt wieder ihre Akupunkturnadeln. Sie nimmt auch noch Blut und möchte daheim einiges austesten. Soll sie morgen anrufen, dann kann sie mir schon mehr sagen
28. August 2004
Ich fahre zu Frau Dr. W. und hole eine ganze Ladung an Medikamente. Da ein paar Tröpfchen, da ein paar Globoli, da eine kleine Spritze. Wir machen alles, Hauptsache Hexe ist damit geholfen (nur leider sehen wir überhaupt keine Besserung.


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Eine Chronologie der Hufe

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 19. Februar 2005 (links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 19. Februar 2005 (rechts)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 7. März 2005 (hinten links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 29. April 2005 (rechts)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 29. April 2005 (links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 29. April 2005 (rechts)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 29. April 2005 (links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. August 2005 (hinten links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. August 2005 (hinten rechts)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. August 2005 (hinten links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. August 2005 (hinten rechts)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 23. September 2005 (links)

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. November 2005

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hufzustand 2. November 2005

Hufrehe beim Pferd Hexe

2. November 2005 (Hexe in action)



03. September 2004
Frau Dr. W. war wieder da, sie sagt es schaut alles schon viel besser aus, Hexe ist auf dem Weg der Besserung. Wir sehen diesbezüglich nichts, nach wie vor steht sie den ganzen Tag in ihrer Box, sie humpelt nur den Weg vom Heu zum Wasser, sie mag auch nicht mehr vom Tränkebecken trinken, lieber aus der großen Tonne. Ich spreche Frau Dr. W gezielt darauf an, wie viel Chance sie Hexe noch gibt, sie sagt "die wird wieder, schauen Sie doch nur, wie sich ihr Gesundheitszustand in den letzten vier Wochen geändert hat" (warum sehen wir das nicht?)
24. September 2004
Frau Dr. W. konnte nicht früher kommen, sie war mal wieder unterwegs auf Weiterbildung. Wir haben gewissenhaft alle Medikamente gegeben, die wir bekommen haben, nur von einer für uns sichtbaren Besserung bemerken wir nichts. Frau Doktor dagegen ist sehr mit Hexe zufrieden, wieder werden die Akupunkturnadel gesetzt, Hexe mag die ganze Piekserei nicht mehr, sie wird richtig unleidig und wir halten wieder Kriegsrat, ob es für Hexe nicht besser wäre sie zu erlösen
25. September 2004
Wir forsten das Internet durch, irgendwo hat vielleicht jemand das gleiche Problem mit seinem Pferd wie wir. Wir werden auf ein Tierheilzentrum aufmerksam. Ich nehme per Mail Kontakt mit Frau Nehls auf. Schildere ihr unser Problem, sie rät uns zur Hufkur und Rehekräutern, gibt uns noch Fütterungsratschläge. Wir beratschlagen wieder mal, ob wir die Kräuter noch probieren sollen. Wir entschließen uns, es zu versuchen.
30. September 2004
Die Kräuter sind da, wir legen los und haben wieder etwas Hoffnung.
08. Oktober 2004
Der Schmied war wieder da, an den Hufen kann er nichts feststellen, trotzdem bewegt sich Hexe nur noch, wenn man sie dazu zwingt.
10. Oktober 2004
Hexe liegt nur noch in der Box, sie steht auch nicht zum Misten auf, trotz allem ist sie von den Augen her munter, die Ohren sind gespitzt, sie blubbert, wenn sie ihr Heu bekommt. Wir beschließen sie noch röntgen zu lassen, wenn dabei nichts rauskommt, dann darf sie über den Regenbogen galoppieren
11. Oktober 2004
Wir nehmen Kontakt mit Dr. L auf, er hat ein mobiles Röntgengerät, leider hat er erst in 2 Wochen Zeit. Was sollen wir tun? Können wir Hexe zumuten, so lange noch zu leiden?
13. Oktober 2004
Hexe steht wieder, entlastet zwar abwechselnd einen Fuß, mal vorne, mal hinten; die Nüstern sind gekräuselt - ein Zeichen das sie Schmerzen hat. Sie frisst aber gut, ist auch an ihrer Umwelt interessiert, sie mag sich nur nicht bewegen. Wir zwingen sie auch nicht mehr
25. Oktober 2004
Dr. L kommt mit seiner Helferin, geht in den Stall, schaut Hexe nur an und sagt: "Cushing, Ihre Stute hat Cushing". Das kann aber wohl nicht der Grund für ihre Lahmheit sein …. Wir schieben, tragen Hexe aus dem Stall zum Röntgen, er schaut sich das Pferd sehr genau an, Hufe nicht heiß, Sehnen in Ordnung. Er nimmt noch Blut ab zum Testen auf Cushing. Er sagt, morgen ruft er an, wenn die Bilder entwickelt sind, dann sprechen wir weiter. Er hat am selben Abend noch angerufen, Hufbeinsenkung auf beiden vorderen Beinen, es sieht nicht gut aus
26. Oktober 2004
Dr. L kommt, spritzt für den Cushingtest ein Mittel, am Abend noch mal Blutentnahme
27. Oktober 2004
Dr. L ist wieder da, gibt Hexe schmerzstillendes Medikament
28. Oktober 2004
Wir machen bei Hexe einen Aderlass - 10 Liter lässt Dr. L ihr raus. Das Laborergebnis ist auch endlich da, es ist Cushing. Wir lassen uns sofort das Rezept für die Pergolidetabletten ausstellen, wir wollen so schnell wie möglich mit der Tablettengabe beginnen, jeder Tag ist kostbar, wir haben sowieso schon sehr viel Zeit verloren. Wir versuchen im Internet so viel wie möglich über Cushing zu erfahren, nehmen Kontakt mit anderen Pferdebesitzern auf. Es gibt erstaunlich viele Pferde, die daran erkranken, die aber auch sehr gute Chancen haben, ein langes Leben zu haben, wenn sie regelmäßig, sprich täglich die Pergolidetabletten bekommen
29. Oktober 2004
Dr. L kommt und spritzt Hexe wieder, wir fragen wie viel Chancen sie denn noch hat, wir möchten sie nicht leiden lassen, es tut uns weh, zu sehen wie sie sich quält aus dem Stall zu gehen, wenn der Tierarzt kommt. Er sagt so lange, sie um ihr Leben kämpft, hat sie eine Chance
30. Oktober 2004
Tierarzt und Schmied sind da. Wir haben Teppiche besorgt, Hexe kann auf dem harten Untergrund nicht mehr stehen, sie bekommt eine Leitungsanaestesie, wir können sie sonst nicht mehr beschlagen, sie kann auf keinen vorderen Fuß mehr stehen. Wir sind schockiert, was wir zu sehen bekommen, als die Eisen ab sind. Die weiße Linie ist ca 1.5 cm breit, es kommt Blutwasser und Eiter raus. Wir schauen uns alle betroffen an, wir fragen Dr. L ob wir es Hexe zumuten sollen, sie am Leben zu lassen, ob es für sie nicht eine Erlösung wäre, sie einzuschläfern. Und wieder sagt er, sie kämpft doch um ihr Leben, wenn sie aufgibt, dann ist es Zeit für den letzten Schritt. Sie bekommt Hufverbände, die wir täglich erneuern sollen und mit Jod spülen. Wir wissen zwar noch nicht, wie wir das bewerkstellen sollen, denn sie kann ja nicht auf einem Bein stehen, aber irgendwie schaffen wir das schon
01. November 2004
Wir lassen Hexe scheren, sie schwitzt so viel. Sie ist den ganzen Tag in der Box, also braucht sie noch keine Decke. Ich kontaktiere wieder Frau Nehls, schildere ihr, was inzwischen alles passiert ist, ich bekomme sofort Antwort, wir können die Kräuter und Kur geben, können noch Mönchspfeffer dazu geben. Ich bestelle alles wieder - die Hoffnung stirbt zuletzt heißt es immer


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Hufrehe beim Pferd Hexe

Noch im Oktober 2004 wagte Niemand zu hoffen, dass Hexe diesen Zustand jemals wieder erreichen würde.

Hufrehe beim Pferd Hexe

Hexe im April 2005: Ein Jahr lang hat sie sich tapfer in die Normalität zurück gekämpft.


03. November 2004
Dr. L kommt heute, möchte beim Hufverbandwechsel dabei sein. Eine Tortour für uns alle, am meisten wohl für Hexe. Aber sie ist brav, versucht so lange wie möglich auf einem Bein zustehen, die Sohlen schauen gut aus, es kommt nur noch Blutwasser, kein Eiter mehr. Wir dürfen die Gabe vom Equipalanzone erhöhen
06. November 2004
Wieder ist Dr. L da, raspelt tiefe Rillen in die Hufe, nimmt die Spitze bis auf die weiße Linie weg, damit der Druck auf die Zehe nicht so schmerzhaft ist
10. November 2004
Hexe möchte fressen, kann aber ihr Heu nicht mehr kauen, knödelt alles. Wir rufen Dr. L, er kommt auch sehr schnell, Narkose für Hexe, Zähne nachschauen. Sie hat sich einen Backenzahn gespalten. Wir wissen zwar nicht wie, aber es ist so. Dr. L macht sein möglichstes, raspelt den Zahn ab. Wir hoffen sie kann wieder fressen
11. November 2004
Hexe frisst wieder, zwar sehr vorsichtig, aber es geht wieder. Die täglichen Hufverbände werden zur Routine für uns. Dr. L kommt nur noch einmal in der Woche zum Hufverbandwechsel und zu schauen, wie alles aussieht
17. Dezember 2004
Jeep Hexe ist heute allein bis vor die Stalltüre gehumpelt, wir freuen uns, Hoffnung keimt in uns, dass sie es schafft
21. Januar 2005
Rabenschwarzer Freitag für uns alle. Tierarzt und Schmied sind da, Hexe braucht Eisenwechsel. Wir müssen ihr keine Narkose mehr geben, sie kann für kurze Zeit auf einem Vorderbein stehen, Tochter hebt auf - 3 Leute stützen Hexe. Linker Huf schaut nicht schlecht aus, die breite weiße Linie ist noch da, es kommt aber kein Sekret mehr, die Sohle ist trocken. Dann kommt der rechte Huf. Beim Sohlenausschneiden sieht man an zwei Stellen das Hufbein, es suppt. Betretenes Schweigen macht sich breit. Was sollen wir tun? Tierarzt und Schmied beraten sich, Hexe soll die Eisen verkehrt aufgenagelt bekommen, dazu einen Steg und eine Sohle eingelegt. Darüber kommt wieder ein Hufverband, jeden zweiten Tag wechseln. Die beiden Herren wundert es, wie schnell die Hufe bei Hexe nachwachsen. Wir sagen dazu nichts und freuen uns, das die Hufkräuter so anschlagen
31. Januar 2005
Hexe mag jetzt fast jeden Tag vor den Stall gehen, bisserl Luft schnappen und den anderen Pferden zuschauen. Wir freuen uns darüber und loben sie natürlich. Dr. L kommt nur noch selten, immer wenn er am Stall vorbei fährt, schaut er kurz rein und macht uns Mut.
14. Februar 2005
Michaela und Helene sind mit anderen Pferden ausgeritten, ich beschäftige mich mit Hexe, sie schiebt mich auf die Seite und humpelt raus. Als sie merkt, dass die anderen nicht da sind, humpelt sie Richtung Tor, sie will raus. Also lasse ich sie raus, sie geht noch bis zum Maibaum, da wartet sie auf die anderen. Es gibt eine große Begrüßung und dann geht's im Schneckentempo wieder zurück zum Stall. Wir haben für eine Strecke von insgesamt 100 Meter gute 45 Minuten gebraucht. Wir sind unendlich stolz auf Hexe und sie ist unendlich müde. Täglich geht es mit dem Laufen bei Hexe besser, täglich müssen wir den Hufverband wechseln, weil sie ihn durchgelaufen hat.
07. März 2005
Schmied und Tierarzt sind wieder da. Eisenwechsel steht wieder an. Sie wundern sich wieder, das soviel Horn nachgewachsen ist. Die Löcher auf der rechten Seite sind wieder fast zu, die Sohle ist verhältnismäßig hart, die Lamellenbreite hat sich verschmälert. Wir erzählen auch, das Hexe wieder spazieren gehen mag, beide Herren begrüßen es und sagen, wir dürfen soviel mit ihr tun wie sie es will. Die Eisen kommen wieder verkehrt drauf, also die geschlossene Seite zum Strahl, die Zehe schwebend vorne offen. Auf den Hufverband können wir verzichten, der Schnee würde gut tun und den Huf säubern. Wir gehen täglich mit Hexe spazieren, sie wird immer frecher, ihr Gang immer klarer, sie fängt zu steigen an, wenn ihr was nicht passt, wir telefonieren mit Dr. L und fragen, ob wir Hexe als Handpferd kurze Strecken mitnehmen dürfen, zu Fuß ist sie nur noch schwer zu händeln, vom Pferd aus leichter (denken wir). Die ersten Male geht auch alles gut, dann fängt sie auch als Handpferd zu buckeln und steigen an. Als meine Tochter sie rügen will, haut sie gewaltig aus und trifft meine Tochter am Oberschenkel. Jetzt wissen wir, das sie wieder gesund wird
29. April 2005
Hexe braucht wieder Beschlag. Schmied und Dr. L sind wieder da. Sie sind sehr zufrieden mit den Hufen. Die Sohle ist komplett zugewachsen, es kommt gesundes Horn nach, nach wie vor wundern sie sich, wie schnell bei Hexe das Horn wächst. Dr. L schreibt Hexe vom Standpunkt Tierarzt gesund, wir dürfen soviel mit ihr tun, wie sie möchte
16. Mai 2005
Helene reitet seit August 2004 das erste Mal wieder auf Hexe in der Bahn. Scherzhaft sagen wir zu Helene, wir sind froh das sie Ohren hat, sonst würde sie ringsum lachen. Es ist schön Hexe wieder als Reitpferd zu sehen
25. Juni 2005
Unser Schmied ist wieder da, er ist mit dem Hufwachstum mehr als zufrieden. Die weiße Linie wird immer schmäler. Hexe geht's von Tag zu Tag besser, nach wie vor bekommt sie die Hufkur, die wollen wir ihr so lange geben, bis die Hufe normal sind
02. August 2005
Nächster Termin beim Schmied steht an. Alles schaut gut aus, die Linie wird zunehmend schmäler, Hexe bekommt runde Eisen mit Steg verpasst. Sie läuft gut damit, außerdem ist sie sehr frech geworden, wir müssen wieder durchgreifen, sonst tanzt sie uns auf der Nase rum. Hexe freut sich täglich, auf ihr Paddock gehen zu dürfen, gibt es doch dort immer ein paar Heucobs, außerdem kann sie schnell im vorbei gehen ein Maul Gras fressen. Es geht ihr gut, sie ist gut auf die Pergolidetabletten eingestellt, wir haben die ¾ Tablette auf zwei Portionen gelegt, so verträgt sie sie besser. Die Hufkur haben wir auf eine Gabe (4 ml Kur, 1,3 ml Therapie) reduziert, die Reitzeit auf eine Stunde gesteigert.
23. September 2005
Schmiedtermin für Hexe. Es schaut sehr, sehr gut aus, sie wird seitens des Schmiedes auch für gesund erklärt. Wir dürfen mit ihr wieder lange Ausritte unternehmen, auch einen Wanderritt, nur mit dem Springen sollen wir noch etwas warten

Ich weiß nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie glücklich wir sind. Wir haben unserem Pferd die Chance gegeben, weiterzuleben, weil sie leben wollte. Sie war in dem ganzen Krankheitsverlauf immer aufmerksam und wach und hat gekämpft – gekämpft um ihr Leben! Wir haben so manches mal gedacht, wir geben auf, aber dann waren da immer unser Schmied (Franz vielen, vielen Dank) und unser Tierarzt mit seiner sehr netten Assistentin, die uns Mut gemacht haben. Wir wissen, das wir immer ein Problempferd haben werden, dass wir immer mit der Fütterung, der Weidehaltung und der Bewegung aufpassen müssen, trotzdem bereuen wir nichts. Nicht zu vergessen ist auch die Huftherapie von Frau Nehls. Wir sind der festen Überzeugung, ohne dieses Mittel hätte es Hexe nicht so schnell geschafft. Man konnte zuschauen, wie das Hufhorn nachgewachsen ist, wie es immer härter wurde. Wir können guten Gewissens die Huftherapie weiterempfehlen. Wir sagen Allen Danke! - Danke für alles, was Ihr für Hexe getan habt!

(Ingrid Gödde)

 
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