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Stichwort: Dämpfigkeit

Tiggers Leben mehrfach auf Messers Schneide

Eine erschreckende Serie dramatischer Episoden ist für Tigger nun erst einmal zu Ende

Von Sandra Heiligers

In diesem Erfahrungsbericht geht es um ein Phänomen, das in der Regel trotz aller Therapie in einer Sackgasse mündet: Dämpfigkeit beim Pferd. Eine Pferdehalterin erzählt die Geschichte von Tigger.



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Kein einziges Mal selber vor Ort ...

Ein schönes Beispiel aus meiner Praxis, welches dokumentiert, dass auch eine relative Symptomfreiheit bei Pferden mit diagnostizierter "Dämpfigkeit" erzielt werden kann: Aus veterinärmedizinischer Sicht war Tigger bereits austherapiert und es bestanden keine weiteren Behandlungsmethoden bzw. Alternativen mehr. Letztlich waren es keine einschneidenden Maßnahmen, die wir bei Tigger angewendet haben; es waren zwar eine ganze Reihe homöopathischer Mittel und Nosoden; eine Optimierung der Fütterung, welche keinerlei größere Maßnahmen beinhaltete und selbst die Haltung konnte beibehalten werden.

Positiv an Tiggers Geschichte ist, dass er nach glücklichem Therapieverlauf wieder voll einsatzfähig und reitbar ist. Dass wir das alles über einige 100 Kilometer Entfernung geschafft haben, ist sicher auch erwähnenswert: Die Therapie lief über telefonische Absprachen, e-Mail-Kontakt und die Biofeld-Haaranalyse; Futtermittelbezug wurde teilweise vor Ort erledigt, teilweise gab ich die Bezugsadressen weiter und die Ergänzungsfuttermittel wurden in meinem Internetshop bestellt. Ich war nicht ein einziges Mal vor Ort...

(Claudia Nehls)



Tiggers Krankengeschichte

Ich möchte mit Tiggers Kranken- und Behandlungsgeschichte denjenigen helfen, die in der gleichen Situation sind, wie ich es damals war: Es war Ende Januar 2006, als mir meine Tierärzte sagten, dass Tigger dämpfig sei und alle Behandlungen, die in der Klinik und schon vorher stattgefunden haben, nicht angeschlagen hätten und es aus veterinärmedizinischer Sicht keine Behandlungsmethode mehr gäbe. Dieser Moment war der schlimmste meines bisherigen Lebens! Alle waren geschockt! Denn seitdem ich Tigger besitze, habe ich regelmäßig - mindestens zweimal im Monat - den Tierarzt aufgesucht, und wenn es sich nur um eine Kontrolle handelte. Im Februar 2002 habe ich mir bei einer Züchterin in Münster einen damals 9 Monate alten Tinkerhengst gekauft. Sein Name ist "Tigger of Gipsy Highlands", kurz: TIGGER.

Ich muss dazu sagen, dass ich damals zwar mit Pferden umgehen konnte, jedoch in vielen Sachen und Angelegenheiten noch unerfahren und ein typischer Laie war. Somit war ich auf andere Pferdekenner/-besitzer angewiesen und musste auf die Erfahrungen dieser Personen vertrauen. Damals konnte ich Tigger bei den Eltern meines damaligen Freundes einstallen, da diese Pferde züchten und diese Möglichkeit sich ideal anbot. Tigger wuchs dort die erste Zeit in einer kleinen Hengstherde auf und stand in einem Aussenpaddock auf Stroh mit einem kleinen Unterstand. Neben dem Unterstand war anliegend gleich der Misthaufen. Ich habe mir damals nichts dabei gedacht, aber heute würde ich mich schon bei dem Gedanken daran tadeln, denn die Ammoniakdämpfe, Pilz- und Schimmelsporenbelastung muss unheimlich stark gewesen sein.

Friesenwallach Tigger
In den letzten Jahren sah man Tigger und Besitzerin leider selten so ungezwungen und vergnügt.

Nach diesem ersten halben Jahr (es war Wiesenzeit) bekam Tigger durch einen gravierenden Fütterungsfehler eine so starke Verstopfungskolik, dass wir ihn noch abends in die Klinik fahren mussten und man mir dort sagte, dass die kommende Nacht über Leben oder Tod entscheiden würde. Tigger hat es knapp überlebt, aber man sagte mir damals, dass die Kolik dermaßen schwerwiegend war, dass durch die Verstopfung schon die Magen- und Darmschleimhäute angefangen hatten, sich abzulösen. Heute kann ich sagen, dass hier der Grundstein für Tiggers heutige Erkrankung gelegt wurde. Durch diesen starken Eingriff in sein Immunsystem (welches sich ja bis zu 80% im Darm abspielt) hatten die nachfolgenden Infekte freie Fahrt. Da ich damals selbst nie gefüttert habe und auch nie richtig kontrollieren konnte, ob er tatsächlich nur die Zeit auf der Weide war, die ich ihn auch angefüttert hatte, habe ich ihn erst einmal eine Woche lang in der Klinik gelassen, damit man ihn dort wieder langsam anfüttern konnte.

Während dieser Woche habe ich mich ausführlich bei den einzelnen Futtermittelherstellern informiert, welches Futter und in welcher Menge ich Tigger zu füttern hatte. Als Tigger wieder im heimischen Stall war, habe ich dann die Fütterung größtenteils selbst in die Hand genommen und, so oft es ging, kontrolliert, denn noch eine Kolik hätte "der Kleine" damals nicht mehr überlebt. Drei Monate, nachdem Tigger diese schwere Kolik hatte, bin ich umgestallt (Oktober 2002). Ich fand einen Stall nur ein paar Minuten entfernt von zu Hause und dort bekam Tigger eine Strohbox in einer langen Stallgasse. Er bekam dort zweimal pro Tag Heu und Futter (Hafer, Müsli, Pellets-Gemisch). In dem neuen Stall habe ich Tigger dann im Januar 2003 nochmals impfen lassen (Grundimmunisierung: Herpes, Influenza, Tetanus). (Tigger wurde, wie es üblich ist, von da an im Abstand von einem ½ Jahr - 1 Jahr je nach Impfung, regelmäßig ohne Ausnahmen geimpft).

Friesenwallach Tigger
Zusammen gekämpft, zusammen gelitten und erst einmal auf ganzer Linie gewonnen.

Kurz nach der Impfung bekam Tigger dann eine leichte Erkältung, welche mit dem bekannten Schleimlöser Sputolysin behandelt wurde. Das half auch und Tigger wurde kurze Zeit später vom Tierarzt wieder für "gesund" erklärt. Damals haben wir nicht vermutet, dass die Erkältung von der Impfung hätte sein können, denn die Schleimlöser haben gut gewirkt und die Erkältung war binnen einiger Tage wieder weg. Ende Februar 2003 wurde Tigger dann kastriert. Er hat alles sehr gut überstanden und war binnen weniger Tage wieder fit "wie ein Turnschuh". Das Jahr 2003 ging dann im Wechsel von mehreren Husteninfekten und deren Genesung, wie auch einer Kolik vorüber. In dem Jahr hatte ich jeden Monat mehrfach den Tierarzt da.

Im April 2004 kam dann zum ersten Mal der Zahnarzt, denn Tigger hatte bis dahin schon sehr oft gezahnt. Der Zahnarzt zog einen lockeren Weißheitszahn und zwei Wolfszähne. Er hat die Behandlung super gut weg gesteckt und die Löcher wuchsen recht schnell wieder zu. Zwei Wochen nach dem Zahnarzttermin erkrankte Tigger an starkem Fieber (zwischen 38,5 - 40,1°). Das ging eine ganze Woche lang so! Er bekam fiebersenkende Mittel und Antibiotika und ich machte ihm abwechselnd nasse Beinwickel, aber das Fieber ging hoch und runter. Mitte der Woche dann ertastete ich auf einmal ganz viele kleine Knubbel unter seiner Mähne. Die Tierärztin sagte, dass das Nesseln seien könnten, evtl. verursacht durch eine allergische Reaktion auf eines der Medikamente. Wir haben dann nachgesehen und festgestellt, dass er erst, nachdem er das Equipalazone (Inhaltsstoff: Phenylbutazon) bekommen hatte, die Nesseln bekam.

Wir haben das Equipalazone dann sofort abgesetzt und Ende der Woche fing das Fieber langsam an zu sinken. Woher dieser Infekt kam, das konnte mir keiner sagen und auch heute weiß keiner so recht, was die Ursache war und warum er auf einmal die Nesseln bekommen hat. Ob es sich damals schon um eine allergische Reaktion gehandelt hat, das kann man nur vermuten. Tigger hat das alles damals ganz prima über sich ergehen lassen, denn es waren mehrere Spritzen, die er täglich bekam und ich kann stolz auf ihn sein, dass er das alles so toll mitgemacht hat. Aber leider war das noch nicht das Schlimmste, sondern erst einmal der Anfang! Das Jahr 2004 ging vorüber und Tigger wurde wieder mal geimpft. Kurze Zeit danach fing er wieder an zu husten. Wir behandelten ihn - wie immer - mit Schleimlösern und er bekam gegen die - durch den Husten leicht entstandene - Kehlkopfreizung auch einige Spritzen mit einem entzündungshemmenden Kräutermittel oral verabreicht. Der Husten ging wieder weg und auch beim Abhören (vor und nach der Arbeit) war nichts im Bereich der Atemwege zu hören, wie so oft!

Friesenwallach Tigger
Tigger genießt die Stunden sichtlich, wenn er frei und ohne Husten durchatmen kann.

Im Juli 2004 bin ich dann umgestallt in einen Stall, in dem Tigger eine schöne, große Paddockbox bekam. Dort wurde ebenfalls mit Stroh (jedoch gehäckselt) eingestreut und es gab dreimal pro Tag Heu und Futter (haferfrei), abwechselnd mit Möhren und Öl. Tigger machte anfangs einen super fitten Eindruck und wir dachten alle, dass nun endlich mal alles auskuriert sei, aber leider ging dann im August 2004 wieder das gleiche Prozedere von vorne los. Er hustete, bekam Medikamente, hatte eine Kolik und das verteilte sich so bis Mai 2005. Daher entschloss ich mich, mit ihm direkt wieder in die Klinik zu fahren.

Ich machte einen Termin in der nahe gelegenen Pferdeklinik in Kerken und ließ dort eine Bronchoskopie mit entsprechendem Abstrich, die Blutgaswert-Messung (vor und nach der Arbeit) und ein Röntgenbild der Lunge machen. Das Ergebnis war erschreckend! Tigger hatte laut der Tierärztin sehr viel Schleim in der Luftröhre und auch die Eingänge und Aufzweigungen zu den Bronchien waren nicht blattdünn, wie sie hätten sein sollen, sondern fingerdick. Des Weiteren waren die Blutgaswerte vor der Bewegung zwar akzeptabel, jedoch nach der Arbeit der absolute Horror. Eigentlich hätte er nach der Arbeit bessere Werte haben müssen, denn die Sauerstoffzufuhr ist in der Bewegung immer höher als im ruhenden Zustand, aber bei Tigger war es genau anders herum. Auf dem Röntgenbild der Lunge konnte man Gott sei Dank keinerlei Veränderungen feststellen.

Tigger bekam dann erst einmal für drei Monate wieder einen Schleimlöser (Equimucin) und gegen den starken Husten Hustensaft (Atussin). Das Ganze half auch sehr gut und der Schleim lief ihm nur so aus den Nüstern und auch der Husten wurde ein wenig besser. Aber so schön wie es war, wurde es auch wieder schlimmer: Im September 2005 ging es ihm dann so schlecht, dass wir wieder in die Klinik mussten und, da die Blutgaswerte nach der Arbeit dieses Mal besonders schlecht waren, riet man mir zu einer Lungenspülung. Es schien, als ginge es ihm etwas besser, aber bei der Blutgaswertkontrolle drei Wochen später zeigte sich, dass dem nicht so war.

Friesenwallach Tigger
Ein stolzer Tigger, dessen Leben nicht nur einmal am seidenen Faden hing.

Mittlerweile hatte ich angefangen, seine Box teils mit Stroh und teils mit Spänen einzustreuen und alles nass zu machen, um die Staubbelastung zu minimieren. Der Husten in der Box wurde dann ein wenig besser. Ich wäre ja schon viel eher auf Späne umgesiedelt, aber Tigger frisst Späne und die Kolikgefahr war daher zu groß. Tigger wurde in der Zeit auch täglich zweimal bewegt, sei es durch meine Mutter, meinen damaligen Freund, Freunde oder meine Stallbesitzer. Hauptsache war, dass der Schleim auch schon morgens raus konnte.

In der Zeit habe ich auch einen Ultraschallinhalator der Firma Kegel gekauft (KU 2000) und Tigger täglich bis zu 15 Minuten mit Kamille-Kochsalzlösung inhaliert. Es hatte gute Wirkung und der Schleim lief nur so nach dem Inhalieren heraus. Als ich jedoch auf Anweisung der Tierärztin Anfang Januar 2006 das Inhalieren einstellte, passierte es … Tigger bekam innerhalb von drei Tagen so starke Hustenanfälle, dass ich Angst hatte, er fiele wegen eines Kreislaufkollaps um und sterbe. Ich habe sofort die Ärzte aus der Klinik kommen lassen, um Tigger zu untersuchen, denn transportfähig war er in dem Moment nicht mehr! Da traf mich der Schock meines Lebens, denn man sagte mir: "Wenn sie noch ein paar nette Jahre mit ihrem Pferd haben wollen, dann müssen wir jetzt sofort reagieren, denn sonst war es das: wir sind so ziemlich am Ende der Veterinärmedizin, könnten noch eine kleine Lungenspülung und eine Cortisonkur machen, aber: Ihr Pferd ist schwer dämpfig!" Dämpfig! Mein "4,5 Jahre" altes Pferd ist dämpfig… Das war dann zuviel für mich!

Ich habe dann während der folgenden Tage und Nächte im Internet unter Dämpfigkeit recherchiert und auch meine Familie, Freunde, Kollegen und Stallbesitzer fingen an zu forschen und Jeden zu fragen, der helfen könnte. Gleichzeitig wurde Tigger sofort auf Torf umgestellt und weiter inhaliert, denn ich wollte bloß weg von dem Stroh. Das Heu wurde richtig über Nacht mit Viehsalz eingetaucht, um den gröbsten Dreck heraus zu waschen. Zwei Wochen später haben wir ihn dann auf Leinstroh umgestellt, denn im Torf sind ja auch viele Schimmelsporen und ihr glaubt es kaum, es ging ihm schon etwas besser. Durch Zufall ist Wilfried (mein Stallbetreiber) auf die Internetseite einer Tierheilkundlerin/Homöopathin gestoßen. Dann nahte die Rettung: Meine liebe Claudia Nehls! Ich habe sie direkt angerufen und ihr Tiggers Leid geklagt. Ich schickte ihr sofort Tiggers Krankengeschichte und eine Haarprobe zu, um eine Biofeld-Haaranalyse machen zu lassen. Das Ergebnis wurde drei Tage später schon per Mail zugestellt. Die Werte waren alle sehr schlecht und vor allem konnte man sofort erkennen, dass Tigger ein starker Allergiker ist.

Er schlug bei folgenden Punkten unheimlich stark aus:

Nun musste schnellstens gehandelt werden: Um eine erfolgreiche Therapie zu gewährleisten, musste ich sämtliche Medikamente und Futtermittel (Ergänzungsfuttermittel wie Reformin, etc.) absetzen. Tigger konnte auf Leinstroh stehen bleiben und bekam ab sofort kein Heu und Kraftfutter mehr, sondern nur noch Heulage und Heucobs zu fressen. Gegen den ständigen Hustenreiz hatte ich ihm vorher schon immer warmen Fenchelhonig gegeben und weiter inhaliert, was auch alles so bleiben konnte.

Friesenwallach Tigger
Vorläufig scheint Tigger seine Beschwerden zu beherrschen und nicht die Beschwerden ihn.

Der Salzleckstein wurde durch einen Himalaya-Leckstein ersetzt und Tigger bekam nun täglich mehrere homöopathische Medikamente verabreicht. Zur Unterstützung habe ich Tigger dann noch Husta-Mix-Kräuter (gegen den Husten) und Horse Allround Fit-Kräuter (zur Stabilisierung des Darms) gegeben. Beide Kräutermischungen habe ich von Frau Nehls bezogen. Von dem Moment an ging es nur noch bergauf!

Hätte man nicht von seiner Erkrankung gewusst, so wäre schon nach 2 - 3 Wochen keiner mehr darauf gekommen, dass Tigger Anfang Januar noch so schlecht dran war. Leider erkrankten dann alle Pferde an einem Grippevirus Mitte März und Tigger fing wieder an zu husten. Sie bekamen dann alle Viruvetsan (Homöopathisches Medikament) und ich verdoppelte auf Anweisung von Frau Nehls die Medikamentengabe für diese Zeit. Ich muss dazu sagen, dass Tigger eines der letzten Pferde war, welches mit dem Husten angefangen hatte, und das war ein gutes Zeichen dafür, dass sein Immunsystem schon nach einigen Wochen so stark war, dass er dem Virus sogar so lange stand halten konnte. Nach ca. zwei Wochen dann ging es allen wieder besser und es war größtenteils überstanden.

Heute geht es Tigger wieder blendend! Er hustet nur bei starker Allergenbelastung (starker Pollenflug im Frühjahr, Heu- und Strohernte und bei sehr, sehr starker Staubbelastung) und er ist wieder aufmerksam, begrüßt mich, spielt und wiehert wieder und das Schönste ist: Er kann wieder richtig ohne Einschränkungen ein richtiges Pferd sein! Dank Frau Nehls, meiner Familie und meinen Freunden weiß ich, dass mich Tigger noch viele lange Jahre begleiten und dass er dabei vor allem gesund bleiben wird. Dankeschön an alle!

(Sandra Heiligers)

 
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