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Stichwort: Hufrehe

Klinik-Studenten meinten, 20 Jahre seien genug

Für Avalon war's Todesurteil gefällt, die Besitzerin aber stellte sich quer

Von Claudia Nehls und Sonja Sanchez de la Cerda

Die Ursachen der Hufrehe können vielfältig sein, nicht immer haben wir Einfluss darauf, ob unser Pferd an Hufrehe erkrankt oder nicht. Fakt ist: Die Hufrehe entwickelt sich zunehmend nicht nur zu einer der schlimmsten Geißeln unserer Pferde, die "Patienten" werden offenbar auch immer jünger! So ist meine jüngste Patientin erst ... ein Jahr alt! Das verblüfft und schockiert inzwischen selbst hartgesottene Hufrehe-Fachleute! Viele Faktoren, die zur Hufrehe führen, liegen nicht in unserem direkten Einflussbereich. Wir können, nein, wir müssen jedoch versuchen, eventuelle negative Faktoren so weit wie es in unserer Macht liegt auszuschalten. Wir haben Einfluss auf die Fütterung, Weidehaltung, Hufbearbeitung, den Arbeitseinsatz und die Psyche unseres Pferdes und können all diese Faktoren verantwortungsbewusst und pferdegerecht gestalten. Prophylaktische Maßnahmen, dass unser Pferd nicht an Hufrehe erkrankt, gibt es zahlreiche:


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Psyche:

Die Psyche spielt grundsätzlich bei allen Erkrankungen eine große Rolle. Nur wir können dafür sorgen, dass unser Partner Pferd sich wohl fühlt: in der Herde mit seinen Pferdefreunden, in seinem Zuhause, mit uns. Wir können dafür sorgen, dass nicht unnötig Stress und Hektik unserem Freund sozusagen auf "Magen und Darm" schlagen. Wir können für ein pferdegerechtes Umfeld und einen pferdegerechten Umgang sorgen, diese Grundvoraussetzung sind wir unserem Pferdefreund einfach schuldig!


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Haltung:

Bei der Haltung ist selbstverständlich auf das individuelle Pferd und seine ganz speziellen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. So fühlt sich beispielsweise nicht jedes Pferd in einer großen Herde oder auch im Offenstall wirklich wohl; für die meisten Pferde ist dies jedoch ideal, aber eben nicht für alle. Man kann jedoch grundsätzlich sagen, dass sich kein Pferd in einer 24-Stunden-Boxenhaltung im Innenstall wohl fühlt, hier gibt es keine individuellen Ausnahmen. Bei der Haltung ist grundsätzlich Wert auf viel freie Bewegung, viel Abwechslung, Licht und Luft zu legen. Wie man diese im Einzelfall gestaltet, muss in jedem Einzelfall abgewogen werden; es gibt zu viele individuelle Faktoren, wie die Möglichkeiten des jeweiligen Einstellbetriebes oder auch die Eigenregie-Möglichkeiten und die speziellen Bedürfnisse des Pferdes, als dass eine grundsätzliche Empfehlung gegeben werden kann.


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Fütterung:

Bei der Fütterung ist grundsätzlich Wert auf die Naturbelassenheit zu legen; was in unserer Zeit nicht ganz einfach ist! Naturbelassenheit heißt: keine synthetischen Zusätze, möglichst wenig Einsatz von Pestiziden, Insektiziden, Düngemitteln usw.. Diese Naturbelassenheit bezieht sich auf sämtliches Futter, das heißt: Weide, Rau- und Kraftfutter sowie auch Saftfutter. Wie gesagt, nicht ganz einfach, jedoch sollte der Pferdehalter sich schon dafür interessieren, wie die Weide- und Anbauflächen bearbeitet werden, wo das Futter herkommt und welche Mittel bei der Gewinnung zum Einsatz kommen. Ich denke, ein sensitiveres und interessiertes Verhalten aller Pferdehalter könnte langfristig dazu beitragen, dass der ganze Fokus mehr auf Naturprodukte gerichtet wird.

Wildpferd
Dies ist die karge Kost für Wildpferde: Ein paar Grashälmchen, derweil Hauspferde mit immer mehr Synthetik im Futtertrog krank gemacht werden.

Da wir in der Regel lediglich einige negative Faktoren in der Fütterung ausschalten können und darüber hinaus auch die Umweltbedingungen immer aggressiver werden, vertrete ich die Meinung, dass wir gerade bei Pferden für eine dauernde und gezielte Entgiftung sorgen sollten. Werden Toxine, die hinreichend durch unsere Umweltbedingungen ins Umfeld unserer Pferde bzw. in den Pferdeorganismus gelangen, besser ausgeschieden, indem Leber und Nieren sowie Gesamtstoffwechsel bei der Entgiftung unterstützt werden, richten diese weniger Schaden an. Diese These unterstützt auch unsere Erfahrung mit unseren Ergänzungsfuttermitteln, der getrockneten Mischung Rehe-Ex (nicht zu verwechseln mit dem flüssigen Rehe-Ex) sowie der Biologischen Hufkur. Sowohl das getrocknete Ergänzungsfuttermittel Rehe-Ex als auch die Biologische Hufkur unterstützen Leber & Nieren in der Entgiftung und den Stoffwechsel bei der Ausscheidung von Toxinen.

Erfahrungsberichte aller meiner Patientenbesitzer sprechen dafür, dass bei der Hufrehe-Behandlung in erster Linie Wert auf eine effiziente Entgiftung und Toxinausscheidung gelegt werden sollte. Hierbei ist nebensächlich, ob es sich um die Geburtsrehe, um die Belastungs-, Vergiftungs- oder Futterrehe handelt. Die Erfahrungen sowohl mit der getrockneten Rehe-Ex Mischung als auch mit der Biologischen Hufkur sind identisch! Sowohl in der Hufrehe-Prophylaxe als auch bei der akuten Hufrehe-Erkrankung hat sich der Einsatz unbedingt bewährt. Vor diesem Hintergrund füttere ich in unserem Tierheilkundezentrum grundsätzlich und ganzjährig die getrocknete Rehe-Ex Mischung auch bei nicht disponierten Pferden und Ponys als natürliches Mineralstofffuttermittel sowie zusätzlich bei disponierten bzw. bereits einmal an Hufrehe erkrankten Pferden die Biologische Hufkur.

Darüber hinaus empfehle ich, die Fütterung natürlich und bedarfsgerecht zu gestalten. Das Wort "bedarfsgerecht" ist unbedingt auf das jeweilige Pferd abzustellen. Es kann nicht angehen, dass empfohlen wird, grundsätzlich jedes Pferd diätisch zu ernähren, da auch zu magere Pferde oftmals betroffen sind. Fatal wäre es in diesem Falle, diese Pferde auf Diät zu setzen; da sie stark abmagern würden und aus diesem Umstand heraus weitere Erkrankungen eintreten würden. Bedarfsgerecht heißt auch nicht, eine Futtermitteltabelle zu Rate zu ziehen und nach Pferdegewicht und Arbeitseinsatz zu füttern. Der Bedarf ist viel zu unterschiedlich als könnten diese allgemein gültigen Empfehlungen ihm in irgend einer Weise gerecht werden. Nach Bedarf füttern heißt: nach Auge, nach Gewicht, nach Verstand bzw. Pferdeverstand! Nach Bedarf füttern heißt für mich jedoch grundsätzlich auch: natürlich füttern, nicht hier noch ein Pülverchen, hier noch ein Mittelchen und hier noch ein Brikett. Nach Bedarf füttern heißt ebenso: wenn ein Problem/eine Erkrankung/eine Missstimmung auftritt, nach der Ursache zu forschen und nicht ein Zusatzfuttermittel auf Verdacht zu füttern. So provoziert man letztendlich eher zusätzliche Probleme als dass man diese behebt.


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Hufversorgung:

Theoretisch ganz einfach, praktisch das schwierigste Thema schlechthin. Als Grundsatz würde ich aus meiner Erfahrung heraus sagen: Weniger ist mehr, jedoch zu wenig keinesfalls eine Lösung. Das Schicksal unserer Pferde ist weitestgehend vom Schmied abhängig und wenn ich denn könnte, würde ich meinen Schmied wohl um die ganze Welt schicken. Dies hat folgenden Grund: Er hat Pferde- und Sachverstand, was eine Gabe ist, die nicht selbstverständlich ist: Es darf nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig korrigiert werden; es dürfen keine Experimente durchgeführt werden und keine Versuche an Pferdehufen stattfinden. Es ist nicht immer sinnvoll, überhaupt etwas zu korrigieren, andererseits natürlich auch nicht, der Natur "ihren freien Lauf" zu lassen.

Wildpferd
Ein harter, aber gesunder Weg steht diesem jungen (Wild-)Pferdeleben bevor: Und bestimmt frei von Hufrehe, der unbarmherzigen "Geißel" unserer Hauspferde!

Jeder Hufrehe-Patient ist ein Einzelfall. Wenn bei einem Pferd das Eingipsen der Hufe wirklich gute Resultate bringt, kann es bei einem Anderen genau das Falsche sein. Wenn eine Hochstellung der Trachten bei einem Pferd – ein sogenannter orthopädischer Beschlag – sehr erfolgversprechend ist, kann es bei einem Anderen fatale Folgen haben. "In der Regel" (diese gibt es ja nicht, wie wir gelernt haben) daher: In vielen Fällen bringt ein "ganz normaler" Hufbeschlag mit wenigen Nägeln dem betroffenen Pferd erhebliche Erleichterung, da die Sohle nicht mehr so empfindlich ist, weil ein Schutz beim Laufen gegeben ist. Das Nageln an sich ist nicht so schlimm für das betroffene Pferd wie der Schmerz der Hufrehe ohnehin (Hufrehe ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung). Daher lasse ich das Argument eher nicht gelten, dass nicht genagelt werden kann, weil es dem Pferd zu weh tut. Das Pferd erleidet die meisten Schmerzen, wenn es auf dem schmerzenden Huf/Bein stehen muss, weil der gegenüber liegende Huf hoch genommen wird. Dann kommt es schon fast nicht mehr auf das Nageln an. Stehen wiederum muss das Pferd auf dem schmerzenden Huf bei jeder Hufbehandlung, anders geht es selten. Selten deshalb, weil natürlich auch Hufbearbeitungen bei Pferden im Liegen unter Sedierung/Narkose vorgenommen werden können.

Welche Maßnahme letztlich die Richtige ist, hängt auch von der Vorgeschichte ab. So würde ich eine andere Empfehlung bei Pferden geben, die seit Jahren beschlagen waren als bei Pferden, die immer Barhufgänger waren. Auch die Krankengeschichte des einzelnen Pferdes gibt Hinweise darauf, welche Maßnahme in diesem Einzelfall die Richtige sein kann. Eine Empfehlung, mit der ganz bestimmt keine "Fehltreffer" eintreten können, ist diese: Man polstere die Hufsohle gut und lege einen schützenden, nicht drückenden bzw. den Blutfluss störenden Verband an; diesen halte man im Wechsel trocken und nass (= Angussverband), z. B. tagsüber trocken, nachts nass oder umgekehrt. Einen Angussverband über mehrere Tage halte ich für nicht positiv, da der Huf zu empfindlich würde: Er weicht zu sehr auf durch die ständige Feuchtigkeit. Andererseits ist eine stundenweise Feuchthaltung positiv zu sehen, da die Hornkapsel sich somit weitet und etwas vom Schmerz genommen wird. Der Schmerz bei Hufrehe ist vergleichbar mit dem, was wir in viel zu engen Stöckelschuhen empfinden würden, mit bereits offenen, blutenden und eiternden Blasen an den Füßen.

Aus all den Ausführungen ist erkennbar, dass es keine allgemein gültigen Empfehlungen gibt mit Ausnahme der der Toxinausleitung und Entgiftung. Jedoch sollte auch diese wohl überlegt und dosiert sein, von einer Entgiftung und Toxinausleitung in "Eigenregie" würde ich ebenfalls abraten, da auch hierbei zahlreiche Fehlerquellen lauern. Ich beschäftige mich mittlerweile seit 1999 intensiv mit der Hufrehe-Erkrankung, und auch mein eigenes Pferd erkrankte in diesem Jahr im Alter von drei Jahren. Ich kann sagen: Hufrehe ist die tückischste Erkrankung schlechthin.

Mein Resümee aus den vergangenen Jahren ist: Ich berate umfangreich und ausführlich zu meinen Produkten, sämtliche weiteren zahlreich anfallenden Fragen beantworte ich ausschließlich in einem telefonischen Beratungsgespräch nach Terminabsprache, da ich hierfür Zeit benötige, Hintergrundfragen stellen muss, eine gewisse Konzentration benötige und das alles nicht zwischen bzw. während Patientenbehandlungen bieten kann. Für mich kann nur so eine seriöse Beratung aussehen, da früher einmal allgemein gültige Empfehlungen heute bei den massiv ansteigenden und oftmals kaum zu erklärenden, stark voneinander abweichenden Hufrehe-Erkrankungen keine echte Hilfe mehr sein können. Man würde den Pferden damit einfach nicht gerecht; dies zeigt auch das heutige Beispiel aus der Praxis.

Avalon ist ein nicht alltäglicher Hufrehepatient und allgemein gültige Empfehlungen hätten bei ihm – so glaube ich heute – direkt zum Tode geführt. Denn: Diese massiven Hufentzündungen sind absolut unüblich und waren Avalons größtes Problem. Bei einer "normalen" Hufrehe-Beratung hätte man diese nicht berücksichtigen können, da für die Einschätzung der "Tiefgang" gefehlt hätte. Hier seine Krankengeschichte als chronologisch sortierter Werdegang:


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Die erschreckende Krankengeschichte von Avalon

erzählt von Sonja Sanchez de la Cerda (Österreich)
16. Juni 2006

Am Donnerstag dieser Woche wurde an unserem Pferd Avalon (20-jähriger Wallach) aufgrund einer Röntgenaufnahme festgestellt, dass er Belastungsrehe habe. Vorher bestand der Verdacht auf Hufabszess, nachdem am Kronrand ein ca. 5 cm breiter nässender Spalt auftrat und er nach Abnahme des Eisens bei Prüfung mit der Zange druckempfindlich war.

Kurzer Rückblick:

Avalon erlitt am 7. Mai 2006 einen Einschuss ins linke Karpalgelenk – es folgten schmerzstillende Spritze und Vliesbandage nach Röntgen von ganz unten bis ganz oben und das über 12 Stunden (die Nacht) als Stütze, falls doch eine Bruchverletzung vorhanden sei. Nach Auswertung des Röntgens stellte sich Gott sei Dank kein Bruch heraus. Am nächsten Tag war das Bein unsagbar von oben bis unten angeschwollen und Avalon stand nur mehr in der Ecke und konnte sich kaum mehr bewegen. Daraufhin folgten viele Tage mit Kühlung durch Wasser und Bewegung (mehrmals täglich). In dieser Zeit bekam er selbstverständlich schmerzstillende Spritzen und wegen der Infektionsgefahr nach dem Einschuss Antibiotika - zuerst 5 Tage. Zusätzliche Behandlung mit jeden Tag 2 x Magnetfeldmatte an der betroffenen Stelle und am ganzen Körper. Nach einer Woche wurde mir dann geraten, Lymphdrainagen (jeden 2. Tag) am kranken Bein durchführen zu lassen, was zu einem sehr guten Ergebnis führte. Am 15.06.2006 begann er plötzlich rechts zu lahmen: Zwei Tage nach einem schon überfälligen Beschlag mit Hilfe von Schmerzmitteln, da er das Karpalgelenk ja nur unter großen Schmerzen abbiegen konnte. Am Nachmittag war es so schlimm, dass ich sofort meine Tierärztin verständigte und diese meinte, dass dies von der Überbelastung käme. Es wurde jedoch nie von Belastungsrehe gesprochen! Ich wusste auch nicht, dass es eine solche gibt!

Weiter stellte sie nach chiropraktischer Untersuchung fest, dass das Ileosakralgelenk links etwas hoch stand und sie behandelte dieses. Dies ging ca. 1 Woche gut, dann ging es ihm wieder viel schlechter. Die Tierärztin meinte, wir würden uns im Kreis drehen und wir sollten uns überlegen, ihn einschläfern zu lassen. Wir waren am Boden zerstört. Eine liebe Cousine bewahrte mich, eine überschnelle Entscheidung zu treffen und riet mir, ihn einfach sich erstmal regenerieren zu lassen. Es war ja eine wirklich schwere Beeinträchtigung durch das total angeschwollene Gelenk und da könne man nicht erwarten, dass er in einigen Wochen wieder fit ist. So bekam er in den nächsten Tagen wieder Medikamente gegen die Schmerzen und wir versuchten, ihm so viel Bewegungsfreiheit wie möglich zu verschaffen. So kam er morgens drei Stunden und nachmittags (ab ca. 17.00 Uhr) vier Stunden auf die Koppel. Was er zuerst auch richtig genoss. Letzte Woche zog ich dann, nachdem er noch immer humpelte, jetzt doch wieder mehr links als rechts, eine Chiropraktikerin hinzu, die dann die oben angeführte Diagnose stellte. Nach dem Einrichten der Wirbel hatte man wirklich das Gefühl, dass er sich besser bewegen konnte. Es wurde von Tag zu Tag besser. Wahrscheinlich war auch ein bisschen Täuschung dabei, da er nach der Behandlung für einige Tage Schmerzmittel bekam. So erkannten wir weiterhin das wirkliche Problem nicht.

Obwohl von unserer Ärztin laufend die Pulsation und die Huftemperatur überprüft wurde, erkannte sie das wirkliche Problem nicht. Erst am Abend des 10. Juli 2006 zeigte mir Avalon sein Problem: Er zeigte mir mit seinem Kopf die Stelle am Hufrand und blieb so lange darauf, bis ich sie mir anschaute. Da traf mich fast der Schlag, hier war eine nässende Stelle zwischen Fell und Kronrand. Zuerst dachte ich mir, dass er sich hier eine Verletzung zugezogen hatte. Am nächsten Tag kam abermals die Chiropraktikerin, welche auch Tierärztin für Pferde ist, und kontrollierte seine Wirbelsäule. Der Befund war super, er hatte keine Schmerzpunkte mehr. Dafür hatten wir ein Problem an der rechten Hand. Der zufällig anwesende Hufschmied nahm das Eisen ab und dann stellten beide fest, dass es sich wahrscheinlich um einen Hufabszess handele. Obwohl dies nicht eindeutig war, nachdem der Kronrand in der Mitte aufgebrochen war und er die Druckempfindlichkeit auf der Seite zeigt, was untypisch ist. Es wurde auch der Verdacht geäußert, dass vielleicht seit dem letzten Beschlagen vor drei Wochen ein Nagel nicht genau saß und er den Schmerz beim Beschlagen jedoch nicht zeigen konnte, da das Beschlagen unter Medikamenten erfolgte. So wurde vorerst ein Sauerkrautwickel auf der Sohle mit Bandagierung des Hufes angebracht und gehofft, dass dadurch ein noch nicht sichtbarer Abszess aufgehen konnte.

Am nächsten Tag zeigte sich noch immer nichts. Dann wurde noch für 24 Stunden ein Glaubersalz aufgelegt; wieder zeigte sich nichts, nur dass die Sohle etwas abgesunken war - für mich als Laie leider noch kein Alarmzeichen. Ich vertraute den Fachleuten. Darauf gab mir ein befreundeter Tierarzt (Arzt an der Uniklinik Wien) den entscheidenden Tipp, ein Röntgenbild machen zu lassen, das dann zu Tage förderte, dass es kein Abszess war, sondern eine Belastungsrehe rechts vorne mit einer Rotation von ca. 6°. Die Hufspitze hat noch 5,4 mm zur Sohle. Ich war total geschockt. Avalon erhielt daraufhin sofort ein Eisen mit einem Steg, damit die Beugesehne nicht noch weiter die Hufspitze nach unten ziehe. Weiterhin wurden in seiner Box 40 cm Sägespäne eingestreut. Sein Futter - morgens 1 Liter warme Kleie mit 30 g Ingwer und abends 1 Liter Müsli sowie jeweils Heu - sollte auf die halbe Menge reduziert werden - Anordnung der Ärztin. Nach Rücksprache mit dem Hufschmied (ein älterer Herr) riet mir dieser jedoch, das Müsli wegzulassen und nur Kleie zu füttern, da energiereiche Kost für den Heilungsprozess nicht förderlich sei, sondern das Blut verdicke. Das waren leider nicht die idealen Tipps, weder die halbe Menge, noch die Kleie. Der Zustand zu diesem Zeitpunkt: Er steht auf seinen vier Beinen, auch wenn er immer wieder das kranke Bein entlastet. Er humpelt nur ein bisschen am Reitplatz. Es gehen ihm vermehrt Haare aus und er hat kahle Stellen im Rückenbereich, auch wenn die Tierärztin heute meinte, das sei auf die Hitze zurückzuführen. Aber bis jetzt hatte er immer wunderschönes dichtes, glänzendes Haar.

16. Juli 2006

Ich suche im Internet verzweifelt nach Hilfe und finde dort unter dem Stichwort "Hufrehe" das Tierheilkundezentrum und Claudia Nehls. Sofort vereinbare ich ein telefonisches Beratungsgespräch mit ihr und schildere Avalons Krankengeschichte. Wir besprechen ausführlich das weitere Vorgehen. Ich bekomme eine energie-, zucker- und eiweißreduzierte Futtermittelempfehlung von Claudia Nehls. Parallel erfolgen Informationen zur lokalen Behandlung und ich bekomme umfangreiche Informationen über die Hufrehe-Erkrankung. Gleich nach dem Beratungsgespräch bestelle ich auf Empfehlung von Frau Nehls in ihrem Internetshop die Biologische Hufkur und die getrockneten Ergänzungsfuttermittel Lauf-Fit und Rehe-Ex.

18. Juli 2006

Die Mittel habe ich erhalten und sofort mit der Fütterung begonnen. 1 x täglich die Mischungen von Frau Nehls: Rehe-Ex, Lauf-Fit sowie 1 x tägl. Biologische Hufkur. Avalon mag das Lauf-Fit nicht sehr, die anderen Ergänzungsfuttermittel frisst er ohne Probleme. Wir mischen die Kräuter unter Heucobs. Er verlässt noch jeden Tag die Box, um raus zu gehen.

21. Juli 2006

Er geht nicht mehr aus der Box oder nur mit größter Anstrengung. Das größte Problem scheint der Kronrand zu sein! Hier ist ein ca. 5 cm breiter Bereich offen und fühlt sich verkrustet und örtlich begrenzt auf den offenen Bereich warm an. Die Tierärztin - darauf angesprochen - empfiehlt nur mit Blauspray zu behandeln, damit keine weitere Entzündung entstehe. Sonst sagt sie dazu nichts.

22. Juli 2006

Wir sind verzweifelt. Unsere Tierärztin, die Avalon bisher betreut hat, hat ihn aufgegeben! Sie hat ihn nicht einmal mehr angeschaut, obwohl ihr mein Mann den offenen Hufrand gezeigt hat!

23. Juli 2006

Heute kann Avalon überhaupt nur mehr auf 3 Beinen stehen, am Hufrand ist ca. in der Mitte ein bisschen nach rechts gehend (von vorne gesehen) eine starke Wölbung des Fells - wie ein Geschwür - sichtbar. Kann es sein, dass er ausschuht? Ist das dann das Todesurteil? Nachdem ich nun keinen Arzt mehr finde, der ihn betreut, habe ich mich entschlossen, ihn am Nachmittag in die Uniklinik Wien zu stellen - Bedingung, dass er weiter das von Frau Nehls empfohlene Futter und die lokale Huf-/Wundbearbeitung, die sie aufgrund unseres telefonischen Beratungsgesprächs verordnet hat, bekommt. Ich möchte nur sicher sein, dass es sich nicht um ein Geschwür handelt, dass man nicht richtig behandelt. Es war ja offen und er steht in Sägespänen bzw. war am Reitplatz, wo Sand ist. Auch wenn ich die Wunde immer gepflegt habe, kann doch sehr leicht eine Infektion entstehen - auch mit Blick auf die vielen Fliegen. Am Huf wurde nur unter den Beschlag ein fester Styroporkern geschoben, damit er nicht mehr am Beton in der Stallgasse rutscht. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich - außer von Frau Nehls - von lauter Quacksalbern umgeben bin, die einfach nur diese eine Lösung kennen: "Einschläfern, keine Chance!" Vielleicht haben wir doch noch eine Chance? Wichtig ist auch, dass Frau Nehls sagte: "Wenn Avalon nicht aus der Box will, bitte nicht zwingen, dann soll er halt drinnen bleiben. Bewegung bitte nur freiwillig." Avalon wurde zweimal, nachdem Belastungsrehe diagnostiziert wurde, beschlagen. Ist hierin eventuell eine Ursache für die Verschlechterung zu finden? Einlieferung Uniklinik Wien, da er unserer Meinung nach im Stall aufgrund der sichtbaren Infektion am Kronrand überhaupt keine Chance hat.

24. Juli 2006

Ich versuche die behandelnden Ärzte davon zu überzeugen, dass Avalon ein Recht auf Leben habe und es dem Menschen nicht zustehe, ihm dieses einfach zu nehmen. Tierschutz hin und her, wenn ein Tier frisst und am Leben teilnimmt, so meine ich, möchte es leben. So kämpfe ich für Avalon.

26. Juli 2006

Avalon frisst und ist aufmerksam.

28. Juli 2006

Erste Haaranalyse durch Frau Nehls: Niederschmetternd, sämtliche Werte waren schlecht!

9. August 2006

Heute ein sehr gute Nachricht, ich komme direkt von der Klinik. Zwei der behandelnden Ärzte sind von der Erholung Avalons ganz begeistert. Beim gestrigen Befund stand sogar: Pferd läuft in die Box mit drei Beinen. Also wirklich erstaunlich. Am Huf bildet sich Granulationsgewebe und beim gestrigen Neuverband war alles trocken, keine neuerliche Eiterbildung und dies schon seit einer Woche. Diesbezüglich sieht es also gut aus. Auch belastet er immer mehr den Rehefuss, steht teilweise auf 4 Beinen. Er bekommt noch Schmerzmittel zweimal täglich. Auch wenn der Weg noch lange ist, sieht man schon ein bisschen Licht und wir denken, er wird es schaffen.

10. August 2006

In den letzten beiden Wochen hat sich Avalon sichtlich erholt. Ich habe heute mit der Klinik gesprochen, die sind ganz zufrieden. Die eitrige Stelle am Strahl ist wieder ganz geschlossen und o.k. Er belastet das rechte Bein mehr und mehr. Er ist in seiner Box sehr rege und wenn man die Boxentür öffnet, geht er immer gleich einige Schritte in die Boxengasse. Sein Fell hat sich ca. zur Hälfte von vorne gesehen am Körper bereits sehr verbessert; ist wieder glänzend und weich. Die andere Hälfte zeigt immer noch etwas Flecken und ist rauer. Aber das wird auch noch. Mittlerweile frisst er die Kräuter ohne Probleme – mit geriebenen Karotten und das Lauf-Fit mit geriebenen Äpfeln. Er bekommt auch noch eine Handvoll von Attis & Sunnys Magen & Darmfit von Frau Nehls dazu. Sie denken, dass er noch ca. 4 bis 6 Wochen am Fuß einen Verband benötigt, da die offene Stelle am Kronrand noch nicht ganz trocken ist. Antibiotika sind seit einer Woche abgesetzt. Nun brauchen wir nur mehr Geduld und die haben wir!

27. August 2006

Avalons Fellausfall ist nicht mehr so stark, im vorderen Körperbereich wird das Fell zunehmend weicher, im rückwärtigen Teil hat er schuppende Hautteile, die jedoch nicht nässen, wo auch das Fell stärker ausgeht. Diesen Bereich behandele ich derzeit mit Aloe Vera Gelly (100 % Aloe Vera) und die Hautschuppen lösen sich dadurch schön. Ich habe das Gefühl, dass es ihm gut tue, auch wenn die Heilung natürlich von innen kommen muss. Ursache dieser Hautschuppen wahrscheinlich die vielen Medikamente. Derzeit bekommt er noch Schmerzmittel und 1 ml Magenschutzmittel zweimal täglich.

6. September 2006

Avalons Huf ist nun seit Montag komplett trocken, nachdem letzte Woche, wahrscheinlich aufgrund der einen Woche Cast (= Gips), wieder Eiter aufgetreten ist. Er bekam aber kein Antibiotikum. Die Ärzte sind zufrieden, er kann auch schon besser auftreten. Sein Fell am Rücken ist wieder komplett o.k., auch wenn er noch haart; jedoch wesentlich weniger stark als zu Beginn. Auch sein Gesamtzustand hat sich wesentlich verbessert. Seit letzter Woche Montag bekommt er zusätzlich noch Reiki (universelle Heilenergie nach Dr. Mikao Usui) mit zusätzlichem Laserkristall, was er sehr genießt. Es wurden bei ihm zusätzlich zur Belastungsrehe und seines schlechten Allgemeinzustandes massive Blockaden am Dickdarmmeridian und Blasenmeridian festgestellt, welche durch Reiki (ab diesem Tag zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Monaten) gelöst werden. Außerdem wird ihm so zusätzlich Energie zugeführt. Die Olewo-Karotten-Pellets frisst er ganz gierig mit dem getrockneten Rehe-Ex und Lauf-Fit. Bis zur völligen Gesundung, sein Huf hat doch einen sehr schweren Schaden durch Eiter und Hufrehe erlitten, können laut Aussage des behandelnden Arztes bis zu 20 Monate vergehen, bis der Huf komplett neu nachgewachsen ist ist (glücklicherweise wächst der Huf dank Biologischer Hufkur aber sehr schnell und qualitativ gut nach, daher bin ich überzeugt, dass es sehr viel schneller gehe als die vorhergesagten 20 Monate).


Avalon: Die Bilder

Hufrehe bei Wallach Avalon Hufrehe bei Wallach Avalon Hufrehe bei Wallach Avalon


15. September 2006

Sein Huf ist an der Sohle noch im Hufbeinspitzenbereich offen - nicht durchgebrochen, im anderen Sohlenbereich ist schon wieder Deckung gegeben, an der Vorderseite des Hufes ist am Kronrand schon ca. einen Finger breit der Huf nachgewachsen. Darunter ist ein Bereich ohne Huf, auch an der Hufspitze wurde ihm der Huf entfernt, wegen des Druckes. Der behandelnde Tierarzt revidierte die Heilungszeit nun von 20 auf 12 Monate – klingt doch schon optimistischer. Auch wenn er gleichzeitig sagt, dass Avalon es noch nicht sicher geschafft habe , da immer noch offene Stellen seien, an denen jederzeit eine Infektion auftreten könne. Sein Gesamtzustand hat sich wesentlich verbessert. Er hat auch gestern den Dauerkatheder für Zufuhr von Medikamenten am Hals entfernt bekommen. Er bekommt jetzt nur mehr 2 x 2 mg Buta + Magenschutz täglich, damit er das kranke Bein doch etwas belastet. Er kann mittlerweile mit dem kranken Bein sehr gut umgehen. Er ist rege, sobald die Box offen ist, ist er in der Stallgasse, die sehr schön groß ist und wo er sich ein bisschen bewegen kann. Er bekommt dann auch dort sein Heu. Der Stall ist übrigens sehr schön groß und sonnig. Man hat das Gefühl, dass er sich dort sehr wohl fühlt, was auch sehr wichtig ist. Er genießt jedenfalls die tägliche Betreuung durch uns oder durch unsere Studentin.

17. September 2006

Zweite Haaranalyse, welche schon sehr viel positiver ausgefallen ist. Frau Nehls sagt bzw. schreibt: "Avalon ist auf dem richtigen Weg, wenn zukünftig keine schwerwiegenden Fehler gemacht werden."

2. Oktober 2006

Heute hat der Hufschmied in der Klinik Avalons hintere Hufe gemacht und mich dann daraufhin angerufen. Er war ganz begeistert, wie gut er sich erholt habe (Biologische Hufkur). Er hat ihn vom ersten Tag an in der Klinik betreut, kranken Huf ausgeschnitten usw. Er hat das neue Beschlagen sogar ohne weiteres Schmerzmittel – nur 1 Buta täglich – ohne Probleme durchgehalten. Auch ist er gut aus der Box gegangen. Er meinte, dass Avalon ihn heute überzeugt habe, dass er es schaffen und wieder gesund werde! Auch die behandelnde Ärztin sagte mir das gestern schon! An der Sohle (diese war am 6. August noch komplett offen) ist nur mehr eine ca. 2 x 2 cm große Stelle. Der Strahl, der mit Eiter unterminiert war, ist zur Gänze schön nachgewachsen. Der Kronsaum ist rundherum wieder fest und ca. einen Finger breit in der Mitte, wo das Stück Hufwand fehlt, sehr schön – so wie es sich gehört – nachgewachsen. Die offene Stelle an der Hufvorderwand ist auch schon komplett trocken. Jetzt braucht es nur noch Geduld, bis der Huf herunterwächst. Mit der Belastung wird es auch täglich besser. Er entlastet sogar schon ganz kurzfristig das gesunde Bein. Alle meinten, er sei sehr zäh, sonst hätte er den Weg sicher nicht geschafft.

10. Oktober 2006

Avalon geht es sehr gut, er entlastet teilweise schon den gesunden Fuß mit dem kranken Fuß. Gestern waren in der Uniklinik für die Studenten verschiedene Vorträge über Lahmheiten bei Pferden. Avalon wurde mehrmals den Studenten vorgeführt und von den Professoren wurde er als "unser Avalon" bezeichnet. Die sind richtig stolz darauf, dass er noch lebe und es ihm so gut gehe. Auch wenn sie immer betonen, dass es doch noch das Risiko einer neuerlichen Belastungsrehe gebe. Sonst seien seine Chancen sehr gut, wieder ganz gesund zu werden. Auch sehen sie, wie gut er sich erholt hat: Gesamteindruck und Fell (super glänzend). Auch mussten sich die Professoren einiges von den Studenten wegen Tierschutz anhören, dass man ein Pferd mit Schmerzmittel und so langer Boxenhaft leben lasse – wo er doch schon 20 Jahre alt sei. Aber die Antwort war immer: Avalon wollte leben, nicht nur seine Besitzer wollten dies, und so hat man ihm die Chance gegeben. Außerdem antwortete ich den Studenten, dass man immer erst entscheiden könne, wenn man selber in der Situation wäre. Außerdem sollten sie sich überlegen, ob 20 Pferdejahre wirklich "genug seien" und Avalon wirklich keine Lebensberechtigung mehr habe. Heute werden viele Pferde 30 und mehr Jahre alt und sind auch zufrieden. Aber so denken halt junge Leute Anfang 20. Einige sind sehr interessiert, was ich ihm gefüttert habe und ich habe sie auf die Internetadresse von Frau Nehls verwiesen! Ich finde, dass es wichtig wäre, dass hinsichtlich der Fütterung ein Umdenken stattfindet und nicht wie üblich, Kleie und Kraftfutter in allen Situationen gefüttert wird.

24. Oktober 2006

Avalon geht es immer besser: An der Sohle ist nurmehr eine ganz kleine Stelle (ca. einen kleinen Fingernagel groß) offen, auch ist sie großteils schon fest, der Kronsaum wächst gut nach, auch wenn im vorderen Bereich das Horn durch die Rehe nicht mehr so gut werden wird. Er hat nur noch einen gesunden Hufbereich im hinteren Bereich, was aber laut Auskunft kein Problem sei, da die anderen Bereiche ohne Probleme nachwachsen. Es ist einfach Geduld angesagt. Zur Zeit hat er im Strahlbereich eine Gipsschale als Unterlage (vorher Huf bandagiert), der vordere Bereich ist schwebend und gut unterpolstert, so dass er auch auf der Sohle ohne Probleme stehen kann. Der Schmied hofft, dass er ihm in drei bis vier Wochen ein Eisen (wenn auch kein richtiges) allerdings mit Nägeln, anbringen kann, da nur bei akuter Rehe von einem Nagelbeschlag abzuraten sei.

2. November 2006

Gestern war ein super Tag: Der behandelnde Arzt meinte, dass Avalon bereits vor Weihnachten nach Hause könne. Sie sind mit dem Huf und seinem Allgemeinzustand sehr zufrieden. Auch der linke belastete Huf hat bis jetzt alles ohne Probleme überstanden. Ich denke jedoch, dass ich ihn noch eine Weile in der Klinik lassen werden, bis er sich gut erholt hat. Dort gibt es die Möglichkeit eines Bewegungszentrums usw. Auch wird er von uns täglich betreut, gefüttert und geputzt. Momentan ist der Huf noch in einem Verband, da es noch einige Wochen dauern wird, bis ein Beschlag möglich ist.

5. November 2006

Wieder eine große Neuigkeit: Avalons Huf ist gut verhornt und er bekommt nächste Woche einen Beschlag (wenn auch keinen normalen) mit Nägeln. Laut Hufschmied wäre ein Krankenschuh nicht gut für seinen Huf und kleben würde den Teil des Hufes, der noch in Ordnung ist, beschädigen. Er bekommt auch seit einigen Tagen keine Schmerzmittel mehr und belastet immer mehr den "kranken" Fuß. Im Moment muss er sich einmal daran gewöhnen, dass er wieder 4 Beine belasten kann, aber das wird schon. Das Sprichwort "Die Hoffnung stirbt zuletzt" hat wirklich Gültigkeit und ich kann nur Jedem sagen, sich daran zu halten, und die Hoffnung nie aufzugeben!

7. November 2006

Avalon wurde mit je vier Nägeln beschlagen, er hat jedoch noch einen Keil, der langsam in der Höhe verringert wird. Dann erst wird der zweite Huf wieder beschlagen, dann auch an diesem wieder langsam der Keil verringert. Im Moment hat er am festen Boden etwas Probleme beim Auftreten, ungewohnt, am weichen Boden geht es besser. Das Saumband ist nun offen sichtbar, es wächst schön gerade nach. Der Beschlag muss jedoch nach zwei Tagen entfernt werden, zu viel Zug an den Hufwänden.

30. November 2006

Dritte Haaranalyse durch Frau Nehls: Erfreuliches Ergebnis, es sieht gut aus!

1. Dezember 2006

Letzte Woche am Dienstagabend hatte Avalon plötzlich am Kronrand in der Mitte eine kleine eitrige Stelle. Der Huf wurde von unten nach oben dann sofort gespült und wieder täglich verbunden. Seit Samstag ist wieder alles trocken. Auch die leichte Strahlfäule am linken Huf ist wieder komplett o.k.! Problem ist, dass er im vorderen Bereich – mittig – durch die Rehe eine lose Wand hat und so doch das Risiko besteht, dass Bakterien eindringen können. Diese lose Wand kann im Moment laut Röntgenbild noch nicht abgetragen werden, da noch zu wenig nachgewachsen ist, damit der ganze Huf zusammenhält. Sonst geht es ihm wirklich super. Er war am Freitag das erste Mal im Freien bei Sonnenschein spazieren. Er war ganz aufgeregt und glücklich. Nun gehen wir mit ihm jeden Tag im Freien – bis jetzt immer im Innenbereich der Klinik – spazieren, damit die Durchblutung im Huf angeregt wird. Die Wege werden immer weiter. Bei den ersten Schritten ist er immer sehr vorsichtig, dann wird es von Schritt zu Schritt besser. Seine Sehnen und der Huf im Gesamten sind laut Röntgenbild vom letzten Mittwoch o.k. Es wird jetzt versucht, die Hufbeinsenkung zu korrigieren, denn innerhalb der losen Wand ist eine Parallele zum Hufbein, Sohlendeckung auch schon einen guten Zentimeter. Es sieht also gut aus, auch wenn noch viel Geduld und doch auch Glück erforderlich ist. Die Kräuterergänzungen von Frau Nehls habe ich erhöht. Das getrocknete Lauf-Fit von Frau Nehls frisst er mit Schwarzkümmelöl jetzt ohne Probleme.

11. Dezember 2006

Avalon erholt sich gut. Seit letztem Samstag ist er jeden Tag ein bisschen in der Bewegungshalle auf weichem Boden. Beim ersten Mal war ich mit ihm alleine dort. Ich habe ihn frei laufen lassen. Zuerst galoppierte(!) er los und lief dann zwei Runden im Trab. Er war ganz glücklich. Wenn Sie ihn sehen könnten, man glaubt nicht, ein ehemals so (tod)krankes Pferd vor sich zu haben. Auch die Studenten und der nun für Avalon zuständige Professor – er ist super – sowie der Hufschmied sind ganz begeistert. Auf festem Boden tut er sich noch ein bisschen schwer. Heute besorgt der Hufschmied einen Hufschuh – die Zehe tut Avalon aufgrund des fehlenden Hufes in diesem Bereich ein bisschen weh. Es wurde von der Klinik auch ein neues Mittel gegen Bakterien und Pilze, welches jedoch nicht den Huf angreift, sondern ihn pflegt, besorgt. Dieses wird jeden zweiten Tag auf den gesamten Huf aufgetragen und wird über das Horn aufgenommen. Also er wird bestens gepflegt und gefüttert. Man sieht, wenn man die Geduld aufbringt, wird man wieder gesund!

23. Januar 2007

Im hinteren Bereich hat Avalon schon eine Sohlendeckung von ca. 2 cm, im Zehenbereich leider erst ca. 6 mm, da hier ja Ende November noch einmal aufgemacht wurde – leichter Eiter durch lose Wand. Diese lose Wand ist nun schon fast zur Gänze losgelöst und abgetragen worden. Er hat auch nun mehr seitlich einen Gips und auf der Sohle, der vordere Bereich ist offen und wird mit Kevin Bacon´s Hufschutzmittel behandelt: Gegen Pilze und Bakterien. Es wird ins Auge gefasst, bald einen Spezialbeschlag zu machen (Zehe schwebend), da er in diesem Bereich aufgrund fehlender Sohlendeckung druckempfindlich ist. So wäre dann wieder ein ganz großer Schritt getan und der Huf könnte sicher noch besser nachwachsen als doch mit einem Teil Gips.

24. Januar 2007

Vierte Haaranalyse, weiterhin erfreuliches Ergebnis: "Alles so weitermachen, wie bisher. Es steht einer kompletten Regeneration nichts im Wege. Vorrang hat eine optimale Hufbearbeitung."

20. Februar 2007

Gestern wurde Avalon mit einem umgedrehten Eisen beschlagen, vorher Korrektur im Trachten- und Sohlenbereich. Es geht ihm nun viel besser beim Gehen. Sogar der Uniklinikchef hat ihn angeschaut und meinte, dass er wohl viele Schmerzmittel haben muss, um so zu gehen. Dies ist jedoch nicht der Fall, er ist schmerzmittelfrei! Alle Ärzte haben sich gestern riesig über den Fortschritt gefreut! Nun will er mehr aus der Box aufs Paddock, wo er auch hin darf. Er frisst weiterhin brav die Ergänzungsfuttermittel von Frau Nehls: getrocknete Mischung Lauf-Fit, Rehe-Ex, Horse Allround sowie die Biologische Hufkur in doppelter Dosierung.

17. März 2007

Avalon ist nun jeden Tag ca. zwei bis drei Stunden am Sandpaddock und nachmittags bzw. abends gehe ich mit ihm ca. ½ Stunde in die Bewegungshalle, wo er wirklich fleißig Schritt geht. Am Anfang waren seine Schritte nach der Bewegungshalle am harten Boden sehr zögerlich und scheinbar ein bisschen schmerzhaft, doch nach ca. drei Wochen geht es schon wirklich gut.

24. März 2007

Fünfte Haaranalyse: Wieder verbesserte Ergebnisse!

5. April 2007

Neuer Beschlag mit Eiereisen mit Lederunterfütterung, wobei im Zehenbereich freiliegend.

21. April 2007

Avalon geht nun endlich nach fast genau neun Monaten Klinikaufenthalt nach Hause. Es geht ihm wirklich super, auch wenn er noch lahmt.

2. Juni 2007

Avalon ist nun seit sechs Wochen zu Hause in einem neuen Stall. Er wird täglich zweimal auf Wiesen- und Waldwegen spazieren geführt, damit die Durchblutung in seinem Huf gefördert wird. Er fühlt sich in seiner neuen Umgebung sichtlich wohl.

Zusammenfassung

Ich bin überzeugt, dass Avalon ohne

seine schwere Erkrankung nicht überlebt hätte! Wichtig ist sicherlich, dass weiterhin keine Fehler bei der Fütterung und Haltung gemacht werden und, dass Avalon weiter seine Ergänzungsfuttermittel von Frau Nehls dauerhaft bekommt! Einen großen Dank an Alle, die dazu beigetragen haben, dass Avalon noch weiter ein glückliches Pferdeleben führen darf und wir weiter viele schöne Stunden mit ihm genießen dürfen.

Sonja Sanchez de la Cerda aus Österreich (Juni 2007)


Schlusswort:

Die Geduld, die die Familie Sanchez aufgebracht hat, ist ebenso herausragend wie Avalons Hufrehe-Geschichte; ich habe derartige Infektionen, Entzündungen, Vereiterungen etc. im Zuge einer Hufrehe-Erkrankung in all den Jahren nicht erlebt! Ich war jetzt fast ein Jahr begleitend tätig mit Rat, Tipps, Hilfe, Haaranalysen, homöopathischen Therapievorschlägen und meinen Ergänzungsfuttermitteln und mir ist bewusst, wie schwierig das alles für die Familie Sanchez war. Die behandelnden Klinikärzte hatten keinen Einwand gegen die Fütterung der Kräutermischungen und die Homäopathika. Die Ärzte stellten nur in den ersten Tagen des Klinikaufenthalts den Tierschutz immer wieder zur Diskussion.

Nach und nach erkannten diese jedoch, dass Avalon leben möchte und die Familie Sanchez alles dazu beiträgt. Für Familie Sanchez war das letzte Jahr eine starke Belastung zwischen Hoffen und Bangen: Ich freue mich sehr, dass wir es – und das sollte jeder Beteiligte einfach nur akzeptieren und anerkennen – in Gemeinschaft über Grenzen hinweg geschafft haben, Avalon sein Leben, seine Lebensqualität zurückzugeben. Es geht hier nicht darum, welche Methode letztlich die Richtige war, welche Therapie, welches Vorgehen den Erfolg brachte. Es geht alleine darum: In enger Kooperation haben wir Avalon seine Lebensqualität zurückgeben können! Ohne dieses ganzheitliche Konzept aus weitreichender Desinfektion, Hufbearbeitung, richtiger Fütterung (auch zur Vermeidung eines erneuten akuten Hufrehe-Schubes), veterinär- und homöopathischer Medikamente, alternativer (Bewegungs-)Therapien, guter Betreuung und intensiver Überwachung durch Klinikärzte und Familie Sanchez, wäre es keinesfalls möglich gewesen, Avalon ein "zweites Leben" zu schenken!

Man muss es deutlich sagen: In der ersten Zeit des Klinikaufenthalts war es so, dass keiner der behandelnden Ärzte an ein pferdegerechtes Überleben gedacht hatte. Niemand glaubte, dass Avalon es schaffen würde! Ich erinnere mich noch an manch verzweifelt klingende Mails und Telefongespräche, die wenig Hoffnung gaben und an meine immer positive Einschätzung der Situation. Nicht jeder Pferdebesitzer ist so couragiert und selbstbewusst wie Familie Sanchez, die sich zu keiner Zeit und von Niemandem von ihrem Weg abbringen ließ!

Avalon ist in einen neuen Stall mit für ihn optimalen Bedingungen umgezogen. Ihm geht es heute wunderbar: Auch das hat Familie Sanchez durchgesetzt. Wären im neuen Stall die Bedingungen nicht optimal für gewesen: Man wäre auch noch ein weiteres Mal umgezogen. Ein gesundes Selbstbewusstein, ausdauernder persönlicher Einsatz und das Bestreben, alles nur Mögliche zur Gesundung beizutragen, prägt hier das Überleben von Avalon. Ziehe ich hier ein Resümee, muss ich sagen: 99 % aller Patienten hätten nicht überlebt!

 
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