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Stichwort: Pferd und Ingwer

Der große Ingwer-Report 2007/2008

Der Ingwer-Grobschnitt sechs Monate in der Tierheilpraxis: Jetzt liegt das Resümee vor

Von Claudia Nehls

Rund drei Jahre sind inzwischen seit dem letzten Ingwer-Erfahrungsbericht der weit über Deutschlands Grenzen hinaus populären Tierheilpraktikerin Claudia Nehls vergangen. Grund genug, abermals den Ingwer in einen neuen aktuellen "Härtetest" (Beginn: Juli 2007) zu schicken, zumal wirklich renommierte und vor allem  neutral-kritische (!)  Erfahrungsberichte über den Ingwereinsatz äußerst rar gesät sind. Fast immer stecken kommerzielle Interessen oder Selbstdarsteller-Ambitionen hinter den Berichten, angeblichen "Studien" und Publikationen. Und noch etwas wollten wir erstmals bei pferdeglueck.de ganz genau wissen: Wie schlägt sich der Ingwer-Grobschnitt gegenüber dem Pulver? Immerhin basieren nahezu alle bisherigen Dosier- und Anwendungstipps auf Erfahrungen mit dem reinen (leider von besonders sensiblen Pferden bisweilen verpönten) Ingwerpulver. Auch das wird Claudia Nehls in den kommenden Wochen kritisch unter die Lupe nehmen. Dabei geht es übrigens dieses Mal nicht nur darum, Symptome zu kaschieren, sondern Claudia Nehls wird, wie es ihr Berufsstand vorgibt, die  ganzheitlichen !  (Aus-)Wirkungen des Ingwers analysieren:

Da immer wieder von Akzeptanzproblemen des pulverisierten Ingwers berichtet wird und ich diese auch aus meiner Praxis kenne, habe ich mich entschlossen, einmal die Wirkung des in Scheiben geschnittenen Ingwers aus Sri Lanka, KBA (Kontrollierter biologischer Anbau, DE-021-Öko-Kontrollstelle) mit einem Gesamt-Gingerolgehalt nach ISO-Norm HPLC: 3,80g/100g zu testen. Testkandidaten sind:

Der Ingwer ist da, es geht los!

Der Ingwer trifft – wie per Mail angekündigt – pünktlich ein und ich mache mich erst einmal vertraut mit der Abwiegung und mit für mich ganz neuen Eindrücken: Der in Scheiben geschnittene Ingwer riecht keineswegs scharf, obwohl er einen höheren Gingerolgehalt aufweist als das Ingwerpulver. Das verblüfft mich erst einmal! Er duftet – man mag es kaum glauben – nach Zitrone. Nach Inaugenscheinnahme habe ich erst einmal ein sehr gutes Gefühl, dass es nicht schwierig sein wird, den Pferden den geschnittenen Ingwer zu füttern, da hier kaum große Akzeptanzprobleme entstehen dürften! Ich muss für mich erst einmal ein ungefähres Augenmaß finden: Wie viel sind wie viel Gramm? Ich besorge mir eine Digitalwaage, die ab 1 Gramm genau anzeigt. Ich stelle fest: 1 gut gehäufter Messlöffel entspricht ca. 10 Gramm. Schön, so muss ich nicht jedes Mal einzeln alles abwiegen, sondern habe auch beim in Scheiben geschnittenen Ingwer ein ungefähres Augenmaß. Ich beginne mit 30 Gramm pro Pferd. Außer beim Apaloosawallach: Hier setzen wir gleich 50 Gramm ein und werden schon in den nächsten Tagen ggf. bis auf 90 Gramm steigern. Bei dem Apaloosawallach bin ich der Meinung: Hier müssen wir gleich einmal hoch dosieren, zu groß sind die vorhandenen Probleme!


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Haflinger

Teilnehmer des großen Inger-Reports 2007: Das ist Patient Nummer 1.

Vollblut-Wallach

Teilnehmer des großen Inger-Reports 2007: Das ist Patient Nummer 2.

Haflinger

Teilnehmer des großen Inger-Reports 2007: Das ist Patient Nummer 3.

Haflinger

Teilnehmer des großen Inger-Reports 2007: Das ist Patient Nummer 4.

Apaloosawallach

Teilnehmer des großen Inger-Reports 2007: Das ist Patient Nummer 5. Der tapfere wie lebenslustige 28-jährige Apaloosawallach wird die größte Herausforderung für den Ingwer sein.

Haflinger

Dieses Mal muss der hervorragende BIO-Ingwer aus Sri Lanka als Grobschnitt zeigen, was in ihm steckt.


Ich kann mir auch vorstellen, dass die Verwertung des in Scheiben geschnittenen Ingwers ggf. schlechter sein wird als die des Pulvers. Aber: dies muss man abwarten; dies ist nur eine vorläufige Beurteilung meinerseits, als ich den Ingwer auspacke. Ich kann mir aber ebenso gut vorstellen, dass bedeutend weniger Akzeptanzprobleme entstehen werden und auch, dass der geschnittene Ingwer bedeutend weniger unangenehme Wirkungen aufweist. Es wurde in der Vergangenheit immer mal wieder von Magenproblemen, Problemen bei der Blutstillung, zum Beispiel bei Not-Kolikoperationen sowie auch von Kolik-Problemen beim Ingwerpulver berichtet. Inwieweit das Ingwerpulver verantwortlich ist, für eine Kolik beispielsweise, konnten wir in keinem Fall eindeutig nachvollziehen (dies ist schlichtweg unmöglich). Jedoch wären theoretische Magenprobleme bei sehr sensitiv reagierenden Pferden immerhin möglich und auch nachvollziehbar durch die Schärfe des Ingwerpulvers. Und auch wenn diese Probleme nicht mit dem Ingwerpulver zusammenhängen, so besteht für uns doch Handlungsbedarf, falls eine Mitverantwortlichkeit des Ingwerpulvers bestehen sollte, hier Alternativen für die ganz sensitiven Pferde aufzuzeigen! Diese Alternative finden wir – so hoffe ich – in geschnittenem Ingwer. Was die Schärfe angelangt, so kann ich guten Gewissens sagen: Hier ist der geschnittene Ingwer eine echte Alternative, von Schärfe rieche ich überhaupt nichts, Zitronenduft erfüllt mich vielmehr!

Überraschend wenig Akzeptanz-Probleme

Es mag sein, dass größere Mengen erforderlich sind zur Problembekämpfung, dies ist aber sicher letztlich das kleinere Problem. Ich werde berichten, was die nächsten Wochen erbringen. Soviel kann ich vorweg sagen: Akzeptanzprobleme konnte ich bisher noch keine feststellen; der 5-jährige Haflingerwallach wie auch die 4-jährige Haflingerstute fressen den Ingwer bereits fast als "Leckerchen". Bei den anderen Pferden klappt dies nicht; sie fressen ihn jedoch völlig unproblematisch in Ihrem Futter mit! Der Vorteil ist ganz klar: Die Schärfe ist genommen. Einen weiteren Vorteil sehe ich darin, dass wir kein scharfes Pulver verwenden, das bei chronischen Atemwegserkrankungen und zugleich trockener Fütterung ggf. Probleme mit sich bringen könnte.

Bei trockener Fütterung kann, z. B. bei Pferden mit chronischen Atemwegserkrankungen, zumindest theoretisch eine recht unangenehme Reizung entstehen, nämlich dergestalt, dass die Schärfe des Pulvers bzw. Teile des Pulvers in die Schleimhäute gelangen ohne Antagonist. Dies könnte letztlich Auslöser für einen äußerst unangenehmen Hustenreiz sein. Bei der Fütterung in eingeweichten Heucobs, Rübenschnitzeln etc. schalten wir dieses Problem bei der Ingwerpulverfütterung zwar aus. Jedoch kann die Gabe eingeweichter Futterrationen unter Umständen gerade im Sommer und bei in Reitställen untergebrachten Pferden schwierig praktizierbar werden. Vor diesem Hintergrund wäre eine Fütterung mit dem geschnittenen Ingwer sicherlich praktikabler bzw. praktischer für zahlreiche Pferdehalter. Mein Ansatzpunkt ist: Zu schauen, ob es für magenempfindliche Pferde und für Pferde, bei denen die Akzeptanzprobleme immens sind, der Grobschnitt eine brauchbare und ebenso wirkungsvolle Alternative zum Ingwerpulver darstellt, notfalls auch bei höherer Dosierung, die ich jedoch erst einmal zweitrangig betrachte. In regelmäßigen Abständen werde ich also von nun an weiter berichten.


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Das erste Erfahrungs-Update 23. Juli 2007

zusammengetragen von Claudia Nehls

Bislang konnten bei den oben genannten Pferden, die seit einigen Wochen den Ingwer-Grobschnitt erhalten, folgende Veränderungen festgestellt werden:

4-jährige Haflingerstute:

Das ständige "Pupsen" der 4-jährigen Haflingerstute hat gleich nach der ersten Ingwerfütterung deutlich abgenommen und der Erfolg bleibt konstant: Ich höre nicht mehr bei wenigen Schritten ein Pupsen, sondern im Durchschnitt ca. 5 x täglich, statt vormals ... ca. 40 x täglich! Auffällig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Pupserei nur so lange nicht auftritt, wie der Ingwer auch seine Wirksamkeit zu entfalten scheint: Füttere ich morgens Ingwer, höre ich vor bzw. bei der Fütterung noch einen bzw. wenige "Pupser", nach ca. 1 Stunde nach Fütterung hört es auf; gegen Nachmittag höre ich meist noch mal wieder einen oder wenige, füttere ich dann wieder Ingwer, habe ich bzw. die Stute wieder eine längere Zeit "keine Geräuschkulisse". Ich füttere ca. 30 Gramm täglich, will jedoch weiter steigern. Ich werde ausprobieren, ob eine höhere Dosis ggf. den dauerhaften Erfolg bringt, sodass wir ganz zur Ruhe kommen! Der Erfolg ist innerhalb weniger Tage jedoch ganz ansehnlich, das ist erst mal festzuhalten. Er stellte sich auch bereits unmittelbar nach der ersten Ingwerfütterung ein!

Wallach

Samoun, der 6-Jährige Wallach, ist einer der Hauptdarsteller in unserem großen neuen Ingwer-Erfahrungsreport.

Wallach

Und wie man sieht, ist Samoun schon wieder voller Tatendrang nach den ersten Wochen Ingwer.

6-jähriger Wallach:

Er ist nun beschwerdefrei. Er bekommt jetzt noch einige Tage Stallruhe, damit sich das Bein noch etwas regenerieren kann, bevor der Wirbelwind wieder losstürmt. Die Ingwerdosis beträgt täglich 30 Gramm, aufgeteilt in zwei Rationen. Diese werde ich auch noch einige Tage nach Ausheilung beibehalten und dann langsam herunter regeln. Da der Wallach Schmerzverhalten ausschließlich bei massiven Schmerzen zeigt (er galoppierte auch mit der Lahmheit über Langstrecken bei Weidehaltung) habe ich bei ihm nicht die Angst einer "Schmerzkaschierung". Dies natürlich auch vor dem Hintergrund, dass nur eine leichte Verletzung vorliegt, bei der Folgeschäden nicht zu erwarten sind. Ich gehe davon aus, dass die Entzündung abgeheilt ist. Die Prellung/Zerrung wurde nicht bandagiert, weitere Maßnahmen fanden nicht statt (bis auf Stallruhe in einer 12 x 8 Meter großen Box und kleinen Spaziergängen an der Hand).

12-jährige Haflingerstute:

Das Lahmen ist deutlich weniger geworden; man nimmt es kaum noch wahr und muss genau hinschauen, um es zu erkennen. Ich begann mit 30 Gramm Ingwer geschnitten, füttere zur Zeit jedoch täglich ca. 50 Gramm Ingwer. Mein Ziel ist eine völlige Lahmfreiheit, hieran muss ich aber noch weiter arbeiten! Die Stute ist gehfreudiger geworden. Man merkt, es fällt ihr leichter, sich zu bewegen. Auffallend jedoch: Bewegt sie sich zu viel, ist die Lahmheit einen "Touch" mehr wahrzunehmen. Auch dieser Erfolg stellte sich kurz nach Beginn der Fütterung ein: Es dauerte ca. 4 Tage, bis ich erstmals wahrnahm, dass die Lahmheit sichtbar abnahm, die Dosierung von 30 Gramm behielt ich dann noch einige Tage bei. Seit 2 Tagen habe ich die Ingwermenge nunmehr gesteigert von den zuvor 30 auf jetzt 50 Gramm! Bekanntermaßen stoppt Ingwer die degenerativen Prozesse jedoch auch bei einer Lahmfreiheit nicht. Ingwer hat ein ähnliches Wirkungsspektrum wie Schmerzmittel bzw. entzündungshemmende Mittel. Vorteil: keine schädlichen Nebenwirkungen auf Leber und Nieren auch bei Langzeitanwendung. Nachteil: der degenerative Prozess schreitet weiter fort!

Mein Erfahrungsbericht hat zum Ziel, zu schauen, ob eine Lahmfreiheit mit dem in Scheiben geschnittenen Ingwer und bei welcher Dosierungsmenge erzielt werden kann. Die degenerativen Prozesse der Podotrochlose bleiben hier also unbeachtet und finden keine Berücksichtigung im Ingwer-Erfahrungsbericht. Durch verschiedene Röntgenuntersuchungen ist bekannt, dass der Ingwer nicht imstande ist, Einfluss auf degenerative Prozesse zu nehmen. Ich möchte das hier ganz klar sagen! Nicht, dass der fatale Eindruck entsteht, Podotrochlose sei "heilbar" durch Ingwer. Das ist sie nämlich nicht! Ingwer hat Einfluss auf Schmerzen und Entzündungsreaktionen des Organismus, mehr nicht! Dies ist sicher eine Menge; jedoch letztlich was die Therapie der Podotrochlose betrifft, nicht zufriedenstellend!

Sobald die degenerativen Prozesse das Stadium X erreicht haben, wirkt dann meist nichts mehr und die Erlösung des Pferdes scheint der einzig gangbare Weg. Es fehlt eine Schmerzäußerung des Pferdes! Lahmheit/Schmerz, welche letztlich für Pferd und Besitzer erstes Kriterium für Schonung, röntgenologische Untersuchungen und Abklärungen, Anpassungen der Haltung und Fütterung sowie dementsprechende Therapien darstellen, fallen also schlichtweg fort. Andererseits nehmen wir dem Pferd nebenwirkungsfrei bzw. fast nebenwirkungsfrei den Schmerz, damit auch die Einschränkung durch Lahmheit, was ein großer Vorteil ist. Wir sollten verantwortungsbewusst mit dem Einsatz von Ingwer in der Fütterung umgehen und ihn nicht als "Allheilmittel" sehen, sondern als das, was er ist: ein natürliches Schmerz- und Entzündungsmittel, nicht mehr und nicht weniger!

Ich bin jedenfalls erst einmal froh, dass die Haflingerstute wieder fast lahmfrei läuft und dies mit sichtbarem Vergnügen. Mache mir jedoch im Hinterkopf Gedanken, auch die degenerativen Prozesse zumindest zum Stoppen zu bringen bzw. soweit zu regulieren, wie es gerade noch möglich ist! Würde beides gelingen, wäre es ein echter Erfolg und eine gute Prognose!

Beim 5-jährigen Wallach und bei dem 16-jährigen Wallach

gibt es bisher keine Veränderungen! Da diese jedoch eh kaum sichtbare Beschwerden hatten, muss ich die Entwicklung abwarten!

Der 28-jährige Wallach

macht erst mal keine großen Fortschritte: Er bekam letzte Woche auf meine Veranlassung hin erneut ein Antibiotikum injiziert, weil wir die Entzündung nicht reguliert bekamen (was nicht zuletzt daran lag, dass es Beschaffungsprobleme der verordneten homöopathischen Nosoden gab und diese somit nicht verabreicht werden konnten). Der Schmied hält es für nicht sinnvoll, einen orthopädischen Beschlag zu fertigen, weil er Röntgenbilder sehen möchte (welche nicht existieren und auch nicht beabsichtigt sind). Der Wallach bleibt also barfuss. Hiervon bin ich überhaupt nicht begeistert, muss es aber akzeptieren. Er ist weiterhin – so gut wie möglich – will ich mal sagen "stabil" und macht das Beste aus der nicht gerade "schönen" Situation. Nach Injizierung des Breitbandantibiotikums, das bei der ersten Injizierung (vor der Behandlung durch mich) zwar Erfolg zeigte, aber das höchstens zu 50 % und nicht auf Dauer, setzen wir nunmehr auch hier auf die Heilkräfte aus der Natur und geben frisch geriebenen Meerrettich.

Ich bin selbst gespannt, ob's funktioniert, da ich vorher noch nie mit Meerrettich gearbeitet habe. Die Besitzerin füttert täglich ca. 130 Gramm frisch geriebenen Meerrettich. Diese jetzt neue Erfahrung ist für mich auch eine der Interessantesten! Wir haben hier den Fall einer massiven (!) Entzündung und wollen schauen, wie der Meerrettich als natürliches Antibiotikum (welches wirklich erforderlich ist in diesem Falle!) wirkt und ob wir einen Erfolg erzielen können! Man darf also gespannt sein (auch hierzu in weiteren Updates mehr!) Letztlich steht der Wallach für mich dafür, ob ich nochmals oder vielleicht sogar öfter mit Meerrettich arbeite oder ihn gleich "ad acta" lege. Empfehlungen müssen sich im Härtefall erfolgreich zeigen, ansonsten taugen diese für mich nicht als "Empfehlungen". Der eindeutige Erfolg hat Priorität und jener Wallach ist nun Protagonist in diesem Meerrettich-"Versuch".

Das war es für heute bezüglich Neuigkeiten über den Einsatz des in Scheiben geschnittenen Ingwers, von deren Akzeptanz ich weiterhin, so ein erstes Fazit, begeistert bin!


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Das zweite Erfahrungs-Update 19. August 2007

zusammengetragen von Claudia Nehls

Die neuesten Erfahrungswerte unseres langfristigen Ingwertests liegen vor. Und dies hier ist der augenblickliche "Status quo" bei unseren zahlreichen "Testkandidaten":

Die Akzeptanz des in Scheiben geschnittenen Ingwers ist weiterhin sehr gut! Auch bei Patientenpferden nehme ich oft ein bisschen Ingwer mit zum Besuch und bitte die Pferdehalter, die Akzeptanz zu testen. Hier gibt es keinerlei Probleme, wie erwartet!

Der 6-jährige Vollblutwallach erhält seit gut einer Woche keinen Ingwer mehr und ist weiterhin absolut beschwerdefrei, trotz starker Belastung (die er sich allerdings freiwillig abverlangt). Auch bei langen Galoppstrecken tritt keine Lahmheit mehr auf. Auch wenn es sich hier "nur" um eine akute Prellung und Zerrung handelte, wirkte der Ingwer sehr schnell und sehr gut. Beschwerden wie Lahmheiten oder vorsichtiges Auftreten bzw. Ähnliches traten nicht wieder auf. Insgesamt wurde er ca. 14 Tage mit einer Dosierung von täglich etwa 30 – 40 Gramm (die Dosierung nahm ich eher "nach Augenmaß" vor) geschnittenem Ingwer gefüttert. Ich setzte den Ingwer auch von einem auf den anderen Tag ganz ab und "schlich" ihn nicht aus, was zunächst plante. Die Fütterung des Ingwers hielt ich jedoch noch ca. 5 Tage nach Beschwerdefreiheit unverändert bei. Nach einigen Tagen weiterer Stallruhe und vorsichtigen Spaziergängen (ohne Ingwerfütterung) ließ ich ihn dann wieder auf die Weide zum "Belastungstest". Dies nutzte er natürlich hemmungslos aus und rannte erst einmal 20 Minuten "um sein Leben" bzw. tobte in rasanter Geschwindigkeit mit richtiggehenden Zirkuseinlagen dermaßen auf der Weide, dass ich kaum hinschauen konnte. Aber: selbst nach dieser wirklichen "Zerreißprobe" traten keine noch so gearteten Lahmheiten mehr auf und er blieb beschwerdefrei.

Von der Haflingerstute gibt es nicht viel Neues zu berichten. Ein beim genaueren Hinschauen leichtes Ticken ist nach wie vor vorhanden; jedoch ist die Lahmheit im Vergleich zum Beginn der Fütterung um ca. 70 % verbessert worden. Sie bewegt sich wieder sichtbar gerne und scheint keine weiteren Einschränkungen durch ihr "leichtes Ticken", was eh nur bei wirklich ganz genauem Hinschauen noch auffällt, zu erfahren. Die Dosierung liegt jedoch mittlerweile auch bei ca. 100 Gramm täglich; dies, weil ich schauen wollte, ob auch das leichte "Ticken" zu unterbinden ist, was jedoch bisher noch nicht gelingt. Wie erwähnt, arbeite ich hier weiter daran, den Schmerz nicht nur einzudämmen bzw. Schmerzfreiheit zu erreichen, sondern auch den degenerativen Prozess zu stoppen bzw. möglichst – soweit möglich – rückgängig zu machen. Was mich zur Zeit einige schlaflose Nächte kostet bezüglich einer zusätzlichen Therapie, bzw. arbeitsreiche Tage mit der Beschäftigung über sinnvolle und möglichst auch bewiesene wirksame Therapieformen der Podotrochlose bzw. Arthrose. Wie gesagt: Im Ingwertest liegt mein Augenmerk bei der Schmerzfreiheit und somit Lahmfreiheit. Hieran arbeite ich noch, obwohl schon fast das Ziel erreicht ist, aber: eben nur fast! Da ich ein Perfektionist bin, werde ich weiterhin versuchen, auch das "leichte Ticken" zu regulieren!

Ingwer gemahlen und grieskörnig

Den bisherigen Erfahrungen mit dem Ingwer-Grobschnitt soll nun der Einsatz der grieskörnigen (rechts) und gemahlenen Ingwers gegenüber gestellt werden.

Der 28-jährige Wallach erhält seit knapp 10 Tagen zum Vergleich Ingwer in pulverisierter Form; wir wollen schauen, ob sich bessere Resultate mit gleicher Dosierung erzielen lassen und wechselten daher den Ingwer Grobschnitt gegen den pulverisierten Ingwer. Darüber hinaus ist die Entzündung in der Schlauchgegend, welche ja schon auf den Gesamtorganismus übergegangen ist, zur Zeit weitgehend zurückgegangen – dank der Meerrettichfütterung. Ich werde weiter berichten, wie die Geschichte verläuft.

Die 4-jährige Haflingerstute mit dem Problem Blähungen ist solange "blähfrei", wie der Ingwer zu wirken scheint: Ca. 10 Stunden vom Zeitpunkt der Fütterung an gerechnet, danach ist die "Gasabsonderung" sofort wieder unverändert da. Nach erneuter Ingwerfütterung nimmt diese innerhalb kurzer Zeit (ca. 1 Stunde) sofort wieder ab, kommt jedoch nach ca. 10 Stunden erneut auf. Diese Beobachtung zieht sich jetzt über den gesamten Testzeitraum hin und wird sich auch mit höherer Dosierung nicht großartig verändern. Auch bei ihr setze ich inzwischen (seit ca. 1 Woche) täglich eine höhere Menge ein (50 – 70 Gramm Ingwer täglich). Das Ergebnis ist jedoch wie bei der Fütterungsmenge von ursprünglich 30 Gramm das selbe. Die Menge ist hier wohl eher nicht das passende "Steuerinstrument" bezüglich der "Gasabsonderung". Es scheint so, als wenn man diese Blähungen ausschließlich mit der regelmäßigen und zeitlich angepassten Fütterung regulieren kann und der Ingwer definitiv nur so lange positiv Einfluss nimmt, wie er auch seine Wirksamkeit entfalten kann. Eben jene 10 Stunden...

Vom 16-jährigen Wallach gibt es nichts Neues zu berichten.

Momentan testen wir gerade im Austausch den grieskörnigen Bio-Ingwer bei den selben Patienten, um eventuelle Unterschiede in der Wirksamkeit bei gleicher/niedriger oder auch höherer Dosierung feststellen zu können. Wie schon erwähnt, setzen wir seit ca. 2 Wochen bei dem 28-jährigen Wallach den pulverisierten Ingwer ein, um ggf. nochmals Unterschiede zwischen pulverisiert, grieskörnig und geschnitten bei einem bestimmten, immer gleichen Patienten festmachen zu können. Auch der 28-jährige Wallach wird nach dem pulverisierten Ingwer noch die Testung mit dem grießkörnigen Ingwer durchlaufen. Man darf also wirklich gespannt sein, welche Unterschiede sich zwischen den verschiedenen Ingwer-Darreichungsformen betreffend der Wirkung und Dosierung langfristig ergeben werden.

Ein Resümee hinsichtlich des geschnittenen Ingwers ist für mich erst einmal die vortreffliche Akzeptanz auch bei größeren Mengen. Auch mit der Wirksamkeit bin ich bislang äußerst zufrieden bei unseren Testkandidaten. Aber: Vielleicht lässt sich der Erfolg ja noch überbieten durch den Einsatz des pulverisierten oder griesförmigen Ingwers? Ich werde weiterhin berichten!


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Das dritte Erfahrungs-Update 16. September 2007

zusammengetragen von Claudia Nehls

Die neuesten Erfahrungswerte unseres langfristigen Ingwertests liegen vor. Und dies hier ist der augenblickliche "Status quo" bei unseren zahlreichen "Testkandidaten":

Das Ergebnis verblüfft: Die 12-jährige Haflingerstute mit Hufrollenentzündung läuft seit einigen Tagen komplett lahmfrei. Unter Gabe des in Scheiben geschnittenen Ingwers war zeitweise noch ein leichtes "Ticken" zu bemerken. Dies ist nicht mehr erkennbar! Sie bekommt seit gut 14 Tagen den griesförmigen Bio-Ingwer; zuvor fütterte ich ca. 5 Wochen in Scheiben geschnittenen Bio-Ingwer. Bei der Haflingerstute sieht man deutlich einen Unterschied betreffend besserer Wirksamkeit des griesförmigen Ingwers. Dieser war in wenigen Tagen nach dem Wechsel des in Scheiben geschnittenen auf den griesförmigen Ingwer erkennbar.

Haflinger Sina

Haflingerstute Sina, auch respektvoll "Kampfsina" genannt, hat mit Hilfe des Ingwers vorerst die schlimmsten Folgen einer Hufrollenentzündung überwunden.

4-jährige Haflingerstute: Bezüglich der "Gasabsonderung" haben beide Ingwerdarreichungen den gleichen Effekt: Solange der Ingwer eine Wirkung erzielt, ca. 8 Stunden, ist "Ruhe". Danach fängt die Pupserei erneut an bis ca. 1 Stunde nach Fütterung von Ingwer. Hier ist kein Unterschied feststellbar zwischen in Scheiben geschnittenem Ingwer und griesförmigem Ingwer. Beide Darreichungen wirken also ca. 8 Stunden und das "Problem" beginnt erneut.

28-jähriger Wallach: Bei ihm setzten wir in Scheiben geschnittenen und pulverisierten Ingwer mit dem Ergebnis ein, dass die Wirkung bei den Darreichungen die selbe war. Es war kein Unterschied feststellbar, auch war die Wirkung bei ihm nicht mengenabhängig. Sein Befinden wechselt immer wieder: Mal ist er besser "zu Fuß", mal hat er große Probleme. Wir setzten die verschiedensten Dosierungen des in Scheiben geschnittenen und pulverisierten Ingwers und auch über ca. 1 Woche frischen Ingwer ein, es war keinerlei Unterschied festzustellen. Sein Befinden wechselt stetig, sowohl, was die Lahmheit angeht, als auch das ganze Allgemeinbefinden.

Eine exzellente Wirkung erzielten wir jedoch mit dem frisch geriebenen Meerrettich. Dieser wurde als Austausch für ein konventionelles Antibiotikum gefüttert, da das Antibiotikum bei ihm über längere Zeit keine zufriedenstellende Wirkung erzielte. Meerrettich war hier ganz klar im Vorteil: Bei 200 Gramm frisch geriebenem Meerrettich ließ sich die Entzündung so weit eindämmen, dass diese heute kaum mehr sichtbar ist. Der Erfolg verblüffte, damit hatte ich nicht gerechnet! Beim Meerrettich war jedoch die Dosis ganz entscheidend: Bei 100 Gramm erzielten wir keine zufriedenstellende Wirkung, ab 150 Gramm stellte sich diese dann ein und bei 200 Gramm ist die Entzündung fast reguliert. Der Wallach bekommt den Meerrettich weiterhin in der 200 Gramm Dosierung, um die wirklich ausgesprochen massive und auch hartnäckige Entzündung nicht wieder aufleben zu lassen und möglichst komplett zu regulieren. Sobald der pulverisierte Ingwer aufgebraucht ist, stellen wir den Wallach um auf den griesförmigen Ingwer und möchten schauen, ob sich dann Unterschiede in der Wirksamkeit herauskristallisieren.

Pferd Samoun

Auch "Ingwer-Testkandidat" Samoun geht es zur Zeit prächtig, sein Übermut muss aber nach wie vor ein wenig ausgebremst werden.

5-jähriger Haflinger: Zu der Sehnenerkrankung kann ich momentan noch keine Aussage treffen, ob der in Scheiben geschnittene oder der griesförmige Ingwer eine bessere Wirkung erzielt, da eine ganz leichte Lahmheit nur beim wilden Herumtollen auf der Weide auftritt bzw. im Anschluss daran. Ihn werde ich weiter beobachten und berichten!

16-jähriger Wallach: Bei ihm erzielte ich bisher weder eine Wirkung mit dem grob geschnittenen noch mit dem griesförmigen Ingwer, was aber auch nicht weiter verblüfft, da seine Probleme aus dem Rückenbereich kommen. Bei genauem Hinschauen erkennt man eine minimale Steifheit in der Bewegung. Diese lässt sich offensichtlich weder durch in Scheiben geschnittenen noch durch griesförmigen Ingwer beeinflussen. Aber: Vielleicht ergeben sich mit der Zeit noch Veränderungen. Ich will einmal abwarten und fleißig den griesförmigen Ingwer weiter füttern – 14 Tage sind ja noch keine lange Zeit.

Der 6-jährige Araber-Vollblutwallach ist weiterhin gesund. Es traten keinerlei Probleme bisher auf, trotz inzwischen bereits ca. 3-wöchigem Absetzen des Ingwers.

Interessant: Die Pferde scheinen durch die erste Gewöhnung mit dem in Scheiben geschnittenen Ingwer den griesförmigen Ingwer besser zu akzeptieren. Im Großen und Ganzen gestaltet sich die Fütterung recht unproblematisch und die Akzeptanz ist zumindest nicht schlecht. Sie ist zwar nicht vergleichbar mit der Akzeptanz von Scheiben – diese wurden ja teilweise bereits wie Leckerli gefressen – doch er wird ohne großes Murren mitgefressen!

Sämtliche genannten Pferde bekommen den griesförmigen Ingwer in einer Dosierung von zur Zeit täglich etwa 40 Gramm. Der 28-jährige Wallach erhält täglich ca. 60 bis 100 Gramm des pulverisierten Ingwers; hier wird immer mal wieder etwas an der Dosierung gefeilt, um ggf. doch ein besseres Ergebnis zu erzielen. Einige neue Pferdepatienten schlossen sich der Ingwertestung inzwischen an. Hierzu habe ich zur Zeit jedoch noch keine aktuellen Ergebnisse, da die Zeit zu kurz ist. Darüber werde ich im nächsten Teil vermutlich detaillierter berichten können!


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Das vierte Erfahrungs-Update und Fazit Februar 2008

zusammengetragen von Claudia Nehls

Der sich über mehr als ein halbes Jahr erstreckende, gezielt beobachtete Einsatz des Ingwers in der Tierheilpraxis geht zu Ende. Hier das Resümee, ergänzt durch wertvolle Hinweise und Tipps:

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir der Meinung sind, dass pulverisierter, grießförmiger sowie in Scheiben geschnittener Ingwer die gleiche Wirksamkeit besitzen, die Dosierung kann jedoch bei dem in Scheiben geschnittenem Ingwer weitaus höher liegen. Der Unterschied kann bei einigen Pferden darin bestehen, dass der in Scheiben geschnittene Ingwer höher dosiert werden muss, da er nicht so gut aufgeschlossen wird, wie pulverisierter und grießförmiger Ingwer. Diese Erfahrung machten wir jedoch nicht in jedem Falle; die passende Dosierung kam in jedem Einzelfalle auf das jeweilige Pferd an. Die Ursache liegt in der Verwertung, also im Darmtrakt des Pferdes. Genauso wie es schwerfuttrige und leichtfuttrige Pferde gibt, die Nährstoffverwertung dort unterschiedlich ist, ist auch die Verwertung von Ingwer im Einzelfall unterschiedlich.



Pferd

Tierheilpraktikerin Claudia Nehls hat Ingwer sechs Monate lang intensiv eingesetzt. Eingebettet in ein sinnvolles Gesamtkonzept kann das scharfe Pulver in der Tat erstaunliche Erfolge bescheren.

Bei vielen Testkandidaten hatte der pulverisierte, der grießförmige sowie auch der in Scheiben geschnittene Ingwer in gleicher Dosierung eine gleich gute Wirksamkeit. Wir wechselten oftmals zwischen den verschiedenen Ingwerdarreichungen bei den jeweiligen Testkandidaten. Es gab jedoch auch Ausnahmen, bei denen der grießförmige Ingwer eine bessere Wirksamkeit zeigte bei gleicher Dosierung wie der in Scheiben geschnittene. Doch es kam auch vor, dass der in Scheiben geschnittene Ingwer bei dreifach höherer Dosierung dennoch keine ebenso gute Wirksamkeit erzielte wie der grießförmige Ingwer!

Welcher Ingwer demnach bei dem jeweiligen Pferd der Richtige ist, gilt es auszuprobieren und lässt sich nicht allgemein beantworten. Im Tierheilkundezentrum war dies verschieden: Einige Pferde benötigten eine höhere Dosierung des in Scheiben geschnittenen Ingwers, um die Wirksamkeit des pulverisierten bzw. grießförmigen Ingwers zu erzielen. Bei Anderen konnten wir die Dosierungsmenge gleich gestalten. In seltenen Fällen hatten wir den Eindruck, dass der grießförmige bzw. pulverisierte Ingwer insgesamt eine bessere Wirksamkeit erzielte, als es der in Scheiben geschnittene Ingwer vermochte.

Wir setzten je nach Erkrankungsbild ganz verschiedene Dosierungen ein. Diese lagen zwischen 10 g und 100 g und wurden im Laufe des Tests immer wieder angepasst und verändert, bis die richtige "Wohlfühldosierung" jedes einzelnen Pferdes ermittelt wurde. Allgemein war die Erfahrung identisch, dass der in Scheiben geschnittene Ingwer bedeutend besser akzeptiert wird als pulverisierter bzw. grießförmiger Ingwer. Daher: Wenn Ihr Pferd den pulverisierten bzw. grießförmigen Ingwer schlecht akzeptiert: Der in Scheiben geschnittene Ingwer mit seinem angenehmen Zitronenduft ist sicher einen Versuch wert! Es gab bei keinem Testkandidaten negative Begleiterscheinungen bei der Ingwerfütterung. So traten keinerlei Magen- und Darmprobleme oder andere Erkrankungen bzw. Probleme auf. Sämtliche Pferde erfreuten sich einer guten Gesundheit und eines Rundum-Wohlbefindens über den Gesamtzeitraum von sechs Monaten.

Unsere Erfahrung bei Arthrose und Podochtrochlose (degenerative Hufrollenentzündung):

Wir raten ganz klar davon ab, ausschließlich Ingwer einzusetzen, da Ingwer eine schmerzstillende Wirkung aufweist und die degenerativen Prozesse unbemerkt weiter fortschreiten könnten. Diese Gefahr sollte keineswegs unterschätzt werden und somit mit Ingwer der Schmerz "überdeckt" werden, bis die Erkrankung soweit fortgeschritten ist, dass jede Hilfe zu spät kommt.



Halfinger Sina

Haflingerstute und Kampfgewicht Sina leidet unter einer hartnäckigen Hufrollenentzündung. Dauerhafte Gaben bestimmter Nehl'scher Futterzusätze in Kombination mit Ingwer bringen hier deutliche Erleichterung.

Bei den Erkrankungen Arthrose und Podotrochlose empfehlen wir, Ingwer als natürliches Schmerzmittel einzusetzen, jedoch zusätzlich eine Kombination aus verschiedenen Kräutern, welche eine insgesamt positive Wirkung auf den Bewegungsapparat aufweisen (zum Beispiel Nehls Lauf-Fit) sowie den ergänzenden Einsatz von Nehls Grünlippmuschelextrakt 100% DAB.

Es existieren verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, welche besagen, dass Knorpelmasse, sofern noch vorhanden, wieder neu aufgebaut werden kann durch Glycosamin, Hauptbestandteil der Grünlippmuschel. Warum 100 % DAB? Die Bezeichnung 100 % Deutsche Arzneibuch Qualität (DAB) besagt, dass keine Pestizide, Giftstoffe und Zusatzstoffe enthalten sind, was unseres Erachtens ungemein bedeutend ist z. B. bei nicht selten schwer belasteten Muschelprodukten.

Somit wäre ein ganzheitlicher Therapieansatz mit der Möglichkeit zur Regulation und Stabilisation – soweit noch möglich – gegeben und alles beschränkt sich nicht nur auf eine pure Schmerzüberdeckung, die als alleiniger "Therapie" nicht empfehlenswert ist: Denn die degenerativen Prozesse schreiten dann weiter fort.

Vorsicht Hufrehe! Unsere Bobeachtungen:

Auch bei einem akuten Hufrehe-Schub sollte der Einsatz von Ingwer gut abgewägt werden: Ingwer ist allemale unschädlicher und nebenwirkungsfreier als Schmerzmittel, dies gilt insbesondere bei langfristigem Einsatz über mehr als 10 Tage. Der Einsatz von Schmerzmitteln bei Hufrehe sollte jedoch nur dann erfolgen, wenn er wirklich vonnöten ist, also: Das Pferd Schmerzen hat, die dringend gelindert werden müssen, um die Lebensqualität weiter zu erhalten.

Sieht man dem betroffenen Pferd an, dass der Schmerz erheblich ist, sollte der Einsatz von Schmerzmitteln erfolgen – jedoch nur dann. Insgesamt hat die Gabe von Schmerzmitteln bei Hufrehe ebenfalls einen "Überdeckungseffekt" sowie verschiedene Nachteile: Der Pferdehalter ist nicht mehr in der Lage, den tatsächlichen status quo zu ermitteln: Schreitet die Hufrehe-Erkrankung weiter voran, verbessert sich der Zustand oder ist er konstant? All dass kann oftmals nicht mehr wirklich beurteilt werden und kann zu falschen oder verspäteten Therapieansätzen führen!

Andererseits kann der Einsatz konventioneller Schmerzmittel dazu führen, das das Pferd sich ggf. zu viel bewegt. Diese unerwünschten Belastungen, durch die Schmerzhemmung gefördert, könnte eine Hufbeinrotation und Hufbeinsenkung fördern bzw. vorantreiben. Schonung ist gerade bei der Hufrehe-Erkrankung ein wesentlicher Beitrag zur Regeneration. Daher: Stets gut abwägen, ob und wie lange Schmerzmittel verabreicht werden und rechtzeitig absetzen, wenn dies sinnvoll ist.

Sonderfälle:

Es gibt Hufrehe-Patienten, die über Wochen und Monate Schmerzmittel verabreicht bekommen müssen: Hier ist Ingwer, sofern er eine ausreichende Wirkung erzielt, bei weitem den veterinärmedizinischen Schmerzmitteln vorzuziehen, da gravierende Nebenwirkungen in der Regel nicht zu erwarten sind. Ingwer weist neben seiner schmerzstillenden Wirkung auch eine blutverdünnende Wirkung (ähnlich der Acetylsalicylsäure) auf, die gerade bei der Hufreheerkrankung einen positiven Effekt beisteuert. Auch eine Entzündungshemmung ist beim Ingwer zu erwarten. Jedoch, wie gesagt, sollte man Vor- und Nachteile gut abwägen und, sofern der Schmerz beim Pferdes "noch erträglich“ erscheint, sowohl auf Schmerzmittel wie auch Ingwer verzichten.

Zur Beachtung:

Der Patient muss stets mit seiner individuellen Gesundheitsverfassung genau (!) erfasst werden und stets im Vordergrund stehen; eine "pass-partout"-Medikamentation oder Ingwergabe "auf gut Glück" richtet eher großen Schaden.

Unsere "Test-Kandidaten" – Wie geht es ihnen?

Haflingerstute, 12-jährig, Podotrochlose:
Die Haflingerstute ist seit einigen Monaten symptomfrei, erste positive Wirkungen waren schon einige Tage nach Beginn der Fütterung sichtbar. Sie erhält täglich ca. 30 g Ingwer in Scheiben, 50 g Nehls-Lauf-Fit sowie 8 Gramm Nehls Grünlippmuschelextrakt 100% DAB. Da die Symptomfreiheit nur solange anhalten wird, ggf. einige Wochen darüber hinaus, wie die genannten Ergänzungsfuttermittel unterstützend eingesetzt werden, erhält die Haflingerstute folglich auch dauerhaft die erwähnten Gaben.

Haflingerstute, 4-jährig, ständiges "Pupsen" (keine Koliken, kein Durchfall): Bei dieser Haflingerstute machten wir die Erfahrung, dass der Ingwer – gleich ob in Scheiben, pulverisiert oder griesförmig – eine positive Unterstützung bescherte, jedoch nicht die Ursache der Gasausscheidung behob. Festgestellt wurde im Laufe der letzten sechs Monate, dass die Gasausscheidung zunahm, umso mehr Weidegras (und sei es noch so karg) die Stute aufnahm. Wurde die Grasfütterung bzw. Weidehaltung eingeschränkt, war die Gasausscheidung behoben. Wurde hingegen der Weidegang wieder ausgeweitet, kam die Gasausscheidung zurück. Interessant war allerdings, dass während der Wirksamkeit des gefütterten Ingwers (ca. 8 Stunden) keine Gasausscheidung erfolgte – auch bei unverändertem Weidegang. Die Gasausscheidung trat jedoch wieder auf, sobald der Ingwer seine Wirksamkeit nicht mehr entfalten konnte/durfte.

Inzwischen konnte die Gasausscheidung durch den Ingwer und eine eingeschränkte Weidehaltung sozusagen "reguliert" werden (hier spielte übrigens die Dosierung der täglichen Ingwerfütterung nur eine nebensächliche Rolle. Ebenfalls die Darreichungsform des Ingwers. Als Dauerfütterung bekommt die Stute ca. 10 Gramm täglich. Damit stellen wir eine ebenso erfolgreiche Wirkung fest wie z. B. bei Versuchen mit 50 g täglich).

Haflingerwallach, 5-jährig, nach Sehnenschaden sichtbare Verdickung der tiefen Beugesehne:
Der Sehnenschaden scheint ausgeheilt, eine Veränderung der tiefen Beugesehne nicht mehr sichtbar. Fütterung: Täglich 20 g Ingwer in Scheiben plus Nehls Lauf-Fit. Eine Verdickung ist nicht mehr sichtbar, selbst beim Herumtollen auf der Weide und langen Galloppaden tritt keine Lahmheit mehr auf. Die Ausheilungszeit betrug jedoch etwa 12 Monate insgesamt. Davon wurde sechs Monate lang mit Ingwer und Nehls Lauf-Fit behandelt.

Isländer-Vollblut-Wallach, 16-jährig, leichte Steifheit der Muskulatur:
Der Wallach ist insgesamt etwas lockerer und weniger steif. Folgende Fütterung scheint ihm gut zu tun: Täglich 10 Gramm Ingwer plus 30 g Nehls Lauf-Fit.

Araber-Vollblut-Wallach, 6-jährig:
Die akute Prellung heilte innerhalb kürzester Zeit dank Ingwer aus und es gab seither keinerlei Probleme mehr. Die Fütterung von Ingwer wurde einige Tage nach Symptomfreiheit abgesetzt.

Artax, 28-jähriger Apaloosawallach:
Bei Artax machten wir die Erfahrung, dass frisch geriebener Meerrettich überwiegend besser wirkt als Antibiotika: Das gilt natürlich nur für diesen Einzelfall! Die Entzündung ist weitgehend ausgeheilt, was zuvor mit Antibiotika nicht annähernd gelang. Artax bekommt täglich frisch geriebenen Meerrettich (ca. 50 g täglich). Inzwischen sind die einstmals massiven Entzündungen kaum noch auszumachen! Eine Regulation war somit erfolgreich!



Samoun

Samoun tobt nun inzwischen ebenfalls wieder über die Weiden. Eine Beinverletzung konnte mit Ingwer recht zügig zur Ausheilung gebracht werden, weil entzündliche Prozesse in Schach gehalten wurden.

Bei Artax konnten wir in der Dosierung und Wirkungsweise von pulverisierten, griesförmigem und in Scheiben geschnittenem Ingwer keine Unterschiede erkennen: Ihm ging es mit verschiedenen Dosierungs- und Darreichungsformen vom Gesamtbewegungsapparat etwas besser, aber aufgrund seines Alters und der fortgeschrittenen weitreichenden degenerativen Prozesse aber nicht wirklich gut. Er hat weiterhin gute und nicht so gute Phasen.

Insgesamt sind wir mit seinem allgemeinen Gesamtzustand jedoch zufrieden, verglichen mit jener Phase vor Beginn der Ingwer- und Meerrettichfütterung. Artax erhält täglich ca. 30 bis 50 Gramm Ingwer – je nach Verfügbarkeit die grießförmige, pulverisierte oder in Scheiben geschnittene Version.

An unserem Test beteiligten sich noch einige meiner Pferdepatienten mit Arthrose und Podotrochlose Erkrankung.
Bei allen Testkandidaten (10 Pferde mit Arthrose, 10 Pferde mit Podotrochlose) war der Erfolg durchweg sehr gut. Wir setzten auch hier die Kombination Ingwer in Scheiben bzw. griesförmig oder pulverisiert, Nehls Lauf-Fit sowie Nehls Grünlippmuschel 100% DAB ein. Weiterhin in den ersten Wochen "Nehls natürliches Vitamin E-Pulver" zur Entspannung der Muskulatur, da die Pferde bereits seit längerer Zeit unter Schmerzen litten und die Muskulatur durch permanente Entlastungshaltung Verspannungen aufwies.

Es wurden bei allen 20 Pferden keine Unterschiede festgestellt beim Einsatz des grießförmigen, pulverisierten bzw. in Scheiben geschnittenen Ingwer; allerdings wurde der in Scheiben geschnittene Ingwer stets höher dosiert als der pulverisierte bzw. grießförmige Ingwer – in der Regel jeweils zu einem Drittel. Die Wirkung war durchweg sehr positiv und alle Pferde sind weitgehend schmerz- und lahmfrei. Es sollte hier allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass in jedem Stadium der erwähnten Erkrankungen ein "durchschlagender Erfolg" erzielt werden kann, dies entspräche nicht ganz der Wahrheit.

Andererseits zeigen unsere Erfahrungen, dass auch bei stark sichtbaren Lahmheiten und bereits fort geschrittenen Stadien eine Ingwerfütterung (wie oben beschrieben) stets noch einen Versuch wert ist! Selbstverständlich unter Berücksichtigung aller anderen wichtigen Aspekte bezüglich Fütterung, Haltung oder hufbezogener Maßnahmen.

Zwei meiner aktuellen Neuzugänge (Hufrehe-Patienten)
bekamen bereits über mehrere Monate Schmerzmittel. Ich empfahl, die jeweiligen Schmerzmittel gegen Ingwer auszutauschen, da in diesen Fällen das sofortige und ersatzlose Absetzen von jeglichen Schmerzhemmern nicht zu verantworten war, aber auch die weitere dauerhafte Gabe von konventionellen Schmerzmitteln sehr problematisch erschien. Bei beiden Pferden erwies sich der Ingwer (in diesem Fall der grießförmige Ingwer) als eine gute Alternative zu den bisherigen Schmerzmitteln. Nachdem nicht zuletzt durch die reguläre Hufrehe-Therapie die Schmerzursachen beseitigt waren, konnte Ingwer nach vier bis sechs Wochen abgesetzt werden.

Übrigens: Alle erwähnten Zusatzfuttermittel,
die unsere Ingwer-Therapien begleitet haben,
können Sie direkt auf der Website
von Tierheilpraktikerin Claudia Nehls erwerben:

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