Kopfgrafik
 Das Original. Erste Website im Jahre 2002 zum Thema Pferd + Ingwer.Impressum | Home |
Der Kommentar

Wohlstandspferde: Rund, ja! Aber gesund?

Der "Glaubenskrieg" rund um die Pferdefütterung tobt weiter: Die Pferde sind der "Kollateralschaden"

Von Claudia Nehls

Wir füttern unsere Pferde rund und krank: Letztlich kein Wunder bei diverser Werbung, die uns vorgaukelt, für jede Erkrankung, für jede Rasse, für jedes Problem gäbe es die passenden Müslis, Getreidemischungen und Ergänzungsfuttermittel. Das ist bereits ein Trugschluss. Hinzu kommt: Unser menschliches Auge, unser menschlicher Verstand täuscht uns erheblich, wenn es um das Thema Pferdefütterung geht. Eine Pferdeweide müsse "grün und saftig sein", sonst sei sie nicht schön. Ist die Weide karg und pferdegerecht, so werden wir durch andere Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass man Pferde doch nicht auf "solch eine karge Weide" stellen kann, es sei doch auf ihr gar "nichts mehr zum Fressen". In Pensionsbetrieben beschweren sich die Einstaller, bei Privathaltern nicht selten die Nachbarn: Der Unmut unserer Mitmenschen ist uns jedenfalls sicher! Aber die Lage sieht etwas anders aus.


Info-Logo Info-Logo

Exkurs: Pferde und Wohlstandserkrankungen


• Das Equine Metabolische Syndrom:

Bei vielen übergewichtigen Pferden ist der Zuckerstoffwechsel bzw. die Insulinfunktion gestört. In den USA wurde diese Symptomatik definiert als EMS = Equines Metabolisches Syndrom. Symptome von EMS sind der deutliche Fettansatz an Mähnenkamm, im Schulterbereich, an der Penisscheide bei Wallachen, am Euter bei Stuten, an der Kruppe, oder oberhalb des Schweifansatzes. Diagnostiziert wird EMS über einen erhöhten Nüchterninsulinspiegel im Blutplasma. EMS entsteht aus Bewegungsmangel, Leichtfuttrigkeit und zu hohem Futterangebot.

• Diabetes mellitus:

Noch relativ selten beim Pferd ist eine dauerhaft erhöhte Blutglucose. Die Blutüberzuckerung erreicht beim Pferd noch selten das Ausmaß eines Diabetes mellitus. Eine Zunahme kann ich jedoch im Laufe des letzten Jahres feststellen.

• Hufrehe

Ein wesentlicher bzw. schlechthin der wesentliche Entstehungsgrund der Hufrehe liegt in einer fehlerhaften Fütterung. Obwohl nicht ausschließlich zu dicke Pferde und Ponys erkranken, erkranken in der Regel falsch gefütterte Pferde und Ponys. Fettleibigkeit und erhebliches Übergewicht fördern ganz wesentlich die Entstehung der Hufrehe.

• Lebererkrankungen:

Werden gefördert und oft ausgelöst durch eine zu fette, proteinreiche Fütterung. Unsere leichtfuttrigen, nicht im Arbeitseinsatz stehenden Freizeitpferde weisen schon bei relativ karger Fütterung einen Überschuss an Protein auf. Meint man es dann allzu gut und füttert neben Grasfütterung auch noch Müsli, Getreide & Co. ist die Leber schnell überlastet mit dem Abbau des überschüssigen Proteins, und erhöhte Leberwerte sind die Folge. Auch ein 24-Stunden-Weidegang auf üppigen Weideflächen ist meist zuviel des Guten und die Leber ist nicht mehr in der Lage, alle Nährstoffe zu verstoffwechseln.

• Nierenerkrankungen:

Auch die Nieren werden bei dauerhafter zu proteinreicher, zu stärkereicher Fütterung irgendwann überlastet. Früher bei Pferden eine Ausnahme waren die Nierenerkrankungen, Niereninsuffizienz mit ihrem tödlichen Ausmaß. Auch diese häufen sich innerhalb des letzten Jahres.

• Hyperlipämie (Störung des Fettstoffwechsels):

Tritt nur bei übergewichtigen Pferden, Ponys und Eseln auf und stellt ein lebensbedrohendes Symptom dar, früher ausschließlich bei Ponys und Eseln, heute auch bei Pferden dank Wohlstandsfütterung. Sie entsteht vor dem Hintergrund, dass das Pony mehrere Tage einer negativen Energiebilanz ausgesetzt wird (z. B. Futterentzug) und die dann einsetzende Mobilsierung des Depotfettes nicht durch eine zureichende Leberfunktion verstoffwechselt wird. Der Gesamtfettgehalt im Blutplasma steigt über dem Maximalwert und das Plasma wird trüb und milchig, die Pulsfrequenz erhöht sich, Puls- und Herzbeschleunigung resultieren aus einer fettigen Degeneration des Herzmuskels, das Pony befindet sich im Zustand der Apathie mit Bewegungsunlust, Nahrungs- und Trinkwasserverweigerung. Besonders gefährdet sind zwar trächtige Stuten, jedoch erkranken auch güste Stuten, Wallache und Hengste an Hyperlipämie. Plötzliche Veränderungen der Haltungs- und Futterbedingungen sowie Darmentzündungen (Verursacher u. a. hochgradiger Endoparasitenbefall) und der damit einhergehende Protein- und Mineralstoffverlust durch den heftigen Durchfall sind Gründe für die Mobilisation des Depotfettes, welches zur Hyperlipämie führt. Besonders gefährdet sind hier zu fette Ponys, welche plötzlich auf strenge Diät gesetzt werden, weil z. B. eine Hufreheerkrankung eingetreten ist oder auch trächtige Stuten, bei welchen im letzten Drittel der Trächtigkeit der durch die Trächtigkeit erhöhte Grundumsatz nicht berücksichtigt wird.

• Weitere Erkrankungen:

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Erkrankungen, welche durch eine "zu gut gemeinte" Fütterung, durch zu viel Stärke, Protein, Energie, Zucker, synthetische Zusatz- und Konservierungsstoffe gefördert werden: Hierzu zählen die Arthrose, Hufprobleme/Huferkrankungen, das Sommerekzem, Allergien der Haut- und Schleimhäute, allergische Atemwegserkrankungen, Gelenkchips und Gliedmaßenanomalien und Fruchtbarkeitsstörungen. Im Grunde fördern wir sämtliche Erkrankungen auf die ein oder andere Weise durch eine zu nährstoffreiche und gutgemeinte Fütterung.



Eine für uns völlig abgefressene Weide bietet für leichtfuttrige Pferde und Ponys – und erst recht für Esel, welche besonders karg und extensiv gefüttert werden müssen – noch immer eine durchweg zufriedenstellende Futtergrundlage. Man staunt, wenn man beobachtet, wie gut genährt unser Partner Freizeitpferd noch auf dieser Weide bleibt. Selbstverständlich muss auch hier die Individualität und die Vegetation gewahrt werden. Ein schwerfuttriges Pferd kommt mit dieser Art von Weidehaltung keinesfalls zurecht: Hier muss die Weide grün und saftig sein; damit ein normaler Futterzustand erreicht bzw. gehalten wird. Ein leichtfuttriges Pony oder Pferd (und erst recht das Eselchen) benötigt jedoch eine ganz andere Futtergrundlage als ein mageres und schwerfuttriges Pferd. Auch muss die Weidehaltung stetig angepasst und der Vegetation nach optimiert werden. So hat das Gras bei viel Regen und Sonne einen weitaus höheren Nährwert als in trockenen Sommern. Überständiges, wie Heu aussehendes Gras, ist ebenfalls "ungefährlich" für unsere leichtfuttrigen Freizeitpferde oder auch an oben genannten Krankheiten leidender Pferde. Im Laufe der verschiedenen Vegetationszeiten des Jahres muss eine optimale Weidehaltung immer wieder neu überdacht und angepasst werden. So hat ein Pferd, welches täglich gearbeitet wird, ein Distanzpferd, ein Turnierpferd, ein in der Landwirtschaft eingesetztes Pferd, einen ganz anderen Grundumsatz als "nur" Weidepferde und Ponys.

Wildpferd
Ein Wildpferd sucht sich auf langen Wegen die passenden Grashälmchen zusammen: Ein gesundes Ernährungsprogramm, von dem die modernen domestizierten "Mastpferde" nur träumen können.

Auch bei der Ration des Kraftfutters sind wir menschlichen Täuschungen ausgeliefert: Es ist nicht wichtig, dass das Müsli für uns appetitlich aussieht und lecker riecht. Es ist wichtig, welche Inhaltsstoffe, welche Nährwerte enthalten sind und welche Qualität wir unseren Pferden servieren. Der Zusatz "eiweißarm" oder "Diät" besagt nur so viel, wie auch die Nährwertdeklaration bestätigt. Das Vorurteil, Hafer sei enorm proteinhaltig, relativiert sich meist von selbst, vergleicht man den Nährwert von Hafer mit dem des "Eiweiß reduzierten" oder "Diät" Müslis. Auch überlegenswert: Sind die ganzen synthetischen Zusatzpülverchen, Leistungsverbesserer, Problembewältiger eigentlich wirklich notwendig? Besteht denn wirklich ein Mangel, den man ausgleichen sollte oder füttert man einfach einmal dies und das, weil’s ja gut sein soll? Paradebeispiel ist das Spurenelement Selen: Hierauf möchte ich kurz eingehen: Selen ist ein Spurenelement, was im Umkehrschluss heißt, Spuren zu viel oder zu wenig bedeuten einen Überschuss oder auch einen Mangel. Vor ca. 10 Jahren litten meine Pferde an einer leichten Selenvergiftung. Ich befasste mich mit dem Thema Selen und stieß auf einen Professor, welcher die bislang (ich bin nicht sicher, ob dies heute noch immer so ist) einzige Dissertation über Selen verfasst hatte.

Ich telefonierte sehr lange und oft mit ihm. Seine Normwerte waren – wie gesagt vor ca. 10 Jahren – unter 100 ug/l bei meinen Freizeitpferden. Er erklärte mir, dass sämtliche Normwerte aus wenigen Testreihen mit Vollblütern auf der Trabbrennbahn beruhen. Keine Untersuchungen bezüglich Normwerte bei Extensivrassen, bei Freizeitpferden usw. stattgefunden haben (aus Kostengründen). Meine Pferde wiesen laut Blutuntersuchung ca. 110 bis 127 ug/l auf. Damals diagnostizierte meine Tierärztin eine chronische Selenvergiftung. Heute liegen die Normwerte laut tierärztlicher verschiedener Labore bei 100 – 200 ug/l. Der Professor (ich weiß nicht, ob er heute noch tätig ist) würde dies wohl kaum glauben wollen. Meine Pferde wiesen damals Symptome auf, welche auf eine Selenvergiftung schließen ließen, daher überprüften wir die Blutselenwerte. Welch ein Wahnsinn: Heute kommen "meine Patienten" mit der Diagnose bei Freizeitpferden und Ponys mit Unterversorgungen bei 110 ug/l. Mir bleibt hier nichts anderes, als auf meine Erfahrungen zu verweisen, die ich zu 100% bestätigen kann, da meine drei Pferde damals eine Selenvergiftung nachweislich aufwiesen. Die Symptome waren eindeutig und wurden mit dem Absetzen meiner damals verfütterten "Pülverchen und Müslis" von alleine reguliert. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf unsere Rubrik "Archivtexte Brosig" verweisen. Hier ist ein sehr interessanter Bericht zum Thema Selen veröffentlicht!

Machen wir uns Gedanken über Herkunft, über Qualität oder kaufen wir möglichst billig ein? Wäre es nicht viel sinnvoller, ganz zu verzichten, als möglichst viel möglichst kostengünstig zu füttern? Das Pferd war ursprünglich ein Steppentier, es ernährte sich von kargem Gras, von Pflanzen und Kräutern, von Blättern. Es wanderte viele Kilometer täglich auf der Suche nach Nahrung. Tun wir den Pferden heute wirklich einen Gefallen mit unserer Pferdefütterung? Ich denke, wir sollten uns mehr auf den Ursprung der Pferde konzentrieren, auf die natürliche Ernährung, das natürliche Futter der Urpferde, der Wildpferde. Und: wir sollten nicht mit aller Gewalt eine "pferdegerechte Haltung" durchführen, welche dann heißt: 24-Stunden-Weidehaltung auf fetten gedüngten Mastwiesen. Je nach Nährwert, je nach Vegetation und Futterzustand unseres Pferdes wäre eine Stunde Weidegang auf diesen "Turbowiesen" ggf. gerade noch vertretbar. Die Wohlstandserkrankungen haben in den letzten 30 Jahren derart zugenommen, dass mir angst und bange wird, wenn ich mir die weitere Entwicklung ausmale! Vor 30 Jahren gab es vereinzelt Sommerekzeme beim importierten Islandpferd, es gab Arthrosen und Podotrochlosen durch Verschleiß bei Sportpferden, erhöhte Insulin- und Glucosewerte waren relativ unbekannt, EMS hatte bis vor wenigen Jahren noch gar keinen Namen, Lebererkrankungen traten auf aufgrund massiver Verwurmung oder Vergiftungen, Nierenerkrankungen waren weitgehend unbekannt bei Pferden. Hufrehe war eine Erkrankung, von der man "schon gelegentlich einmal gehört hatte", Hufrehefälle waren ausgesprochene Einzelfälle.

Wildpferd
Die Nahrungssuche für artgerecht lebende Wildpferde ist beschwerlich und langwierig, das Angebot meistens karg. Womit man also beim Hauspferd übervolle Futtertröge und das oft unsinnige Zusatzfutter-Bombardement begründen will, ist ein Rätsel.

Heute belegen alle diese Erkrankungen vorderste Plätze auf der Rangskala. Sicher tragen verschiedene Faktoren dazu bei: Die Umwelt hat sich insgesamt verändert, die Industrialisierung in der Landwirtschaft schreitet voran, Fertigfuttermittel sind zunehmend denaturiert, der Pferdefuttermarkt ist enorm gewachsen. Hinzu kommen viele neue wissenschaftliche Untersuchungen, eine weitere Aufklärung, die zusätzliche Informationen beschert... Jedoch: Sind alle diese neuen Fakten auch nur annähernd belegt, belegt durch die Praxis? Eine Praxis über Jahrzehnte, über Jahre? Nein! Alles sind relativ neue "Erkenntnisse" und ob diese denn alle so uneingeschränkt richtig sind, das mag ich zumindest anhand der enorm zunehmenden Pferdeerkrankungen, die bisher völlig untypisch bei Pferden waren, bezweifeln! Selbstverständlich ist die optimale Pferdehaltung eine Offenstallhaltung – keine Frage: Rund um die Uhr freie Bewegung auf weitläufigen kargen Flächen. Doch: Sieht die Praxis nicht ganz anders aus? Die Weiden sind weder karg, noch die Flächen weiträumig. Oftmals werden die "fetten" Weidestücke noch extra abgesteckt, damit die Pferde sich den "Bauch richtig voll schlagen" können. Ist das noch pferdegerecht?

Ich bin fest davon überzeugt, wenn jeder Pferdehalter – wie es der alte Stallmeister bereits aus Überzeugung praktizierte – mit dem Auge füttern würde, würden viele Wohlstandserkrankungen schnell der Vergangenheit angehören. Selbstverständlich kommt es vor, dass Pferde zu dick werden. Anstatt sie jedoch weiter zu mästen, sollten wir das Futter reduzieren, für mehr Bewegung sorgen, damit bald wieder eine Normalfigur erreicht wird. Ein paar Kilos Übergewicht? Keine Sorge, dieses führt weder zu EMS noch zur Hufrehe oder zu lebensbedrohlichen Lebererkrankungen. Wohlstandserkrankungen entstehen über einen längeren Zeitraum, und zwar dann, wenn wir lange Zeit "nicht hinschauen". Es kommt vor, dass ich heutzutage wirklich die Empfehlung geben muss: Keine Weidehaltung! Kein Gras! Es kommt heute vor, daSS beispielsweise Lebererkrankungen vorliegen, welche einen lebensbedrohlichen Zustand erreicht haben. Es kommt vor, dass die Muskulatur von Pferden so übersäuert ist, dass hier erst einmal Weideverbot zu empfehlen ist. Es kommt vor, dass die Pferde dermaßen verfettet sind, dass jede Stunde Weide eine lebensbedrohliche Entgleisung des Stoffwechsels auslösen könnte. Dies alles gab es bis vor wenigen Jahren so gut wie nicht!

Oft komme ich mir selber vor, wie ein "Tierquäler", da Pferdehalter dies überhaupt nicht einsehen können oder ... wollen. Das ist sehr traurig, da die Therapie der Erkrankung scheitern muss, wenn die Grundursache nicht behoben wird: Die fehlerhafte, zu mastige Fütterung. Oft erlebe ich auch, dass mir die Pferdebesitzerin erzählt: "Mein Pferd steht doch nur stundenweise auf einer total abgefressenen Weide." Betrachte ich dann die Weide und das Pferd, so kann ich kaum nachvollziehen, wie es zu dieser Einschätzung kommt, Misslich ist, dass in den meisten Ställen keine echten Alternativen bereit gestellt werden. Es gibt keine Alternativausläufe, keine Möglichkeit, dem Pferd oder Pony freie Bewegung zu verschaffen – ohne Gras, ohne Weidehaltung.


Marker

Die unterschiedlichen Weideplattformen im Blickfeld

Haflinger auf Weide

Ein trügerisches Bild: Diese Weide ist zwar relativ "kurz", aber bereits zu saftig und damit bereits für viele Pferde zu üppig.

Haflinger auf Weide

Diese schon arg überständige Weide eignet sich höchstens noch gut für lustige Versteckspiele pfiffiger Haflinger.

Pferdestall mit Weide

Für die meisten Pferde die ideale Unterbringung: Eine spärlich bewachsene Weide, die dem Vorbild aus dem natürlichen Umfeld von Wildpferden schon sehr nahe kommt.

Haflinger auf Weide

Pferde sollten neben der stundenweise genutzten Weide auch einen großzügigen Sandplatz für den ganzjährigen Auslauf zum Spielen haben. Ein paar vereinzelte Grashälmchen sind dann dort das einzige "Futterangebot".





Ich meine, hier besteht ein wirklich ganz großer Bedarf, dieses zu ändern: Ein heutzutage zeitgemäßer Stall muss Möglichkeiten bieten, Pferden und Ponys auf kargen weitläufigen Flächen bzw. auf Alternativflächen mit Sand oder einem anderen Bodenbelag den nötigen Auslauf zu verschaffen. Ebenso muss ein Angebot geschaffen werden zur echten Offenstallhaltung, Box mit angeschlossenem Paddock oder Großraumbox. Mir ist bewusst, dass es zur Realisierung oft an den Mitteln und an der Fläche fehlt. Aber auch hier sind in erster Linie die Pferdebesitzer gefragt: Nicht der Preis, sondern die Qualität des Einstellbetriebes muss entscheidend sein. Klar, eine pferdegerechte Haltung ist sehr teuer und wird ständig teurer, dies ist nun mal Fakt! Wer nicht bereit ist, einen entsprechenden Preis für eine wirklich optimale pferdegerechte Haltung zu bezahlen, der kann diese auch nicht vom Einstellbetrieb erwarten.

Die Ausheilung aller Wohlstandserkrankungen hat letztlich dennoch andererseits eine sehr gute Prognose, wenn Haltung und Fütterung langfristig und dauerhaft optimiert werden. Zusätzlich setzen wir homöopathische Mittel und/oder Nosoden ein sowie grundsätzlich Kräuter und Pflanzen. Am Ende vieler ehemals "aussichtslosen Erkrankungen" steht dann meist ein "Happy End"! Dieses erfordert jedoch Mut zur Veränderung, Vertrauen und das Bestreben, auch manchmal unbequeme Wege zu gehen. Eine Therapie benötigt manchmal Veränderungen im Umfeld, manchmal erfährt der Pferdehalter durch mich keine Bestätigung seiner Theorien und ich sage nicht das, was er eigentlich hören möchte. Dies erfordert manchmal viel Überzeugungskraft, in der Regel wird meine Empfehlung dann auch angenommen.

Ohne solche gemeinsam erarbeiteten und dann konsequent umgesetzten Veränderungen wird man am Grundübel nichts ändern. Eine lange (und nicht selten von teuren schulmedizinischen Behandlungen begleitete) Leidensgeschichte ist vorprogrammiert. Und die kommt nicht selten am Ende teurer als alle (auf den ersten Blick schmerzhaften) Veränderungen, die ich den betroffenen Pferdehaltern für einen raschen Erfolg empfehle. Dass ich mit solchen konsequenten Hinweisen im Umfeld des derzeitigen "Glaubenskrieges rund um die Pferdefütterung" nicht selten zwischen alle Fronten gerate, nehme ich im Interesse der zu behandelnden Pferde gerne in Kauf...

 
linklogo

 Linktipp: Zur Website von Claudia Nehls  |

 Weiterlesen: Sinnvolle und gesunde Pferdefütterung  |

 Weiterlesen: Hepatities beim Pferd  |

 Weiterlesen: Die Geschichte des Pferdes Astrit  |

 Weiterlesen: Hufgesundheit und Pferdefütterung  |

 Weiterlesen: Durchfall und Pferdefütterung  |