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Stichwort: Arthrose (II)

Arthrose, das fortschreitende Desaster

Und wieder kann der Ingwer helfen: Nicht als Solist, aber im sinnvollen Therapieverbund

Von Claudia Nehls

Im ersten Teil dieses Artikels beschäftigten wir uns mit den Erkrankungen selber, lernten die Symptome kennen und erfuhren, wie man die oben genannten verschiedenen Arten der Arthrose richtig erkennt. In dieser zweiten Folgen beschäftigen wir uns ausführlich mit der optimalen Fütterung und Haltung, mit den Bewegungsmöglichkeiten, sowie mit homöopathischen und naturheilkundlichen Therapiemöglichkeiten für Pferde, die an Arthrose, Hufrollenentzündung oder Spat erkrankt sind.

Die Arthrose ist der Oberbegriff; denn sowohl die Podotrochlose (degenerative Hufrollenentzündung), wie auch der Spat, gehören zu den arthrotischen Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Arthrosen der verschiedenen Gliedmaßen. Die Therapie der unterschiedlichen Arthrosen ist jedoch nur leicht abweichend bei den einzelnen Arthroseformen.

Unterschiede liegen beispielsweise in speziellen Hufbeschlägen, die optimal auf die Erkrankung abgestellt werden. Die Haltung, Fütterung, Bewegungsmöglichkeiten sowie auch die naturheilkundlichen Therapieansätze sind nahezu identisch: Daher fasse ich diese unter dem Oberbegriff "Arthrose" im nachfolgenden Artikel zusammen.

Pony Astrit

Sozialkontakte in einer ruhigen Herde sorgen für ein psychisches Gleichgewicht bei allen Pferden, und Arthrosepferde brauchen für die eigene Seele sogar eine Extraportion Wohlfühlklima!


Haltung:

Das an Einschränkungen der Beweglichkeit leidende Pferd benötigt eine stetige freie Bewegung. Völlig ungeeignet ist die Unterbringung in einer Box in Normgröße – selbst dann, wenn diese Haltungsform nur über Nacht gewählt wird und tagsüber eine Auslaufmöglichkeit besteht. Das an arthrotischen Veränderungen leidende Pferd benötigt eine ständige langsame Bewegung und somit den entsprechenden Raum- und Platzbedarf. Zur Unterbringung geeignet sind beispielsweise eine Großraumbox in einer Größe von ca. 8 x 4 Metern, eine Box mit angeschlossenem Paddock/Auslauf bzw. eine Offenstallhaltung.

Das auch nur stundenweise Einsperren bei keiner Bewegungsmöglichkeit führt zu einer Versteifung der arthrotischen Knochen. So kann man beim Herausführen des Pferdes dann erst einmal einen steifen und klammen Gang beobachten, der sich mit zunehmender Bewegung dann langsam normalisiert. Insgesamt schreitet die Erkrankung schneller fort, sofern das Pferd nicht optimal, das heißt, mit stetiger langsamer Bewegungsmöglichkeit untergebracht wird. Das Sprichwort "wer rastet, der rostet" trifft auf Pferde mit arthrotischen Veränderungen ganz besonders zu.

Der tägliche Auslauf ist keineswegs ausreichend, sofern die Pferde des Nachts in Normboxen eingesperrt werden. Zusätzlich zu der optimalen Unterbringung sollte den Pferden ein ganztätiger und weiträumiger Auslauf auf Paddocks bzw. Weiden eingeräumt werden, um dem Bewegungsbedürfnis nachzukommen. Ein wichtiger Faktor sowohl bei einer praktizierten Offenstallhaltung, wie auch bei einer täglichen Paddock- bzw. Weideauslaufhaltung stellt eine verträgliche und fest eingespielte Herde dar: Keinesfalls sollte unser erkranktes Pferd von anderen Pferden dranglasiert und gejagt werden, da die Beweglichkeit eingeschränkt und unser Pferd somit immer das schwächere Glied in der Herde ist. Eine Haltung in einer gut eingespielten möglichst kleinen Herde ist eine weitere Voraussetzung zum Wohlfühlen, denn auch die Psyche muss berücksichtigt werden bei erkrankten Pferden.

Wallach Dyara

Optimales Zuhause für ein Arthrosepferd: Ein großzügiger Laufbereich statt der engen, kleinen Standard-Box – denn die ist pures "Gift" für Arthrose-Patienten.


Bewegungsmöglichkeiten:

Je nach Schwere der Erkrankung sind Spazierritte im Schritt mit kurzen Trab und Galopppassagen erlaubt, solange das Pferd sich anbietet und freiwillig – ohne Widersetzlichkeit – mitmacht. Auch längere Spaziergänge an der Hand sind eine willkommene Abwechslung. Longieren, Springen sowie das Abverlangen von Hochleistungen sind selbstverständlich tabu. Auch bei der Bewegung unter dem Reiter gilt: Langsame und stetige Bewegung sind erlaubt. Alles darüber hinaus gehende muss vom Pferd freiwillig angeboten werden, denn selber wird sich das Pferd meistens nicht überlasten und somit die Erkrankung verschlechtern (es sei denn, bestimmte Maßnahmen schalten das natürliche Schmerzempfinden aus).

Selbstverständlich kommt es in erster Linie auf den Grad der Arthrose an, ob ein Pferd überhaupt noch reitbar ist. Dies gilt jedoch ebenso insgesamt für die Lebensqualität und auch Weidehaltung. Die Arthrose kennt viele Gesichter und viele Grade der Ausprägung. So kann die Erkrankung durchaus schon so weit fortgeschritten sein, dass eine Lebensqualität für das betroffene Pferd nicht mehr gegeben ist und die Erlösung den einzig richtigen Weg darstellt. Von diesen Arthrosen sprechen wir in diesem Artikel nicht, denn wenn das betroffene Pferd unter dauernden massiven Schmerzen leidet und die Arthrose bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Bewegung nur unter erheblichen Anstrengungen möglich wird, dann ist keine Besserung mehr zu erwarten und aus tierschutzrelevanter Sicht sollte man dieses Pferd vom Schmerz erlösen.



Hufbeschlag/Hufkorrektur:

Das Patentrezept gibt es leider – wie immer – nicht. Es gibt sicherlich eine Reihe von orthopädischen Beschlägen und Hufkorrekturen, die sich bei den entsprechenden Erkrankungsbildern bewährt haben. Jedoch sind auch Faktoren wie Hufstellung, Stellung der Extremitäten, Vorgeschichte etc. zu berücksichtigen – will heißen: Was sich bei vielen anderen Pferden bewährt hat, kann ggf. für das eigene, individuell betroffene Pferd genau das Verkehrte sein und die Lahmheit eher verschlechtern statt verbessern.

Individuell sollte mit einem kompetenten Hufschmied überlegt werden, wie das betroffene Pferd huftechnisch bestmöglich unterstützt werden kann. Sollte sich jedoch nach einiger Zeit herausstellen, dass die Lahmheit sich verschlechtert, dass das Pferd folglich mit der derzeitigen Hufbearbeitung nicht gut zurecht kommt, sollten schnellstmöglich andere Wege eingeschlagen und nicht an den bisher "Bewährtem" hartnäckig festgehalten werden.



Fütterung:

Die Fütterung sollte natürlich und ausgewogen gestaltet werden, sowie dem Grundumsatz des Pferdes angepasst werden. Ganz besonders wichtig ist ein optimaler Mineralstoff- und Spurenelementhaushalt, der ein ausgewogenes Calcium : Phosphor Verhältnis beinhaltet. Die Knochen benötigen Calcium, um wiederstandsfähig zu bleiben und ihre Funktion aufrechtzuerhalten. Sind Mängel im Mineralstoffhaushalt und Unausgewogenheiten zu verzeichnen, so verschlechtern diese das Krankheitsbild.

Es sollten weder Überschüsse noch Mangelerscheinungen eintreten, was letztlich nur mit einer naturbelassenen Fütterung umzusetzen ist, da synthetische Zusatzstoffe vom Pferdedarm nicht optimal verstoffwechselt werden können und es somit zu einem massiven Ungleichgewicht kommen kann. Ein natürliches Mineralfuttermittel gehört auf den Speiseplan des an Arthrose erkrankten Pferdes, ebenso wie auch bei anderen – gesunden – Pferden.

Der Hauptbestandteil der Fütterung sollte qualitativ hochwertiges Heu sowie gutes Futterstroh sein, permanent bereit gestellt zur freien Aufnahme. Die Fütterung mit Kraftfutter sollte eher sparsam gestaltet werden, sofern es der Futterzustand erlaubt, da ein Zuviel an Protein sich ebenfalls negativ auf u. a. die Knochen und somit die vorhandene Erkrankung auswirkt. In welcher Menge und welche Futtermittel eingesetzt werden, ist stets individuell zu ermitteln – unter Einbeziehung der vorhandenen Arthrose. Eine Unterstützung des Bewegungsapparates im Wege der Fütterung ist durch eine ergänzende Fütterung mit Heilkräutern möglich (beispielsweise Nehls Lauf-Fit).

Auch die ergänzende Fütterung von Ingwer ist eine positive Maßnahme, sofern nicht ausschließlich Ingwer (und somit ein natürliches Schmerzmittel) eingesetzt wird, da die Arthrose sonst eventuell unbemerkt vom Pferdebesitzer weiter voranschreiten könnte. Ingwer ist empfehlenswert bezüglich der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften, sollte jedoch durch eine entsprechende Heilkräutermischung sowie auch ergänzende Fütterung mit Grünlippmuschel (100 % DAB-Qualität) ergänzt werden, um das Erkrankungsbild insgesamt positiv zu beeinflussen und nicht ausschließlich Schmerz und Entzündung zu bekämpfen.

So besagen verschiedene Versuche, dass die Grünlippmuschel noch vorhandene Knorpelmasse erhalten und ggf. bis zu einem gewissen Grad wieder aufbauen kann, was gerade bei arthrotischen Veränderungen wünschenswert ist. Eine Heilkräutermischung für den Bewegungsapparat hat eine tiefgreifende und umfassende Wirkung, die sich bei langfristiger Gabe insgesamt sehr positiv auf vorhandene Schwächen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates auswirkt. Im Wege der Fütterung können wir dem an Arthrose erkrankten Pferd auf einfachste Weise eine sehr positive Unterstützung und Hilfe zukommen lassen, mit positivem Einfluss auf das gesamte Erkrankungsbild.

Ingwertrocknung

Dauerhaft Schmerzmittel und Entzündungshemmer? Das muss nicht sein! Das Multitalent Ingwer (hier der BIO-Ingwer aus Sri Lanka vor der Trocknung) in Koalitation mit weiteren homöopathischen Therapieansätzen kann manchmal wahre Wunder wirken!


Homöopathische und naturheilkundliche Therapien:

Arthrotische Erkrankungen gehören zu den degenerativen und fortschreitenden Erkrankungen, was im Umkehrschluss bedeutet: Alleine mit Schmerz- und Entzündungsmitteln ist keine langfristige Verbesserung zu erzielen, sondern lediglich eine Hilfe im akuten Krankheitsfalle gegeben. Schmerzmittel sollten insgesamt nicht länger als ca. 10 Tage eingesetzt werden, was eine Dauermedikation ebenfalls ausschließt.

Andererseits benötigen degenerative und fortschreitende Erkrankungen eine dauernde Medikation, eine langfristige Unterstützung und insgesamt annähernd optimale Bedingungen, um die Lebensqualität des Pferdes zu erhalten bzw. wieder zu beleben. Hier bietet die Naturheilkunde eine sehr gute Alternative mit vielen Einzel- und Komplexmitteln, welche im Zuge einer ganzheitlichen Therapie eine Hilfe bieten. Sämtliche oben genannten Faktoren sollten jedoch bestmöglich umgesetzt werden. Es wäre ein Trugschluss zu denken, man gibt das ein oder andere homöopathische Mittel und hätte die Erkrankung "im Griff".

Dem ist nicht so, eine echte Chance erfahren betroffene Pferde nur, wenn auch die anderen oben genannten Faktoren miteinbezogen werden. Eine homöopathische Therapie bei Arthrose sollte möglichst individuell auf das Erkrankungsbild des betroffenen Pferdes abgestimmt werden (beispielsweise im Wege der Biofeld-Haaranalyse). Es gibt in der Homöopathie und Phytotherapie verschiedene bewährte Mittel, wie beispielsweise Beinwell, Arnika, Teufelskralle, Weidenrinde, Ginkgo. Zusätzlich stehen noch zahlreiche Komplexmittel, Organpräparate, Nosoden und isopathische Mittel zur Verfügung. Möchte man sich nicht auf das Zufallsprinzip verlassen und herumexperimentieren, sollte ein entsprechender Therapieplan ausgearbeitet und umgesetzt werden, denn nur dann hat man eine reele Chance, das Desaster Arthrose für einen möglichst langen Zeitraum zu beherrschen.




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