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Stichwort: Bronchitis (Teil 2)

Mit Cortison ins Fass ohne Boden

Was Dixi gar nicht half, konnte Pascual als Notfallmittel zunächst Erleichterung verschaffen

Von Jennifer Jantsch und Claudia Nehls

Im ersten Teil dieses Artikels berichteten wir über die massive chronisch obstruktive Bronchitis der Stute Dixi. Eine ganz andere Vorgeschichte sowie auch ein anderes Ansprechen auf die veterinärmedizinische Therapie zeigt der "Patient" Pascual. Sprach Dixi auf die Cortisontherapie überhaupt nicht an, war Pascual doch einige – wenn auch kurze – Zeit symptomfrei. Cortison hat seine Berechtigung in der Therapie von Atemwegserkrankungen als Notfallmittel, als Mittel zur kurzfristigen Eindämmung der Symptome Husten, Atemnot, Asthma, Kurzatmigkeit.

Langfristig verspricht Cortison jedoch in keinem mir bekannten Falle eine erfolgreiche Therapie, da die Wirkung im Laufe der Zeit immer mehr nachlässt, bis sie praktisch bei Null angekommen ist. Das Fatale daran ist, dass Cortison dann auch nicht mehr als Notfallmittel für eine akute Atemnot zur Verfügung steht. Andere Fälle – wie der von Dixi – zeigen, dass Cortison manchmal überhaupt keine positive Wirkung verspricht.

Insgesamt ist die Gabe kritisch zu sehen, auch vor dem Aspekt der Nebenwirkungen, aber erst recht vor dem Aspekt der ganz ausbleibenden Wirkung im Notfall bei einer Langzeittherapie. Dass eine homöopathische Therapie in Verbindung mit einer phytotherapeutischen (pflanzlichen) Therapie in jedem Falle greifen kann, zeigen Pascual und Dixi mit ihren unterschiedlichen Vorgeschichten auf. Langfristig gesehen sind jedoch viele Faktoren zu beachten, um mit Erfolg gegenzusteuern. Die Grundvoraussetzung einer jeden Therapie überhaupt ist eine annähernd staub- und schimmelpilzfreie Haltung und Fütterung. Aber auch andere Faktoren spielen mit, wenn das einmal chronisch erkrankte Pferd wieder gesund wird und vor allem: Gesund bleiben soll. Beispielsweise sind disponierte Pferde anfälliger für akute Atemwegserkrankungen, dürfen somit nicht längere Zeit ungeschützt Regen und Wind ausgesetzt werden.

Die vorgeschädigten Atemwege reagieren auch auf kleinste Allergene, Infekte treten ebenfalls schneller auf. Bei dem auf eine allergische Atemwegserkrankung disponierten Pferd lösen bestimmte Allergene, die über die Atmung in die Lunge gelangen und sich auf den Schleimhäuten der verschiedenen Atemwegsorgane wie der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle, den Luftsäcken über die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen verteilen, Reaktionen dieses Gewebes aus. Der Organismus reagiert auf diese Allergene übermäßig. Im Bereich der Atmungsorgane bzw. des Respirationstraktes werden folgende Schutzmechanismen mobilisiert: Schleimbildende Zellen, Fresszellen und das Flimmerephitel.

Bei der allergischen Reaktion wird körpereigenes Histamin freigesetzt, welches das Gewebe der Schleimhäute anschwellen lässt durch das Eindringen in die Schleimhäute. So entsteht der Husten. Wird insgesamt nicht gegengesteuert bzw. erfolgreich therapiert, wird aus der chronisch obstruktiven Bronchitis das Lungenemphysem mit Bronchialkrämpfen (landläufig Dämpfigkeit). Hier gilt es schnellstmöglich erfolgreich gegenzusteuern, da Allergien durch die zunehmende Sensibilisierung, die einen verhängnisvollen Kreislauf in Gang setzen, sich mehr und mehr manifestieren und ausbreiten.

Unserer Erfahrung nach ist es auch immens wichtig nach der Ausheilung Atemwegserkrankungen vorzubeugen. Dies geschieht einerseits durch annähernd optimale Bedingungen mit Licht, Luft, Bewegung und einer optimalen Fütterung für das betroffene Pferd, andererseits aber auch durch eine dauernde Fütterung die Atemwege unterstützender und entlastender Kräutermischungen. Verschiedene Kräuter eignen sich hervorragend zur dauernden Fütterung und entlasten somit den gesamten Atmungsapparat, der – wie gesagt – immer anfälliger bleiben wird als der eines gesunden, also nicht vorerkrankten Pferdes.

Wie Pascual aufzeigt, kann die Symptomatik Husten und Atemnot jedoch bei bestimmten Kräutermischungen, nämlich denen, die Allergie auslösende Substanzen enthalten, zunehmen und sich bis aufs Äußerste steigern. Vor diesem Aspekt sollte der Pferdehalter bedenken, dass Kräuter nicht gleich Kräuter sind, und auch diese äußerst negative Wirkungen – bei falscher Zusammensetzung oder schlechter Qualität (einziger Qualitätsstandard ist die Deutsche Arzneibuch Qualität = DAB) – entfalten können. Ähnlich verhält es sich übrigens beim Inhalieren, auch hier können bestimmte ätherische Öle die Symptomatik verschlimmern, nämlich dann, wenn diese zum Allergen werden bzw. bereits Allergen sind. Nachstehend nun der zweite Erfahrungsbericht dieser zweiteiligen Serie.


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Erfahrungsbericht mit dem eigenen Pferd Pascual

erzählt von Jennifer Jantsch

Mein 18-jähriger Ex-Polo-Pony Wallach Pascual hat seit ich ihn kenne – und das sind nun schon dreizehn Jahre – beim Antraben ein bis zweimal gehustet und dann schön abgeschnaubt. Dieses Jahr zur Weidesaison hatte ich das Gefühl, dass Pascual ziemlich schlapp und müde sei. Aber alle anderen Pferde waren es auch. Den ganzen Tag auf der Weide hatten sie sich ordentlich den Bauch mit Gras vollgeschlagen und waren dementsprechend abends auch müde. Leider sollte mich meine innere Stimme nicht täuschen: Die Stallbesitzerin fand Ende April 2008 grüne Schleimplacken vor und in seiner Box und sofort kam der Tierarzt und hat eine Dose Venti-Plus dagelassen und ein Antibiotikum.

Nach Gabe der Mittel hörte es sich alles schon recht gut an, nur noch leichte Geräusche in den oberen Atemwegen. Also umgeschwenkt auf ein Kräutermittel und alles sollte gut werden, da wir nur von einem Infekt ausgegangen waren. Am nächsten Tag stand mein Pferd mit Nüstern vor mir, so groß wie Untertassen und die Bauchatmung war nicht mehr zu übersehen. Wieder kam der Tierarzt und ließ eine Dose Ventipulmin im Stall. Der folgte aber noch eine zweite, und darauf fuhren wir in die Klinik, weil keine Besserung eintrat. Die Ärztin entnahm eine weißgelbe Schleimprobe und verordnete Cobaktan für die nächsten 10 Tage. Mittlerweile war klar, dass Pascual an chronischer Bronchitis litt und ein Infekt die ganze Krankheit im Frühjahr 2008 zum Eskalieren gebracht hatte. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, entschloss ich mich dazu, einen Allergietest zu machen. Aber, außer bezüglich Insekten (Sommerekzemer) waren alle Ergebnisse negativ!

Bronchitis beim Wallach Pascual

Der wundersame Entzündungshemmer Cortison half erwartungsgemäß auch spontan Pascual. Aber nur wenige Wochen.

Der Zustand von Pascual blieb weiterhin schlecht: Die Atmung wurde nicht besser, die Nüstern immer größer und Schleim warf er auch nicht aus. Mittlerweile waren zwei Monate vergangen und so richtige Erfolge hatten wir nicht erzielt. Der Tierarzt aus der Klinik riet zu einer Cortisonkur, um die Entzündung in den Griff zu bekommen. Eigentlich halte ich von Kortison nicht viel; da ich aber vier Monate vorher selbst eine schlimme Entzündung am Fuß hatte, die nur mit Cortison auch tatsächlich ausgeheilt werden konnte, und ich zu dem Zeitpunkt keine Alternative gesehen habe, entschied ich mich für eine einmalige Kur.

Natürlich ging es ihm nach drei Tagen ziemlich gut und der spannende Moment, an dem das Kortison ausgeschlichen und nach ein bis zwei Wochen ganz aus dem Körper verschwunden war, kam: Alles war noch viel schlimmer als vorher. Er hustete nur noch: Ganz trockener Husten, und temperaturabhängig röchelte er sogar beim Atmen. Mittlerweile waren nicht nur die Lunge, sondern auch die oberen Atemwege voller Schleim und für mich war klar: Die Schulmedizin würde meinem Pferd nicht helfen können. Wir stellten ihn sofort auf Späne und gaben nur noch gut gewaschenes Heu. Das half schon einmal gegen den trockenen Husten. Ansonsten ist es ziemlich schrecklich zuzusehen, wie das Pferd nach Luft ringt und für mich war ebenso klar: Sollte es keine Hilfe geben würde ich ihn über kurz oder lang einschläfern lassen müssen. Ich hatte mich fast schon damit abgefunden, als ich noch einen Versuch startete, im Internet vielleicht doch auf die „letzte Rettung“ zu stoßen. Und ich fand sie!

Bronchitis beim Wallach Pascual

Der ganze Habitus von Pascual, dem nun wieder schöne Stunden auf der Weide gewährt werden können, signalisiert seit einigen Wochen: Es geht aufwärts.

Ich fand den Bericht über Dixie, das Pferd, dem es sogar bei Weitem noch schlechter ging als Pascual und dieser Bericht führte mich direkt zum Tierheilkundezentrum und zu Claudia Nehls. Kurzerhand habe ich Kontakt zu Frau Nehls aufgenommen, habe die Haaranalyse durchführen lassen. Das Ergebnis war schon ernst, aber nicht hoffnungslos. Ich habe die Therapieempfehlung innerhalb kürzester Zeit gestartet und bereits nach zwei Wochen war die Lunge frei und in den oberen Atemwegen waren kaum noch Geräusche zu hören. Die Atmung ist inzwischen normal, wir können wieder kleine Ausritte starten und er galoppiert wieder über die Weide!



Bronchitis beim Wallach Pascual

In ihrer Verzweiflung dachte die Besitzerin von Pascual bereits an's Einschläfern. Eine ganzheitliche Therapie hat diese düsteren Pläne weggefegt.

Die Therapie geht noch weitere sieben Wochen und nachdem schon nach so kurzer Zeit so ein toller Erfolg sichtbar ist, bin ich gespannt, wie es weiter geht! Ich bin überglücklich, dass ich Frau Nehls im Internet gefunden und diesen Versuch gestartet habe. Jeder, der sein Pferd aufrichtig liebt, wird die Verzweiflung nachvollziehen können und das Glück, wenn man merkt, das man das Richtige getan hat. Und auch eine Erkenntnis kam dazu: Man muss immer seiner eigenen Meinung folgen und auf seinen "Bauch hören". Die Naturheilkunde betrachtet die Ganzheit des Wesens und deshalb werde ich Frau Nehls weiterhin zu Rate ziehen und regelmäßig zur Kontrolle eine Haaranalyse erstellen lassen.



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