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Stichwort: Wintersaison mit Husten

Das Grauen der Winter-Stallsaison

Warm, muffig, staubig und im Winter gut verrammelt: Die Ställe der gepeinigten Pferde

Von Claudia Nehls

Nicht nur während der Stallsaison im Winter, auch im Frühjahr, Sommer und Herbst leiden viele Pferde unter Husten, Bronchitis und Atemwegserkrankungen. Dieser Artikel beschäftigt sich jedoch speziell mit dem Auftreten von Pferdehusten und Atemwegsproblemen im Winter, sowie mit den Ursachen der Bronchitis bei Pferden während der Stallperiode, da der Hustenzeit im Winter eine ganz eigene Problematik zugrunde liegt.

Eine Hauptursache findet sich in der Boxenhaltung mit miefigen Ställen, Matratzeneinstreu, geschlossenen Fenstern und Türen. Oft wird in der Stallgasse zusätzlich gefegt, die Pferde dort geputzt, das Heu aufgeschüttelt und somit weiterer Staub produziert. Diese feinsten Staubpartikel gelangen in die bereits durch die Boxenhaltung geschädigten Atemwege des Pferdes und weisen eine allergene Wirkung auf.

Haflinger
Sina im Schnee: Diese Haflinger-Stute gehört zu den kerngesunden Pferden, die nicht nur keine warme Decke braucht, sondern diese sich auch sofort nach dem Auflegen instinktiv selber vom Leib reißen würde!

Bei dem gefährdeten Pferd lösen bestimmte Allergene, die über die Atmung in die Lunge gelangen und sich auf den Schleimhäuten der verschiedenen Atemwegsorgane wie der Nasenhöhle, der Nasennebenhöhle, den Luftsäcken über die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen verteilen, Reaktionen dieses Gewebes aus. Der Organismus reagiert auf diese Allergene übermäßig. Im Bereich der Atmungsorgane bzw. des Respirationstraktes werden folgende Schutzmechanismen mobilisiert: schleimbildende Zellen, Fresszellen und das Flimmerephitel.

Manche Ställe lernen Pferden wirklich das Grauen: Enge Boxen, Matratzeneinstreu, geschlossene Türen und Fenster, in den Stallgassen produzierter zusätzlicher Staub, schimmeliges Heu und Stroh und keinerlei Auslauf für die eingestellten Pferde fordern ihren Tribut: Husten und Bronchitis. Durch viele Bakterien und Viren in der Luft, grassieren bei solch wenig pferdegerechter Haltung oftmals zusätzliche akute Atemwegserkrankungen.

Auch wenige Stunden täglicher Auslauf taugen – wenn überhaupt – nur zur Schadensbegrenzung, nicht zur Schadensvermeidung. Trotz Aufklärung und größtmöglicher Information über eine pferdegerechte Haltung und die Bedürfnisse aller Pferde (Licht, Luft und Bewegung!) seit vielen Jahren, finden sich überwiegend in den Wintermonaten derartige Zustände, die jeden Menschen, der diese schädliche Wirkung kennt, zum Schaudern bringt.

Stallgasse
Frische Luft, Licht und eine maximal geringe Staubbelastung: So wohnt bei Boxenhaltung das gesunde Pferd auch im Winter!

Die Hauptursachen des Pferdehustens und der Bronchitis bei Pferden im Winter finden sich somit in Ställen, die die Bedürfnisse von Pferden schlichtweg komplett ignorieren. Solange diese Ställe jedoch weiterhin zahlungswillige Einsteller finden, wird sich an diesen Haltungsbedingungen nichts ändern. Auch die Verfütterung von schimmeligem, staubigem und muffigem Heu sowie qualitativ schlechtem Stroh wird solange stattfinden, wie Menschen ihre Pferde in derartigen Ställen – aus welchem Grunde auch immer – belassen.

Ein anderes Extrem, welches in Bezug auf Erkrankungen der Atemwege des Pferdes zwar nicht so schwerwiegend und verbreitet ist, wie das Erstgeschilderte, sind miserable Offenstallhaltungsbedingungen:

Findet man bei Kälte, Nässe, Wind und Minustemperaturen lediglich eine zugige Weidehütte ohne bzw. mit minderwertigem Einstreu vor, nassen und kalten Boden oder gar überhaupt keine Unterstellmöglichkeit auf dem freien Land vor, erkranken Pferde (da dauernd der Kälte, dem Wind und der Nässe ausgesetzt) ebenso, wie jene Pferde, die in muffigen und warmen Ställen permanentem Ammoniakgeruch ausgeliefert sind. Eine Offenstallhaltung mit ständigem Zugang zu Ausläufen bzw. Koppeln muss ebenso die Pferde-Bedürfnisse erfüllen wie andere Haltungsformen auch.

Ein Pferd muss die Möglichkeit haben, sich auf qualitativ hochwertigem und reichlich vorhandenem Einstreu – demnach auf warmem Untergrund - hinlegen zu können, eine ständige Rückzugsmöglichkeit in einen zugfreien Stall besitzen sowie eine hygienisch einwandfreie Haltung mit hochwertigem Rauhfutter vorfinden, um gesund zu bleiben. Ein Pferd kann zwar sehr gut mit Minusgeraden und trockener Kälte leben, darf jedoch nicht über längere Zeit ungeschützt Kälte, Nässe und Wind ausgesetzt sein, da die Abwehrkräfte bei diesen Bedingungen schnell überfordert wären.

Die chronische Bronchitis, die chronisch allergische Bronchitis, der chronische Husten und sämtliche Formen der Atemwegserkrankungen und des Pferdehustens bis hin zum Lungenemphysem, der gefürchteten Dämpfigkeit, entstehen in der Regel durch eine akute Infektion. Diese akute Infektion kann ebenso ausgelöst werden in der oben beschriebenen Boxenhaltung, wie auch in der erwähnten miserablen Offenstallhaltung.

Auch gibt es natürlich verschiedene Auslöser, die überhaupt nichts mit der Haltung unserer Pferde gemein haben, wie beispielsweise eine Influenza-Impfung bei bereits geschwächtem Abwehrsystem und/oder Erkrankung. Auch eine Ansteckung durch andere Pferde, eine kurzzeitige Unterkühlung und ein vorübergehend geschwächtes Immunsystem können ursächlich sein.

Offenstall
Offenstall-Haltung ist die gesündeste Wohnform für Pferde – auch in der Wintersaison. Doch "Offenstall" heißt nicht "Laissez-faire", sondern braucht die selbe Aufmerksamkeit wie Boxenhaltung!

Ebenso häufen sich im Winter ganz besonders allergische Atemwegserkrankungen, da allergische Reaktionen des Pferdes durch entsprechende Winterhaltung gefördert werden. Die chronische Form des Pferdehustens und der Bronchitis tritt auf, wenn die akute Form nicht erfolgreich therapiert wird und vollständig ausheilen konnte. Allergene gewinnen im Verlauf jeder chronischen Bronchitis von Pferden an Bedeutung, im Umkehrschluss: Jede chronische Bronchitis ist auch eine allergische Bronchitis, da in Folge der Erkrankung Umgebungsfaktoren zu Allergenen werden.

Viele verschiedene Faktoren in der Pferdehaltung lassen sich von Pferdehaltern beeinflussen, andere weniger oder gar nicht. Beeinflussen lässt sich durch viele geeignete und prophylaktische Maßnahmen, dass dem Husten von Pferden vorgebeugt wird. Beeinflussen lässt sich ebenso eine erfolgreiche Regulation und Ausheilung einer akuten Atemwegserkrankung und Bronchitis.

Faktoren zur Vermeidung von Husten, Bronchitis und Atemwegserkrankungen:

Ein Pferd benötigt ganzjährig Licht, Luft und Bewegung und sollte nicht über längere Zeit ungeschützt Nässe, Kälte und Wind ausgesetzt werden. Pferde tolerieren trockene Kälte sehr gut, Nässe und Wind weniger. Heu und Stroh, aber auch andere Futtermittel, dürfen nur in einwandfreier Qualität verfüttert und eingesetzt werden. Sofern wenig Einflussmöglichkeit auf die Qualität von Heu und Einstreu bestehen und diese nicht einwandfrei sein sollte, empfehle ich Heustaub-Stopp einzusetzen. Heustaub-Stopp reduziert den Staub in Heu, Stroh und Alternativeinstreu und dient so zur Schadensbegrenzung.

Impfungen dürfen ausschließlich nach vorhergehender ausführlicher Untersuchung und bei gutem Allgemeinbefinden stattfinden; grundsätzlich darf keine Influenza-Impfung bei bereits vorgeschädigten Atemwegen und chronischen Atemwegserkrankungen, wie Husten und Bronchitis, vorgenommen werden. Wenn Haltungsbedingungen nicht optimal gestaltet werden können und Pferde in vorangegangenen Wintern mit Atemwegsproblemen, Husten, Bronchitis u. a. reagiert haben, empfehle ich, in der Fütterung entsprechende Ergänzungen einzusetzen, die die Funktion der Atemwege unterstützen und auch gut vorbeugend wirken können. Homöopathische Mittel eignen sich nicht zur Vorbeugung, sondern machen nur dann Sinn, wenn bereits eine Erkrankung vorhanden ist!

Zur Vorbeugung eignen sich ganz besonders Kräuter und Pflanzen, die eine positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen ausüben. Ein Kraut, das jedoch beispielsweise bei einer akuten Atemwegserkrankung bzw. bei akuten Pferdehusten eine effektive Wirkung entfaltet, kann bei einem allergisch-chronischem Husten von Pferden hingegen kontraproduktiv wirken und eine eher schädliche Wirkung aufzeigen. Vor diesem Hintergrund müssen Kräuter zur Unterstützung der Atemwege sinnvoll zusammengesetzt und ausgewählt werden und nicht "auf gut Glück".

Aus der tierheilpraktischen Praxis heraus entwickelte ich das Ergänzungsfuttermittel Broncho-Fit (= früher Husta-Mix) aus Kräutern, das sich seit vielen Jahren sehr gut bewährt hat und bei nahezu allen Formen von Pferdehusten und Atemwegserkrankungen eingesetzt werden kann, da die Zusammenstellung der einzelnen Kräuter sämtliche Formen und Faktoren berücksichtigt und somit keine schädlichen Wirkungen bei chronisch-allergischer Bronchitis auftreten.

Bei der Fütterung von Ergänzungsfuttermitteln ist von immenser Bedeutung, dass man Ergänzungsfuttermittel einsetzt, die sich bereits bewährt haben und mit denen andere Pferdehalter gute Erfahrungen sammeln konnten. Gerade in neuester Zeit wird der Markt geradezu überschwemmt von neuen Anbietern und deren Ergänzungsfuttermitteln. Diesen sollte der Pferdehalter stets kritisch gegenüberstehen und entsprechende Erfahrungsberichte und Erfolgsnachweise einfordern. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Ergänzungsfuttermittel und Kräutermischungen durchaus auch negative Wirkungen entfalten können, wenn sie falsch gewählt werden.

Faktoren zur Regulation und Ausheilung bereits vorhandener Atemwegserkrankungen:

Zur erfolgreichen Therapie gehören Licht, Luft und – mäßige – freie Bewegung, aber gleichermaßen die Gabe qualitativ einwandfreier Futtermittel und beanstandungsfreier Einstreumittel. Heu und Einstreu sollten mit Heustaub-Stopp behandelt werden, um Staub aus dem Rauhfutter bestmöglich zu entfernen, denn dieser Staub ist auch bei einwandfreier Qualität nicht ganz vermeidbar. Daneben gilt es, dem erkrankten Pferd Ruhe zu gönnen und es nicht zu schnell wieder zu fordern. Daher: Lieber einige weitere Wochen auf einen Arbeitseinsatz verzichten, als zu früh das Pferd zu belasten.

Haflinger im Offenstall
So leben bei Claudia Nehls die Haflinger: An der frischen Luft im Offenstall und nicht selten genüßlich schlummernd in herrlich-sauberem Einstreu. Wie viele Pferde in deutschen Muff-Ställen würden da jetzt nicht mit Hafi Ati tauschen wollen?

Besonders wichtig ist bei Husten, für einen Austritt der Verschleimung zu sorgen (die grundsätzlich vorhanden ist, auch wenn sich die Lunge "frei" anhört). Hierzu eignen sich besonders gut flüssige Kräutermischungen, die in Form eines Saftes täglich verabreicht werden. In der tierheilpraktischen Praxis habe ich hier sehr gute Erfahrungen mit Broncho-Elexier (= vormals Hustensaft) in Verbindung mit Broncho-Fit zur Unterstützung machen können und setze seither grundsätzlich Broncho-Elexier und Broncho-Fit bei erkrankten Pferden im Wege der Fütterung ein. Sowohl Broncho-Fit wie auch Broncho-Elexier wurden aus meiner tierheilpraktischen Praxis entwickelt und eignen sich zur Unterstützung im Wege der Fütterung sowohl bei akutem, chronischem und allergischem Pferdehusten.

Eine zusätzliche homöopathische Therapie – beispielsweise aufgrund einer Biofeld-Haaranalyse – hat sich zudem ergänzend gut bewährt. Bei einer homöopathischen Therapie sollte keinesfalls auf einen erfahrenen Behandler verzichtet werden. Ebenso wie bei der Entwicklung und dem Verkauf von Ergänzungsfuttermitteln sollte sich der Pferdehalter grundsätzlich auch bei einem Tierheilpraktiker oder Anbieter von Haaranalysen und weiteren Therapiemöglichkeiten nicht auf gute Worte, sondern auf nachweisbare Erfolge verlassen! Oftmals wird viel Geld in einen Behandler investiert, der (noch) keinen ausreichenden Erfahrungsschatz aufweisen kann. Das heißt dann zwar nicht zwingend, dass die Therapie scheitern muss, jedoch ist das Geld oft besser investiert in einen Tierheilpraktiker mit umfangreichem Erfahrungs-Hintergrund und belegbarer Erfolgs-Vita!

Im Laufe der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei Husten, Bronchitis und Atemwegserkrankungen von Pferden in jeglicher Form und in jedem Stadium der Einsatz von Kräutern und Pflanzen, ggf. in Verbindung mit einer umfassenden homöopathischen Therapie (und unter Erfassung des gesamten Pferdeumfeldes), die erfolgsversprechendste Aussicht auf eine Regulation und Ausheilung bietet. Viele bereits aufgegebene und veterinärmedizinisch austherapierte Pferde konnten (nachweibsr!) durch diese alternative Therapieform wieder gesund werden.



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