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Fütterung alter Pferde

Pferde-Opas sollte man gut "ölen"

Die Probleme der Futterverwertung beginnen bei den Pferde-Senioren bereits im Maul

Von Claudia Nehls

Alte Pferde haben höhere Ansprüche an die Pferdefütterung als Pferde der jungen und mittleren Jahrgänge. Dies liegt daran, dass die Verwertung mit zunehmendem Alter abnimmt, der Stoffwechsel verlangsamt sich und Nährstoffe können nicht mehr optimal aufgespalten werden. Der alternde Organismus bringt verlangsamte Stoffwechselprozesse mit sich, so dass Verwertung, Aufschließung und Ausnutzung der Nährstoffe schwieriger werden als in jüngeren Jahren. Hinzu kommen oftmals Zahnprobleme, die bereits Probleme bei der Aufspaltung der Nährstoffe im Maul verursachen.

Aus oben genannten Gründen haben alte Pferde einen bedeutend höheren Bedarf an Nährstoffen. Besonderes Augenmerk ist auch darauf zu legen, dass zugeführte Nährstoffe optimal aufschließbar sind und somit auch von alten Pferden verwertet werden können. Eine weitere Säule ist die natürliche Fütterung, denn nur natürliche Nährstoffe können optimal aufgeschlossen und verwertet werden. So belasten synthetische Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente das alte Pferd unnütz, da die Verwertung künstlicher Stoffe im Pferdedarm völlig unzureichend ist. Es kann zu Fehlversorgungen, Mangelerscheinungen oder auch Überversorgungen einzelner Stoffe kommen. Diese belasten zusätzlich Nieren und Leber, da die Entgiftungsorgane gerade alter Pferde mit der Ausscheidung und Entgiftung schnell überfordert sind.

Die Fütterung sollte insgesamt aber nicht nur naturbelassen, sondern – wie bei anderen Pferden auch – ausgeglichen sein. So schadet ein Zuviel an Protein ebenso und belastet auch die Entgiftungsorgane. Es kommt hier jedoch nicht auf die Menge des zugeführten Proteins, sondern auf das Verhältnis zur Energie an. Falsch wäre, am Futter zu sparen, da Angst vor Überschüssen besteht. Richtig wäre, das Verhältnis zu optimieren von Energie zu Protein, ebenso wie zwischen Calzium und Phosphor, wie aber auch weiterer essentieller Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

Fütterung alter Pferde

Die Fütterung alter Pferde stellt für die Besitzer oft eine enorme Herausforderung dar. Nur durch sehr individuelle Futterauswahl können Mangelerscheinungen vermieden werden.


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Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente:

Diese sollten in natürlicher und somit gut verwertbarer Form zugeführt werden. Hierzu eignen sich meiner Erfahrung nach ausschließlich Kräutermischungen. Kräutermischungen sind einerseits mineralstoffreich, spurenelementreich und vitaminreich; andererseits für Pferde – besonders auch für alte Pferde – optimal verwertbar. Pferde waren vor ihrer Domestikation Pflanzenfresser und sind es noch immer. Pelletierte Mineralstofffuttermittel, welche synthetisch hergestellt werden, sind für den Pferdedarm nicht optimal aufschließbar und provozieren hierdurch Mangelerscheinungen, Überschüsse und ein Ungleichgewicht bei den einzelnen Stoffen.


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Futterqualität:

Bei Kräutermischungen als Ergänzungsfuttermittel für Pferde ist rigoros auf die Qualität zu achten, was bedingt, dass der Pferdehalter Deutsche Arzneibuch-Qualität füttern sollte, wenn er auf der sicheren Seite bezüglich der Wirksamkeit einer Mischung, der enthaltenen Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine sein möchte und die Gefahr minimieren will, dass Toxine und andere Schadstoffe enthalten sind. Freilich: Kräutermischungen in Deutscher Arzneibuch Qualität als Ergänzungsfuttermittel sind teurer als Kräutermischungen ohne geprüften Qualitätsstandard, jedoch zahlt sich der Preis letztendlich aus.


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Die Kräuter:

Immens wichtig ist zudem, welche Kräuter als natürliche Mineralstoffquelle gefüttert werden. Hier werden die meisten Fehler begangen – aus verschiedenen Gründen. Einerseits sind nicht alle Kräuter für den Pferde-Organismus ungiftig, selbst jene nicht, die auf dem bereits unüberschaubaren Markt frei angeboten werden. Auch wenn bestimmte Kräuter für Menschen ungiftig sind, sind sie es noch lange nicht für Pferde.

Andererseits eignen sich nicht alle Kräuter zur dauernden Fütterung, weil ggf. bei Dauerfütterung unkalkulierbare Schäden und Nebenwirkungen auftreten können. Kräuterkauf für Pferde ist daher Vertrauenssache und sollte unbedingt auch so verstanden werden. Nicht jeder Anbieter ist auf diesem Gebiet ein Fachmann, daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass der Verkäufer eine versierte Beratung anbietet (und vor allem eine geeignete Ausbildung nachweisen kann, die ihn zu einer qualifizierten Beratung überhaupt befähigt).

Fütterung alter Pferde

Die unzureichende Futterverwertung beginnt bei Pferde-Senioren schon im Maul – die Zähne können vor allem Raufutter oft nicht mehr genügend zermahlen.


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Futter für's kranke Pferd:

Alte Pferde leiden – wie alte Menschen auch – unter verschiedenen Alterserkrankungen und Alterserscheinungen. Besonders betroffen ist bei Pferden der Bewegungsapparat, die Herz- und Kreislauffunktion, die Atemwege und der Darm, sprich die Verwertung der zugeführten Nährstoffe. Eine Mineralstoffversorgung mit Kräutern bietet den Vorteil, dass Erkrankungen zielgerichtet angegangen werden können. So kann die entsprechende Mischung beispielsweise eine positive Wirkung auf den Bewegungsapparat, die Atemwege, den Darm und/oder der Herz- Kreislauffunktion ausüben und dient gleichzeitig als natürliche Mineralstoffquelle, da Kräuter Mineralien & Co. natürlich enthalten.

Somit kann der Pferdehalter seinem alten Pferd in doppelter Hinsicht Gutes angedeihen lassen mit einem speziell geeigneten Ergänzungsfuttermittel aus Kräutern. Ein schönes Beispiel hierfür sind die "Nehls Senioren-Kräuter", die speziell auf die Bedürfnisse und Probleme alter Pferde abgestimmt wurden. Bestehen verschiedene Erkrankungen, können jedoch auch verschiedene speziell ausgewählte Kräutermischungen gleichzeitig eingesetzt werden, sofern der parallele Einsatz keine Unverträglichkeiten oder sich gegenseitig aufhebende Wirkungen verursacht. Gerade deshalb sollte der Fachmann zuvor bei der Kräuterauswahl zu Rate gezogen werden!


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Hochwertige Öle:

Um dem alten Pferd gesunde Energie zusätzlich zur Verfügung zu stellen, eignen sich besonders gut hochwertige Öle, die kalt gepresst und möglichst der Deutschen Arzneibuch-Qualität entsprechen sollten. So bringen hochwertige Schwarzkümmelöle und Nachtkerzenöle beispielsweise große Anteile an den gesunden mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure und Linolensäure mit, auch bekannt als Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Körper diese lebenswichtigen Fettsäuren in entzündungshemmende Gewebshormone umwandelt. Diese entzündungshemmenden Gewebshormone verringern die Ausschüttung von Histaminen.

Histamine sind Stoffe, die im Körper allergische Reaktionen, beispielsweise der Haut (Sommerekzem, Allergien) oder der Atemwegsorgane (Bronchitis, Husten, Asthma) hervorrufen können. Bei einer allergischen Reaktion wird körpereigenes Histamin freigesetzt. Nicht nur bei allergischen Reaktionen, sondern auch zur Unterstützung des Fellwechsels, bei Haarausfall oder Immunproblemen ist der Einsatz von hochwertigem Nachtkerzen- oder Schwarzkümmelöl bzw. einer Mischung beider Öle empfehlenswert. Hochwertige Öle liefern zudem zusätzliche Energie über das Futter und genau das ist gerade bei alten und schwerfuttrigen Pferden sehr erwünscht. Die maximale tägliche Fütterungsmenge beträgt 200 ml bei Großpferden. Diese darf nicht überschritten werden, da ansonsten zum Beispiel eine Leberverfettung droht.

Fütterung alter Pferde

Mit vom Fachmann individuell zusammengestellten Kräutermischungen kann man vor allem alten Pferden eine äußerst wertvolle Futterergänzung bieten.


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Das Kraftfutter:

Das Kraftfutter für alte Pferde sollte gut verwertbar und (erneut ganz wichtig!) natürlichen Ursprungs sein. Mehrere Kraftfutterarten sollten gleichzeitig in der Fütterung eingesetzt werden mit verschiedenen Protein und Energiegehalten, damit die Fütterung ausgewogen ist. Mit einem einzigen Kraftfutter bzw. einer Getreideart ist dies mit zunehmender Menge schwierig, weil zum Ausgleich beispielsweise extrem viel Heu gefüttert werden müsste, was alte Pferde häufig nicht in ausreichender Menge mit Blick auf ihre Gebissprobleme aufnehmen können.

Allgemeine Empfehlungen passender Kraftfuttermittel wären hier jedoch fehl am Platze, da bei einer Empfehlung das einzelne Pferd betrachtet werden muss, um die Fütterung individuell genug anzupassen. So orientiert sich eine optimale und gesundheitsfördernde Fütterung generell an etwaigen Erkrankungen, an der Haltungsform, am Arbeitseinsatz und anderen Einzelfall-Bedürfnissen. Die Fütterung alter Pferde sollte auf drei bis vier Tagesrationen aufgeteilt werden, denn kleinere Rationen sind für alte Pferde besser verdaulich als große Mengen in einer Ration.


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Das Raufutter:

Das Raufutter bleibt auch bei alten Pferden der wichtigste Baustein einer optimalen Fütterung und Grundversorgung. Alten Pferden sollte rund um die Uhr frisches Heu und hochwertiges Futterstroh zur Verfügung stehen, damit sie sich frei bedienen können. Probleme gibt es oftmals, da nicht mehr genug Heu gefressen wird, weil gerade die Raufutteraufnahme für alte Pferde infolge von Zahnproblemen beschwerlich werden kann. In diesen Fällen muss dann nach Alternativen gesucht werden, die ausreichend Rohfaser liefern und anhand ihrer Darreichungsform gut gefressen und verdaut werden können. Nebenbei: Dass gerade bei alten Pferden mit Blick auf die vorstehenden Probleme eine regelmäßige Zahnpflege und Zahnkontrolle durch den Tierarzt unbedingte Pflicht ist, versteht sich von selbst.



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