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Hufprobleme

Toxine spiegeln sich im Huf

Nur ein Optimum bei Fütterung, Haltung und Schmiedekunst wird mit gesunden Hufen belohnt

Von Claudia Nehls

Sind die Hufe unseres Pferdes nicht gesund, so ergeben sich daraus zahlreiche Probleme für den Gesamtbewegungsapparat. Die Ursachen für Hufprobleme finden sich primär in einer nicht bedarfsgerechten Fütterung mit Überschüssen oder Mangelerscheinungen in der Mineralstoffversorgung, sekundär in negativen Haltungseinflüssen, fehlerhafter Hufpflege, falscher Hufkorrektur und kontraproduktiven Hufbeschlägen.

Äußerlich sehen wir die Hornkapsel, deren Anteile in Hufsaum, Hufkrone, Hufwand, Hufsohle, Hufstrahl und Hufballen unterschieden werden. Die Hufwand teilt sich in Vorderwand, Seitenwand und Trachtenwand. Nicht sichtbar, da unter der Hornkapsel liegend, ist die Huflederhaut, welche die Hornkapsel von innen her versorgt. Werden dem Pferd nicht die hierfür nötigen Baustoffe im Wege der Pferdefütterung zur Verfügung gestellt, so kann sich kein gesundes Hufhorn bilden und es kommt bereits im Wachstum zu Engpässen.

Hufprobleme Pferd

Trockenes, sauberes Einstreu, vorzugsweise gutes Stroh, ist die erste Voraussetzung für gesunde Hufe.

Die Lederhaut bildet ständig neues Hufhorn und ist reichlich mit Blutgefäßen und Nerven ausgestattet, was im Umkehrschluss auch die starken Schmerzen eines Pferdes mit Hufrehe bzw. Huflederhautentzündung erklärt, wie auch auch die fatalen Folgen einer Hufrehe auf das neu zu bildende Hufhorn. Die Lederhaut unterteilt man in Saum-, Kron-, Sohlen-, Strahl- und Ballenlederhaut. Sie besteht aus vielen, unterschiedlich langen Zotten und Blättchen. So wird die Oberfläche der versorgenden Lederhaut vergrößert und die Lederhaut fest mit der Hornkapsel verankert.

Unter den knöchernen Anteilen des Hufes verstehen wir das Hufbein, das Strahlbein, über das die Sehnen zum Hufbein geführt werden, sowie der untere, von der Hornkapsel umschlossene Anteil des Kronbeins. Weiterhin gehören noch Hufknorpel, Bänder und Sehnen sowie der Hufrollenschleimbeutel zum Huf. Im Bereich des Saumes bildet die Knochen- bzw. Knorpelhaut, der Krone, des Strahles und des Ballens, durch die Einlagerung von Fett und Bindegewebe Polster und Kissen, die Stöße abfangen.

In der Regel beträgt das monatliche Hufhornwachstum etwa 9 mm. Ausschließlich eine ganzheitliche Betrachtung von Hufproblemen unter Beachtung der Aspekte Pferdefütterung, Haltung, Pflege und Hufbearbeitung verspricht eine schnelle und effektive Bekämpfung von Hufproblemen.

Hufprobleme Pferd

Wenn nötig, müssen Veränderungen und Verbesserungen nach huforthopädischen Maßnahmen zentimetergenau nachgemessen werden.

Stabiles, wiederstandsfähiges und gesundes Hufhorn lässt sich in erster Linie auf eine optimale Fütterung des Pferdes zurückführen. Bekommt der Pferdeorganismus alle essentiellen Nährstoffe in leicht verfügbarer Form zugeführt, ist der Grundstein für eine gute Substanz des Hufhorns gelegt.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem die Zuführung von natürlichen – und damit optimal verwertbaren – Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sowie qualitativem Raufutter, das wiederum verantwortlich zeichnet für eine gute Darmflora, eine Darmsymbiose und ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis. Ein Überschuss sowie auch ein Mangel sind unbedingt zu vermeiden. So führt beispielsweise ein Überschuss des Spurenelements Selen zu ernsthaften Huferkrankungen, wie beispielsweise einer Kronrandentzündung, deren schlimmste Form der Verlust der Hornkapsel, demnach das Ausschuhen, darstellt.

Andererseits führt ein Mangel an essentiellen Mineralstoffen und Spurenelementen ebenso zu ernsthaften Hufproblemen, die sich meist in minderwertiger Hufhornqualität zeigen. Beste prophylaktische Maßnahme ist eine sinnvolle Zuführung naturgemäßer Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Vitamine in Form von reinen Kräutermischungen. Bekommt der Pferdedarm zusätzlich die nötige Portion an qualitativem Raufutter ist im Wege der Ernährung bereits die beste Vorbeugung vor Hufproblemen/Erkrankungen sowie auch der wichtigste Schritt zur Regulation vollbracht.

Hufprobleme Pferd

Das traurige Überbleibsel einer langwierigen und schmerzvollen Erkrankung des Hufes.

Bei der Fütterung von Kraftfutter ist darauf zu achten, dass das Futter zum Pferd "passt" und keine Überversorgung mit Stärke, Zucker und Protein stattfindet. Auch sollte das Pferdefutter möglichst naturbelassen sein und nicht durch unnötige Füllstoffe, Aromen, künstliche Konservierungsstoffe und zugegebene Mineralstoffe den Pferdeorganismus mehr be- als entlasten.

Ein wichtiger Aspekt bei der Pferdefütterung sind Toxine, die entweder im Futter enthalten sein oder durch die Verstoffwechslung des Pferdefutters (Stichwort überhöhte Proteinmengen) im Pferdeorganismus entstehen können. Toxine bahnen sich immer den Weg zum Huf und zeichnen sich in der Regel an den Hufen ab. Nicht nur eine Hufrehe entsteht durch Toxine, die sich ihren Weg durch die Blutbahn bahnen, auch zeigen sich Toxine im Pferdeorganismus an rissigem, brüchigem, schlecht wachsendem, morschem und weichem Hufhorn. Ist die Pferdefütterung nicht optimal auf das Pferd abgestimmt, kann lokal kein Hufproblem gelöst und beseitigt werden. Die Grundvoraussetzung einer Regulation ist eine problemorientierte Fütterung des Pferdes mit Hufproblemen.

Meine Empfehlung zur Pferdefütterung:


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Hufe und Pferdehaltung:

Die Haltung ist ein entscheidender Faktor für gesundes und widerstandsfähiges Hufhorn und vermeidet zudem ernsthafte Hufprobleme und Huferkrankungen. Soweit wie möglich sollten die Haltungsbedingungen sich an der Natur des Pferdes bzw. der wildlebenden Vorfahren orientieren.

Eine 24-Stunden-Weidehaltung während der Sommerzeit birgt beispielsweise den Vorteil, dass der Huf durch den morgendlichen Tau gewässert wird und ein natürlicher Abrieb des Hufhorns durch viel Bewegung – möglichst auf weitläufigen Flächen – erfolgt. Durch ausreichende Bewegung wird über den Hufmechanismus die Durchblutung der Lederhaut gefördert und somit eine gute Versorgung des Hufes sichergestellt.

Bei der Stallhaltung hingegen entstehen Probleme durch die Ammoniakbelastung im Einstreu (was sicherlich stets im Einzelfall von der praktizierten Hygiene abhängt). Besonders deutlich wird die Problematik bei der sogenannten "Mattenhaltung", in der die Pferde den ganzen Winter buchstäblich in ihrem eigenen Mist stehen. Bei dieser Form sind Strahlfäule und andere Fäulnisprozesse des Hufes vorprogrammiert.

Bei Stallhaltung sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Pferde so "trocken" wie möglich stehen. Auch das Einstreumaterial ist hier entscheidend: Sägespäne stehen im Verdacht, das Hufhorn zu sehr auszutrocknen, daher ist Stroh fast immer die bessere Alternative.


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Hufe und Pflege:

Der Wassergehalt des Horns sollte optimal ausbalanciert sein: Denn zu feuchte Hufe werden weich und brüchig, zu trockene Hufe werden hart, spröde und brechen aus. Die Pflege des Hufhorns ist je nach Haltungsbedingung recht unterschiedlich.

Grundsätzlich sollten die Hufe täglich kontrolliert und ausgekratzt werden, damit beispielsweise verklemmte Steine, die oftmals zu Hufgeschwüren führen, rechtzeitig entfernt und auch andere Fremdkörper unmittelbar entdeckt werden. Auch ein Nageltritt, eine Verletzung oder ein fehlendes Hufeisen werden auf diese Weise schnell entdeckt und führen somit nicht zu Folgeschäden, die sich manchmal erst durch Lahmen des Pferdes bemerkbar machen.

Bei einer 24-Stunden-Weidehaltung kann im Grunde gänzlich auf eine zusätzliche Pflege verzichtet werden. Das feuchte Gras des Morgentaus bzw. Regens zieht in die Hufe ein und sorgt für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt des Hufes. Einzige Ausnahme wäre eine zu große Austrocknung der Hufe bedingt durch andauernde hohe Temperaturen und ungewöhnliche Trockenperionden. In diesem Fall sollten die Hufe während solcher Witterungsphasen regelmäßig gewässert werden (mindestens 5 Minuten pro Huf).

Hufprobleme Pferd

Ein flotter Sprint durch den Schnee sorgt auf natürliche Weise für einen optimalen Feuchtigkeitshaushalt im Huf.

Bei reiner Stallhaltung ist die Hufpflege schon etwas aufwändiger: Hier sollte täglich gewässert werden, um den Feuchtigkeitshaushalt des Hufhornes zu optimieren. Bei Fäulnisprozessen muss sofort mit desinfizierenden Mitteln gearbeitet werden. Empfehlenswert sind auch Hufbalsame, die das Hufhorn nicht gänzlich "von der Außenwelt isolieren", also gut zwar gut einwirken, aber dennoch weiterhin Wasser in das Horn einziehen lassen.

Huffette und Öle haben bekanntlich den Nachteil, weder Huffeuchtigkeit verdunsten noch einziehen zu lassen. Deshalb ist vor deren Einsatz sinnvoll, die Hufe zunächst gut zu wässern und erst dann einzuölen bzw. zu fetten. Bei zu weichen Hufen ist gegenteilig zu verfahren. Beim Einsatz von Fetten, Ölen und Hufbalsamen sollte also unbedingt der individuell anzustrebende Effekt bedacht werden, damit man bei solcher Hufpflege nicht genau das Gegenteil von dem erreicht, was man erreichen wollte!


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Hufe und Hufschmied:

In regelmäßigen Abständen, das bedeutet alle 6 bis 8 Wochen, sollte ein Termin mit einem Hufschmied bzw. Hufpfleger vereinbart werden: Zur Inaugenscheinnahme mit eventuell notwendiger Korrektur bzw. neuem Hufbeschlag. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Pferd "barfuß" läuft oder beschlagen ist.

Hufprobleme Pferd

Der talentierte Hufschmied beugt nicht nur Hufproblemen vor, er kann mit Meisterhand auch so manches Wunder bewirken.

Die Kunst der Huffachleute liegt darin, eine optimale Hufbalance zu erreichen. Der Hufschmied bzw. Hufpfleger sollte das Pferd in seiner individuellen Bandbreite, seinem Bewegungsmuster, seiner genetisch vorgegebenen Stellung so gut wie möglich unterstützen und nicht versuchen, eine eventuelle Fehlstellung mit bisweilen sogar kontraproduktiben "Radikalmaßnahmen" zu bekämpfen.

Leider wird aber genau das häufig praktiziert – mit dem Ergebnis, dass das betroffene Pferd nach dem Termin mit dem Schmied schlechter läuft als vorher. Und das darf niemals passieren (von bestimmten Pferden, die sich nach dem Beschlagen erst einmal wieder "einlaufen" müssen, abgesehen.)

Der Schmied sollte korrigierend eingreifen und nur das überständige Hufhorn entfernen; ein "Radikalschnitt" führt bei allen Pferden dazu, dass sie extrem fühlig werden. Nicht selten führt ein zu massives Korrigieren ferner zu einer Huflederhautentzündung, im schlimmsten Fall zu einer Hufrehe. Vergessen werden sollte nicht, dass das Pferd eine gewisse Hufhornsubstanz benötigt, um sich unbeschwert fortbewegen zu können. Wird die Sohle zu dünn, so "zwickt" schnell jeder Stein!





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