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Atemwegserkrankungen

Am Anfang der kleine Infekt

Oft war der "kleine harmlose" Infekt die Ursache für's chronische Desaster

Von Silvia Hoffmann und Claudia Nehls

Chronischer Husten, Bronchitis und Asthma sind häufig vorkommende Erkrankungen bei Pferden und führen in aller Regel dazu, dass die Pferde früher oder später nicht mehr belastbar und reitbar sind. Auch ist die Erkrankung oftmals so massiv, dass die Lebensqualität stark eingeschränkt ist und nicht selten eine Erlösung des betroffenen Pferdes aus tierschutzrechtlichen Gründen erwogen wird.

Verantwortlich für die Neigung des Pferdes zu Erkrankungen der Atemwege sind einerseits die physiologischen Gegebenheiten des Respirationstraktes, andererseits die Missachtung der natürlichen Lebensbedingungen des Flucht- und Lauftieres Pferd durch den Menschen.

Ursachen:

Die Hauptfunktion der Atmungsorgane besteht im Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt. Oftmals entwickelt sich eine chronische und in Folge allergische Bronchitis bis hin zu Asthma oder gar Dämpfigkeit beim Pferd durch einen harmlosen Infekt, wenn dieser nicht erfolgreich behandelt wird. Selbst kleinste Infekte der Atemwege und erst recht eine Grippe benötigen Wochen und Monate zur vollständigen Ausheilung. Wird das Pferd zu früh belastet, zu kurz therapiert und zu früh als gesund entlassen, wird die Erkrankung meist chronisch und die Therapie umso langwieriger.

Atemwegserkrankungen beim Pferd

Ein Bild des Jammers: Die von Dämpfigkeit und anderen chronischen Beschwerden ausgemergelte Stute Dixi. (Was aus Dixi wurde, können Sie im eigenen Bericht nachlesen.)

Hauptgrund dieser chronischen Erkrankungen der Atemwege, zu denen die chronische Bronchitis, die chronisch allergische Bronchitis sowie auch Asthma und Atemnot gehören, ist die oft im Verborgenen stattfindende "Verschleppung" dieser harmlosen Infekte. Zu der bakteriellen Infektion gesellen sich Pilze und es entwickelt sich eine chronische und grundsätzlich allergische Atemwegserkrankung.

Die allergische Form entwickelt sich aufgrund der zunehmenden Sensibilität; einst harmlose Substanzen werden in kurzer Zeit zu Allergenen. Die Belastung mit Staub und Schimmelpilzsporen, die sich leider nicht ganz bei der Pferdehaltung vermeiden lässt, wirkt natürlich äußerst kontraproduktiv auf den Heilungsprozess. Von daher heißt es selbst bei den harmlosen Infekten die Belastung durch Raufutter und Umgebungsstaub so gut wie nur eben möglich zu minimieren, das betroffene Pferd längere Zeit zu schonen und ihm frische Luft, Ruhe und eine staubfreie Fütterung angedeihen zu lassen.

Therapiemöglichkeiten:

Die Therapie mit Ventipulmin, Kortison und Antibiotika bleibt häufig erfolglos bzw. wirkt nur kurzfristig gegen die massiven Beschwerden. Eine Desensibilisierung bei chronisch allergischer Bronchitis und allergischem Asthma bleibt gleichfalls in vielen Fällen dauerhaft erfolglos. Eine Lungenspülung verspricht nur kurzfristig Besserung des Beschwerdebildes, da hartnäckiger Schleim sich in kurzer Zeit erneut festsetzt und die Atemwegsprobleme somit auch wieder vorhanden sind.

Ein Schwerpunkt meiner Praxis liegt bei vielen bereits aufgegebenen und austherapierten Pferden und Ponys mit chronischen, allergischen Atemwegserkrankungen, wie z. B. der chronisch obstruktiven Bronchitis, Asthma oder bereits eingetretener Dämpfigkeit. Die Erfahrung vieler Jahre bestätigt immer wieder, dass ausschließlich eine dauerhafte, umfassende und ganzheitliche Therapie Erfolg verspricht und zur Symptomfreiheit führt.

So scheinen oftmals beim akuten Erkrankungsbild Kortison, Venti Plus und Antibiotika oder auch eine Lungenspülung angezeigt. Parallel hierzu müssen aber zwingend Fütterung, Haltung und Arbeitsbelastung angepasst werden. Auch eine andauernde Unterstützung der Atemwegsfunktionen, beispielsweise über die Gabe von Heilkräutermischungen, die auch schleimlösend wirken, sollte unbedingt durchgeführt werden.

Atemwegserkrankungen beim Pferd

Im Rahmen der ganzheitlichen Therapie wird auch oder gerade auf die Kräfte der Natur gesetzt. Und das mit Erfolg, wie austherapierte Fälle belegen.

In Kombination sowohl mit veterinärmedizinischer Therapie und/oder der Gabe von Heilkräutern und den angepassten Haltungs- und Fütterungsbedingungen hat sich in meiner Praxis auch eine homöopathische bestens bewährt. Unterschiedlich zu betrachten ist die Regulationszeit; die von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten dauert. Eine homöopathische Therapie wird in aller Regel einige Monate durchgeführt und danach komplett abgesetzt. Eine optimale Haltung und Fütterung sollte jedoch lebenslang stattfinden, damit nicht nach einiger Zeit die Atemwegsprobleme erneut aufflammen und alle Probleme von vorne beginnen.

Entgegen anderer vorherrschender Meinungen, mache ich immer wieder die Erfahrung, dass auch ein bereits dämpfiges Pferd durchaus nicht nur therapierbar ist, sondern sogar symptomfrei bzw. annähernd symptomfrei leben kann, und das über viele Jahre. So lebt Dixi, eine dämpfige und bereits aufgegebene Warmblutstute, deren Therapie mehr als zwei Jahre zurückliegt, übrigens immer noch, ist wieder voll belastbar und inzwischen sogar glückliche Mutter ihres Stutfohlens Penny. Oder Jon, der freche Ponywallach, der ebenfalls wieder so gut wie symptomfrei ist. Jons Krankengeschichte soll hier einmal bespielhaft geschildert werden (siehe Info-Kasten).


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Erfahrungsbericht mit dem eigenen Pferd Jon

erzählt von Silvia Hoffmann

Heute möchte ich Ihnen mitteilen, wie gut es Jon, dem frechen Welsh-Pony, geht. Jon ist im Mai 2007 nach sieben Jahren Husten, Keuchen und zum Schluss verzweifelt nach Luft ringen von Ihnen therapiert worden, ich war nur die ausführende Hand.

Und so sieht es heute aus: Jon ist seit November 2007 fast beschwerdefrei. Die Hustanfälle wurden mit der Zeit immer seltener und nun hustet er nur mal ganz selten – alle paar Monate einmal. Damit können er und ich gut leben. Der Tierarzt kommt zu ihm nur noch zum Impfen. Letzte Woche hat eine Tierärztin seine Lunge abgehorcht und bestätigt, dass ein leises Atemgeräusch und Rascheln noch zu hören ist.

Wenn man an seinen Nüstern lauscht, ist nichts zu hören. Auch nach schnellen Galoppaden nicht. Auch sonst merkt man ihm nichts mehr an. Jon rennt, buckelt und spielt und hat seine Ankündigung, seine Freundin Cheyenne zu überholen, auch wahr gemacht. Beim Reiten geht er ab wie eine Rakete und lässt sich kaum bändigen, so voller Freude und Übermut ist er.

Wir – die Familie Hoffmann – staunen noch immer, wenn wir ihn so munter herumrennen sehen und er wiehert uns fröhlich zu, wann immer er uns erblickt. Dabei sah er im April 2007 so aus wie die Stute Dixi auf Ihrer Homepage. Er hatte kaum noch Kraft, sich auf den Beinen zu halten und schwankte (!) beim Gehen. Die Rippen standen heraus und besonders die Hüftknochen. Wiehern ging auch nicht mehr. Keiner hätte einen Pfifferling darauf gewettet, dass er den Sommer erlebt.

Wir bedauern heute sehr, dass wir ihn damals nicht fotografiert haben. Eines ist sicher: Auch Jon ist eines Ihrer Wunder, das sagen alle, die ihn damals gesehen hatten. Danke dafür.

Viele Grüße aus Bruchweiler
Fam. Hoffmann, Jon und Cheyenne






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Claudia Nehls auf ihrer Website:
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