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Mauke

Der Kampf schien schon verloren

Mauke ohne Ende: Steckten wieder die synthetischen Futterzusätze dahinter?

Von Claudia Nehls und Michaela Weiner

Immer wieder werden im Tierheilkundezentrum Pferde vorgestellt, die seit vielen Jahren an Mauke erkrankt sind. Die Mauke reagierte auf keine Therapien, ließ sich zwar kurz eindämmen, kam nach kurzer Zeit jedoch regelmäßig wieder und verschlimmerte sich im Laufe der Jahre immer weiter. Zurück bleibt dann oft narbiges Gewebe, manchmal entstehen auch tiefe harte Hautfalten, unter denen sich immer wieder Sekret ansammelt. Das Gewebe ist in diesen Fällen bereits stark geschädigt. Chronische und immer wiederkehrende Mauke kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise eine allergische Reaktion auf verschiedene Faktoren, (Futter-Allergene oder Kontakt-Allergene). In der Regel spielt auch die Fütterung zu hoher Proteinmengen eine ausschlaggebende Rolle sowohl bei der Entstehung als auch beim ausbleibenden – langfristigen – Therapieerfolg.

Wichtig ist vor diesem Hintergrund, die tatsächliche Ursache zu ermitteln, um dann ursächlich therapieren zu können und nicht nur – wie bisher geschehen – die Symptome für kurze Zeit zu bekämpfen. Keine lokale Therapie kann langfristig greifen, wenn die wahren Ursachen der Mauke nicht ermittelt und abgestellt werden. Der Pferdehalter ist oft verzweifelt, da keine lokale Therapie zu greifen scheint. Doch kann diese auch nicht greifen, solange der Allergenkontakt nicht unterbunden wird.

Im Tierheilkundezentrum gehen wir in diesen Fällen wie folgt vor: Zur Ursachenermittlung ist es erforderlich, eine Haaranalyse durchzuführen. Der Pferdehalter sendet eine kleine Menge Mähnenhaare gleich von der Haut abgeschnitten und einen Krankheitsbericht an das Tierheilkundezentrum. Nach Auswertung der Haaranalyse wird eine individuell zu ermittelnde homöopathische Therapie sowie auch eine Futtermittelempfehlung entsprechend der ermittelten Werte ausgearbeitet.

Mauke

Dieser zierliche Wildpferde-Nachwuchs wird wohl niemals im Leben mit Mauke konfrontiert sein: Das ist den domestizierten Leidensgenossen vorbehalten.

Zusätzlich erfolgt eine lokale Therapieempfehlung mit genauer Schilderung der lokalen Pflegemaßnahmen, die ergriffen werden müssen. Die Empfehlungen sind jeweils speziell auf das jeweilige Pferd abgestimmt und lassen sich nicht verallgemeinern, da die Therapie Ursachenbezogen stattfindet. Die Ursachen für Mauke können ganz verschieden sein, beispielsweise können Milben, Allergien, Proteinüberschüsse, Bakterien- und Pilzbefall Ursache sein. Je nach Ursachenlage muss die Therapie gestaltet werden, um langfristig Erfolg zu verzeichnen.

Der Pferdehalter bekommt im Zuge der Haaranalyse eine detaillierte Empfehlung für mehrere Wochen, sowohl was homöopathische Mittel, Fütterung, Pflegemaßnahmen und eventuell auch Haltungsveränderungen angeht. Nach dieser Therapiezeit wird eine Kontrollanalyse durchgeführt. Im Zuge dieser Kontrollanalyse werden die Ergebnisse kontrolliert und das weitere Vorgehen ausgearbeitet. Diese Methode ist auch bei hartnäckiger Mauke sehr erfolgreich, sofern der Pferdehalter auch die nötige Geduld mitbringt und die Therapieempfehlungen konsequent umsetzt, wie das heute Beispiel aus dem Tierheilkundezentrum aufzeigt:


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Erfahrungsbericht mit dem eigenen Pferd Delayn

erzählt von Michaela Weiner

Im Juni/Juli 2007 zeigten sich bei meiner damals dreijährigen Warmblutstute Delayn erstmals kleine verkrustete Stellen an einer Fessel der Hinterbeine. Beide Hinterbeine sind bis kurz über dem Fesselgelenk weiß. Die Vermutung, dass es sich um Mauke-Stellen handelt, war schnell da. Also habe ich die bekannten Hausmittelchen angewendet und auf Besserung gehofft. Da die Hausmittelchen keine Besserung zeigten, habe ich nach ca. zwei Wochen meinen TA zu Rate gezogen (ich hatte bis dato keinerlei Erfahrungen mit Mauke). Der gab mir eine Cortison-Salbe und nach zwei bis drei Wochen war die Mauke weg. Und für mich damit die Mauke- Erfahrung abgehakt.

Anfang Juni 2008 holte ich Delayn mit drei (!) dicken Beinen von der Weide. Es ging ihr richtig schlecht. Ich habe sofort den Tierarzt gerufen. Über 39° Fieber. Das Blutbild bestätigte, dass es sich um eine Infektion handelte. Woher war nicht zu klären. Die Behandlung mit Antibiotika schlug fast sofort an, es ging ihr am Abend schon wieder viel besser. Die dicken Beine waren nach einer Woche auch wieder weg. Aber an einem Hinterbein, in der Fesselbeuge, bildeten sich Hautverkrustungen. Da war sie wieder, die Mauke.

Also die Cortison-Salbe raus und fleißig behandelt. Die Mauke war resistenter als beim letzten Mal und breitete sich auf die komplette Fesselbeuge aus. Und auch am anderen Hinterbein zeigte sich die Mauke, zwar waren es hier nur kleine Stellen, aber … Die Behandlung zog sich über mehrere Wochen hin, ich bekam die ersten Zweifel, ob die Behandlung mit einer Cortison-Salbe über so lange Zeit das Richtige ist, und fing an im Internet nach Alternativen zu suchen. Ich will hier nicht aufführen welche Mittel ich bestellt und ausprobiert habe.

Mauke

Mauke weg bei Delayn, wie das Foto beweist. Und das scheint nun offenbar sogar dauerhaft geschafft zu sein.

Es waren sehr viele, sie haben viel Geld gekostet, jedes Mal Hoffnung auf Besserung erweckt, aber geholfen hat nichts. Nach wenigen Tagen war eher eine Verschlechterung anstatt einer Besserung zu erkennen. Also wieder Tierarzt und doch Behandlung mit der Cortison-Salbe. Es war die einzige Salbe die half. Es dauerte weitere Wochen aber die Mauke war weg. Alles in allem hat dies sicherlich 12 Wochen gedauert. Auf den "abgeheilten" Hautflächen bildete sich übermäßiger Fellwuchs, aber da Delayn keinerlei Probleme hatte war dies eben so.

Im Juni 2009 kam Delayn mit einem dicken Hinterbein von der Weide. Es sah nach Einschuss aus, Tierarzt kam, behandelte wie üblich mit Antibiotika, Angussverbund usw. Das Blutbild gab nichts her, alle Werte in Ordnung. Am nächsten Tag waren wieder drei Beine dick, und zwar die gleichen wie im vorherigen Jahr. Spätestens jetzt war mir klar, dass es einen Zusammenhang geben muss. Und leider wurde meine Annahme bestätigt, denn nach wenigen Tagen war die Mauke wieder da. Und hier endete dann meine Geduld mit der Mauke.

Da ich inzwischen überzeugt war, dass die Mauke eine Ursache haben muss (schlechte Haltungsbedingungen, matschige Koppeln etc. schieden aus), habe ich parallel wieder das Internet zu Rate gezogen und nach Behandlungsmethoden gesucht. Dabei stieß ich dann auch auf das Tierheilkundezentrum. Die Beschreibung der Haaranalyse sprach mich sofort an, da diese ganzheitliche Betrachtung eines Krankheitsbildes genau meinem Bauchgefühl entsprach, die Mauke musste einfach eine Ursache haben … Für mich war klar, dass machst Du jetzt. Am selben Abend schrieb ich Claudia Nehls eine lange e-Mail, schilderte ihr Delayn´s Mauke-Problem, meine vielen Behandlungsbemühungen und meine Hoffnung, dass die Haaranalyse das wirkliche Problem zu Tage fördern kann. Claudia Nehls antwortete mir fast umgehend, dafür noch mal lieben Dank, teilte mir ihre erste Einschätzung mit und bestätigte, dass eine Haaranalyse auch bei Mauke sinnvoll sei.

Also, gesagt, getan. Zugeben, es kostet einige Zeit und Mühe den Fragebogen auszufüllen, aber ich kann an dieser Stelle schon sagen, es lohnt sich. Nach einer Woche war das Ergebnis da, und die "Puzzle-Teilchen" in meinem Kopf fügten sich zu einem ganzheitlichen Bild. Delayn hat eine Allergie gegen synthetische Futtermittelzusätze und in Kombination mit einem Eiweißüberschuss reagiert sie mit Mauke. Das war die Erklärung warum jedes Jahr im Juni die Mauke wieder auftrat, fast regelmäßig vier Wochen nach dem Anweiden. Da die Ergebnisse für mich absolut schlüssig waren, war ich natürlich überzeugt und motiviert, die vorgeschlagene Futterumstellung und Therapie durchzuführen. Voller Erwartung habe ich angefangen, den Therapieplan zu studieren und war erst einmal ernüchtert.

So viele Mittelchen, so viele Futterzusätze, so viele … Wie soll ich dass denn hinbekommen? Ich habe erst einmal alle Mittel bei Claudia Nehls und in der Apotheke bestellt und eine Nacht über die Varianten und Möglichkeiten der Verabreichung "geschlafen". Ich habe damals sämtliche Varianten der Verabreichung durchdacht und versucht. Es war nicht leicht, da meine Stute eine orale Verabreichung der Mittel strikt ablehnte. Also wieder etwas anderes versuchen. Nach zwei Wochen, zugegeben ein langer Zeitraum, hatte ich die richtige "Mischung" für uns beide gefunden. Die Globulis gibt es in Apfelstücken, die Zusatzmittel in kleineren Futterrationen zwischendurch, die flüssigen Mittel auf Kanne-Leckerlies, und immer schön über den Abend verteilt.

Mauke

Auch der Fesselkopf, bei fortgeschrittener Mauke ebenfalls oft massiv betroffen, zeigt sich bei Delayn deutlich und vor allem auf lange Sicht verheilt.

Die Futterumstellung verlief relativ problemlos, die Luzerne ist nicht gerade die Lieblingsspeise von Delayn, aber nach vier Wochen hat "man sich daran gewöhnt".Einzig die Behandlung mit Mauke-Weg war kein Problem. Darüber war Delayn geradezu glücklich, Füße waschen ist nicht ihr Ding, und das war ja ab sofort "verboten".Ich war sehr zufrieden und dachte, es kann nur besser werden. Aber, nach vier Wochen war nichts besser. Es war auch nichts schlechter, was ich als sehr beruhigend empfand, aber es war auch nichts besser. Da ich Claudia Nehls alle zwei Wochen einen Bericht über den Stand der Dinge schrieb, schrieb ich auch über meine nun wieder wachsenden Zweifel. Grundsätzlich war ich noch immer überzeugt, dass Richtige zu tun, aber nach den vielen schlechten Erfahrungen der zurückliegenden Behandlungen war meine Erwartungshaltung doch sehr groß und damit die Enttäuschung zu erklären.

Claudia Nehls nahm meine Zweifel sehr ernst und ermutigte mich immer wieder, da die Mauke sehr therapieresistent sei. Außerdem trug sicher die Entgiftung des Körpers dazu bei, dass die Mauke nicht so schnell verschwindet, die Giftstoffe wurden ja "über die Mauke" ausgeschieden. Nach sechs Wochen zeigte sich tatsächlich eine Verbesserung. Die Krusten trockneten aus, bildeten kleine Kügelchen und diese fielen bei leichtester Berührung ab. Darunter zeigte sich verheilte Haut. Jetzt war ich sicher, der Aufwand hat sich für Delayn gelohnt. Von da an ging es ständig "bergauf". Es sind täglich kleine Schritte, es erfordert viel Geduld und sorgsame tägliche Behandlung. Die linke Fesselbeuge war nach 8 Wochen fast komplett abgeheilt und die rechte Fesselbeuge schon zur Hälfte von den Krusten befreit.

Die Kontrollanalyse der Haarprobe zeigte nach neun Wochen erhebliche Verbesserungen. Die schlechten Werte waren alle wieder im Mittelmaß, es war rundum sehr erfreulich. Wir machen jetzt eine leicht veränderte Therapie zur Erhaltung und Unterstützung. Die Futterumstellung muss auf Dauer beibehalten werden, aber das ist kein Problem. Die Mineralisierung erfolgt über die Kräuter-Mischungen von Claudia Nehls und unterstützend gibt es jetzt dauerhaft "Horsewellness-Fit".

Das "Mauke-Weg" ist für mich nicht mehr weg zu denken, auch die vorher schon veränderten Hautpartien sehen wieder "wie neu" aus. Auch die alten Folgeschäden, die veränderten Hautpartien, sind wieder beseitigt. Inzwischen zählt auch das PAA-Puder zu unserem ständigen Begleiter. Wenn die Haut noch nicht dick verkrustet ist, wirkt dass PAA-Puder einfach Wunder, eine echte Alternative zu "Mauke-Weg".

Damals war Delayn erst am Anfang des "Heilungs-Weges". Ob die Mauke dauerhaft "geheilt" ist, würde sich ja erst mit der Weidesaison 2010 zeigen. Der Grundstein war gelegt, Delayns Körper muss sich nicht mehr gegen die "synthetische Futtermittel-Allergie" zur Wehr setzen, und der Mauke ist damit hoffentlich die Basis entzogen.

Die Weidesaison 2010 kam und hat mir gezeigt, dass alle Bemühungen nicht umsonst gewesen sind. Es gab keine dicken Beine, keine neuen Maukestellen und auch sonst ging es Delayn sehr, sehr gut. Die matschige und feuchte Jahreszeit ist nun auch kein Problem mehr. Ich pflege und schütze in dieser Zeit die Fesselbeugen mit dem PAA-Puder. Inzwischen steht die Weidesaison 2011 schon fast vor der Tür, und diesmal freue ich mich darauf. . .

Aus meiner Erfahrung heraus, kann ich nur jedem empfehlen, sich mit der von Claudia Nehls erarbeiteten Therapieform auseinander zu setzen. Uns hat sie restlos überzeugt. Delayn und ich werden zukünftig nicht mehr auf die Unterstützung von Claudia Nehls verzichten und uns immer wieder vertrauensvoll an sie wenden, auch wenn es nichts mit einer Mauke zu tun hat (wovon wir auch in den letzten Jahren immer wieder Gebrauch machen und nur profitieren).



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